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Lkw-Verkehr bedroht Häuser in Grieben

Risse und aufgeplatzter Putz durch Erschütterungen Lkw-Verkehr bedroht Häuser in Grieben

Die Griebener Einwohner fordern eine Vollsperrung der Bundesstraße 167, solange die grundhafte Sanierung anhält. Der Verkehr auf den Behelfsstrecken führe dicht an den Häusern vorbei und sorge für Erschütterungen an den Gebäuden. Erste Schäden sind bereits zu verzeichnen.

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Auf dieser Treppe ist der Beton gesprungen.

Quelle: Stefan Blumberg

Grieben. Die Griebener sind von vorn bis hinten bedient. Der grundhafte Ausbau der Bundesstraße 167 treibt ihnen die Zornesröte ins Gesicht. Vieles von dem, was im März bei einer Bürgerversammlung besprochen worden war, ist nicht so wie angekündigt umgesetzt worden. Einer der Kernpunkte: Die Einwohner haben Angst um ihre Häuser. Die Erschütterungen durch die Bauarbeiten und den Durchgangsverkehr haben schon die ersten Gebäude beschädigt. „Deshalb haben wir eine Petition verfasst“, sagte Eberhard Fehlow. „Wir fordern eine sofortige Vollsperrung der Bundesstraße 167!“ Am 20. Oktober 2017 wurde die Petition dem Landtagsabgeordneten Frank Bommert und dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (beide CDU) übergeben.

Eberhard Fehlow (2

Eberhard Fehlow (2. v. l.) übergab die Petition an den Landtagsabgeordneten Frank Bommert und den Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (beide CDU). Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (r.) und Benno Kranich waren Augenzeugen.

Quelle: Stefan Blumberg

Der Auslöser für den Ärger: „Die Behelfsstraße auf der Nordseite war angekündigt, kam aber nicht“, sagte Bürgermeister Bernd-Christian Schneck. Der Passierstreifen für den halbseitig geregelten Verkehr wurde nur seitlich in Richtung Häuser verschoben (um Baufreiheit auf der anderen Seite zu schaffen). Direkt über den etwa einen Meter breiten Betonstreifen, in dem sich auch die Gullys für die Regenentwässerung befinden, rollte jetzt der tägliche (Schwerlast)-Verkehr. Fatal. Die Gullys sackten ab, der Streifen gab nach, die Betonplatten rissen, die danebenliegende Asphaltdecke auch. Folge: Die Fahrzeuge polterten durch den ersten Bauabschnitt von Grieben, die Häuser fingen an zu wackeln, wenn speziell Lkws über den Abschnitt donnerten. „An Geschwindigkeitsbegrenzungen hielt sich auch niemand“, so Eberhard Fehlow. Das Tempo wurde sogar auf zehn km/h reduziert. Umsonst.

Hier konnte der Putz die Mauer nicht zusammenhalten

Hier konnte der Putz die Mauer nicht zusammenhalten.

Quelle: Stefan Blumberg

Um nicht weiter über den beschädigten Streifen zu fahren, asphaltierte die Baufirma auf der Südseite ein Fahrstreifen, über den derzeit der Verkehr rollt – entgegen der Planung. Der Asphalt wird wieder abgetragen, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Schätzungen gehen von einer zusätzlichen sechsstelligen Summe aus. Derzeit ruhen die Arbeiten an der B 167, nur an den Seitenanlagen wird gearbeitet.

„Was uns ärgert ist auch die Tatsache, dass wir nicht gehört werden“, beschwert sich Eberhard Fehlow in Richtung Landesbetrieb für Straßenwesen. Hinweise und Vorschläge würden abgetan. Vom Landesbetrieb war Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die bauausführende Firma sei hingegen sehr kooperativ.

Uwe Feiler telefonierte bereits mit der Brandenburger Verkehrsministerin Kathrin Schneider. Sie wunderte sich, so Feiler, über die Forderung einer Vollsperrung. Andere Kommunen hätten dies strikt abgelehnt. Was man auch tue: Man könne es keinem Recht machen. Dennoch wolle sie sehen, so Feiler, was möglich ist. Frank Bommert bereitet eine Kleine Anfrage für den Landtag vor. In spätestens vier Wochen solle es eine Antwort geben. „Wenn es nicht zur Vollsperrung kommen sollte, würden wir auch Kompromisse eingehen. Aber es gibt keine Gespräche.“ Inzwischen sind auch Gutachter eingeschaltet worden, die die Schäden an den Häusern bewerten und vor allem die Frage beantworten sollen, ob die Schäden durch die Bauarbeiten entstanden sind. Benno Kranich ist einer der Anwohner. Er vermutet, „dass es ohne Klagen nicht ausgehen wird“.

Von Stefan Blumberg

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