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Lob für Ehrenbürgerin Ursula Münchow

Kremmen Lob für Ehrenbürgerin Ursula Münchow

Kremmen hat drei Ehrenbürger: Ursula Münchow (96) gehört neuerdings zu diesem besonderen Kreis von Menschen. Sie selbst ist bescheiden und will eigentlich gar nichts über sich erzählen. Fragt man allerdings die, die bei ihr ein Musikinstrument gelernt haben, bekommt man viel Gutes zu hören.

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Kremmens neue Ehrenbürgerin Ursula Münchow (r.) mit ihre ehemaligen Schülerin Birgit Neumann-Hannebauer.

Quelle: Robert Roeske

Kremmen. Kremmen hat drei Ehrenbürger. Zu diesen ganz besonderen Menschen zählt seit dem vergangenen Freitag Ursula Münchow. Sehr viele Kremmener können mit dem Namen etwas anfangen. Als Lehrerin für Klavier und Akkordeon haben ganze Generationen bei ihr ein Musikinstrument gelernt. In den 60er-Jahren gründete die heute 96-Jährige das Akkordeonorchester. Viele Proben fanden in ihrem Wohnzimmer statt.

„Ihr habe ich meinen Beruf zu verdanken“, erzählt Inken Hertel, die heute in Sommerfeld lebt und als Akkordeonlehrerin tätig ist. „Sie war immer sehr streng, aber hat uns total motiviert, mehr aus unserem Instrument zu holen.“ Mit acht Jahren, 1971, hat Inken Hertel ihre erste Musikstunde bei Ursula Münchow gehabt. „Sie hat ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen“, erzählt sie. Das hält bis heute: Immer im Herbst trifft sich das Akkordeonorchester mit Ursula Münchow, und immer auf dem Kremmener Weihnachtsmarkt gibt es ein Konzert.

Freundlich, aber streng

„Sie war freundlich, aber super streng“, erzählt Andrea Busse. Sie arbeitet heute in der Tourismusinfo im Scheunenviertel und hatte mit sieben Jahren bei Ursula Münchow die erste Klavierstunde. „Wenn man mal nicht geübt hat, fand sie das nicht witzig.“ Die Strenge habe aber nicht dazu geführt, dass sie unbeliebt war. „Diese Strenge hat einen ja an ein Ziel geschubst. Man hätte auch rausgehen und spielen können, aber man wollte ja das Instrument lernen. Sie hat uns spüren lassen, dass die Strenge nichts damit zu tun hat, dass sie uns vielleicht nicht mochte, sondern es ging ihr immer um die Sache.“ Das rechnen ihr die Menschen hoch an – egal, wen man fragt, alle reden gut über sie.

Ursula Münchow (vorn) bei der Auszeichnung

Ursula Münchow (vorn) bei der Auszeichnung.

Quelle: Robert Roeske

„Ich war auch ihre Schülerin“, sagt Birgit Neumann-Hannebauer, die beim Neujahrsempfang auch die Laudatio auf Ursula Münchow hielt. „Von 1961 bis 1971 habe ich bei ihr Akkordeon gelernt und war auch im Orchester“, sagt die ehemalige Bauamtsleiterin. „Ich wollte das auch. Bei uns zu Hause ist immer sehr viel Musik gemacht worden.“ Auch sie erinnert sich an die strenge Lehrerin. „Es kam immer auf den Takt an. Wir durften zum Beispiel beim Spielen nicht auf die Tastatur gucken, sondern mussten sehen, was Frau Münchow macht. Darauf hat sie ganz doll geachtet.“ Nach dem Unterricht habe sie immer ein liebes Wort übrig gehabt.

Harte Schale, weicher Kern

Ursula Münchow ist aber auch sehr bescheiden. Ein Porträt über sie in der Zeitung? Ach nein, das müsse ja nicht sein, findet sie. Sie redet nicht gern über sich. „Ich habe das, was ich getan habe, immer für selbstverständlich gehalten“, sagte sie nach der Verkündung der Ehrenbürgerschaft. „Ich war erstaunt, wer sich so was ausgedacht hat.“ Birgit Neumann-Hannebauer hatte sie vorher gesagt, dass sie, wenn sie gewusst hätte, was beim Empfang passiert, vielleicht gar nicht gekommen wäre.

Sie mag es nicht so, wenn man sie lobt, aber andererseits freut es sie doch, wenn die Menschen an sie denken. Harte Schale, weicher Kern – diesem Satz kann die ehemalige Akkordeonschülerin Birgit Neumann-Hannebauer nur zustimmen. Sie hält immer noch ständigen Kontakt zu ihrer ehemaligen Lehrerin.

Die weiteren Ehrenbürger

Zu den Kremmener Ehrenbürgern gehört übrigens auch Gerhard Henninger, er war von 1946 bis 1980 Lehrer und stellvertretender Schuldirektor in Kremmen. Hildegard Wimmer war lange Pflegerin in der Sommerfelder Klinik und arbeitete im Gemeindekirchenrat mit.

Besonders herausragende Dienste sind es, die Menschen aus Kremmen zu Ehrenbürgern machen können. Er oder sie muss eine Vorbildfunktion haben. Vorschläge kommen vom Bürgermeister, von den Stadtverordneten oder Ortsbeiräten. Bürger können sich mit Ideen an sie wenden.

Von Robert Tiesler

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