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Oranienburg: Historisch schön und geeignet

Ärger über negative Äußerungen von Kreistagsabgeordneten Oranienburg: Historisch schön und geeignet

Warum die Lindenschule in Oranienburg als zentrale Förderschule des Landkreises ausgesucht wurde, das begründen der Vizeschulleiter Lutz Riemschüssel und die Kreisverwaltung. Die Kritik von Kreistagsabgeordneten an der Eignung dieser Schule verstehen sie nicht.

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Die Aula der Lindengrundschule war im Jahr 2000 modernisiert worden.

Quelle: Foto:Marion Bergsdorf

Oranienburg. Unbegründet sind nach Ansicht des stellvertretenden Schulleiters der Lindenschule Oranienburg, Lutz Riemschüssel, die Zweifel von Kreistagsabgeordneten an der Eignung seiner Schule als zentrale Förderschule des Landkreises Oberhavel.

Kritik an Räumlichkeiten

Wie berichtet, hatten Abgeordnete kürzlich im Bildungsausschuss bemängelt, dass der Computerraum der Lindenschule mit elf Plätzen zu klein sei und es kleine vergitterte Kellerräume gebe, in denen Schüler warten müssten, bis sie abgeholt würden. Für die lernbehinderten und verhaltensauffälligen Kinder wolle man eine moderne Schule haben, Kellerräume entsprächen nicht dem Standard, hatte Elke Bär (Linke) im Bildungsausschuss gemeint.

Und der Leiter der Förderschule An den Havelauen in Hennigsdorf, Dieter Birkholz, hatte außerdem Zweifel geäußert, dass die Lindenschule Oranienburg überhaupt alle Förderschüler des Landkreises aufnehmen kann. In Hennigsdorf besuchen 125 Kinder die Förderschule, in Oranienburg sind es 107. Das seien zu viele Kinder für die Lindenschule, so Birkholz. Wenn es zu eng werde an der Lindenschule, sagte Birkholz, würden die Eltern ihre Kinder an Regelschulen anmelden. „Und dann kriegen wir dort die Probleme.“

Kein Verständnis für negative Sichtweise

„Ich wundere mich sehr, dass die Abgeordneten nach einem Rundgang unsere Schule nur negativ sehen“, ärgert sich Vizeschulleiter Riemschüssel. Der mit nagelneuen Computern bestückte Fachraum reiche derzeit aus. Natürlich werde nachgerüstet, wenn die Schülerzahl steige, betont Norbert Rohde, Fachbereichsleiter für Bildung und Gebäudemanagement beim Landkreis Oberhavel. Und die Kellerräume stellen sich beim Rundgang als völlig normal große Räume mit entsprechender Deckenhöhe und nicht gerade kleinen Fenstern dar. Nur der Technikraum mit den Werkbänken ist vergittert. Die Gitter sind als Schutz vor Einbrüchen angebracht worden. Sie können ebenso wie die Fenster von innen geöffnet werden. Zwei Stunden pro Woche haben vier Klassen dort Unterricht.

Grundsätzlich findet Riemschüssel einen Backsteinbau aus dem Jahre 1906 schöner als einen Neubau. Das sei ein Stück Geschichte von Oranienburg. Hier habe Max Rehberg bis 1945 selbst als Lehrer gewirkt. Dieser klassische Schulbau entspreche allen Anforderungen. Die Klassenräume seien groß genug, die Aula im zweiten Stockwerk mache etwas her und die Turnhalle mit der gewölbten Decke, im Jahr 2000 komplett saniert und modernisiert, suche ihresgleichen.

Kapazität reicht aus

Auch die Kapazität der Lindenschule scheint mit 225 Schülern völlig ausreichend zu sein. Dagegen „ist die Schule An den Havelauen mit einer Kapazität von 300 Schülern überdimensioniert“, sagt Rohde. „Glückliche Umstände“, sprich ein großes Grundstück, hätten dazu geführt, dass die Hennigsdorfer Förderschule so groß gebaut worden war. Rohde: „Das ist kein Maßstab.“

Doch das Hauptargument für die Lindenschule Oranienburg als zentrale Förderschule des Landkreises Oberhavel war die Lage der Schule in Oranienburg nahe am Bahnhof. Riemschüssel: „Zu uns kommen Kinder aus 35 Ortschaften, zum Beispiel auch aus Menz. Die sind 1,5 Stunden bis Oranienburg unterwegs. Wenn die nach Hennigsdorf müssten, hätten sie einen Schulweg von mehr als zwei Stunden.“

Zahl der Förderschüler nimmt immer mehr ab

Rohde verweist auf den Kreistagsbeschluss vom 10. Dezember 2014. Danach ist die Lindenschule auch deshalb ausreichend, weil die Zahl der Förderschüler immer mehr abnimmt. Sie werde von 225 auf 200 bis 150 im Schuljahr 2019/2020 sinken. Einer der Gründe sei die Inklusion, Schüler mit Lernbehinderungen würden zunehmend in Regelschulen integriert.

Letztlich brauche Hennigsdorf dringend eine weitere Grundschule. Da lag es nahe, argumentiert Rohde, die Schule an den Havelauen als Grundschule zu nutzen und als Förderschule langsam bis 2023 auslaufen zu lassen. Die Negativdiskussion im Bildungsausschuss ist aus Rohdes Sicht nicht objektiv gewesen.

Von Marion Bergsdorf

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