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Löwenberger Land Auf dem Weg zum Glas-Experten
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Auf dem Weg zum Glas-Experten
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01:15 16.03.2019
Azubi Mathias Still legt sich das Glaselement zur Weiterverarbeitung zurecht. Quelle: FOTOS: Uwe Halling
Häsen

Die Halle ist riesig. Die Maschine auch. Und das mehrere Quadratmeter große Werkstück sowieso. Trotzdem hantiert Mathias Still seinen Werkstoff mit Leichtigkeit und Hilfe von Technik sicher über das Zuschnittgerät. Es ist Glas. Die AGC Interpane in Häsen ist einer der bedeutendsten Glashersteller für Funktions- und Designverglasungen. Mathias Still befindet sich bei dem Unternehmen, das elf Standorte im deutschsprachigen Raum hat, im dritten Ausbildungsjahr. Er wird Flachglastechnologe, will im Sommer fertig sein. „Das ist ein interessanter Beruf, sehr abwechslungsreich“, sagt der 19-Jährige. „Man kann viel aus dem Glas machen.“

Isolierverglasungen werden ständig weiterentwickelt

In Häsen wird Glas für Industriebetriebe hergestellt. Die Produkte sind sowohl für die Sanierung bestehender Gebäude als auch für Neubauten wie Niedrigenergiehäuser und hochwertige Glasfassaden geeignet. Die Isolierverglasungen von Interpane sind Gegenstand ständiger Forschung – ihre technologische Weiterentwicklung trägt zu Energieeffizienz und Umweltschutz bei. Partner ist unter anderem das Granseer Unternehmen MB Fenstertechnik. Die Häsener lieferten die Verglasung für Aida Home in Rostock oder das Bella-Hotel in Kopenhagen.

Bewerben lohnt sich

Die Agentur für Arbeit Neuruppin gestaltet in diesen Tagen (bis Freitag) „Die Woche der Ausbildung“. Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es viele freie Stellen. Für eine betriebliche Ausbildung bestehen beste Chancen. Auch diejenigen mit weniger guten Noten haben gute Aussichten, da die Arbeitgeber Kompromisse machen. In Deutschland gibt es 326 anerkannte Ausbildungsberufe. Von den 447 in Oberhavel gemeldeten Bewerbern haben 168 (38 Prozent) einen Ausbildungswunsch, der sich auf einen der zehn häufigsten Ausbildungsberufe konzentriert. Die Herausforderung der Arbeitsagentur, Unternehmen und Netzwerkpartner bleibt weiterhin, den Fachkräftenachwuchs auch in den Berufen zu sichern, die weniger gefragt sind. Dazu gehört der Flachglastechnologe, der in Häsen ausgebildet wird. In dem Beruf werden Glasplatten oder -scheiben für Autos, Fenster, Fassaden, Solaranlagen, Wintergärten und Vitrinen gefertigt. Schneiden, schleifen, polieren gehört auch dazu. Kontakt für Bewerbungen: katja.schindler@interpane.com

Mathias Still aus Löwenberg ist ein junger Mann aus der Region, der seinen Beruf von der Pike auf lernt. Er steht für das, was das Unternehmen sucht: motivierte Leute aus der Region, die ausgebildet werden und anschließend in der Firma bleiben. In den vergangenen Jahren – Interpane produziert seit 1992 in Häsen – sei das laut Geschäftsführer Sandro Thiel gut gelungen. 80 Prozent der seit 2003 ausgebildeten Flachglastechnologen wurden übernommen. „Die Auszubildenden und die Mitarbeiter sind das Herzstück unseres Unternehmens“, so der Geschäftsführer. Wenn sie aus der Region kämen,  würden sie kurze Wege haben.

Mathias Still ist ein Beispiel, wie es sich Christoph Fischedick, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Neuruppin in Oberhavel, wünscht. „Denn es ist immer schwieriger, überhaupt Auszubildende zu finden. Der Markt wandelte sich. Vor zehn Jahren konnte man sich die Azubis aussuchen. Jetzt gelingt es vielen Unternehmen nicht, die Lehrstellen zu besetzen.“ Aus dem Grund würden Firmen bei der Auswahl der Azubis Abstriche machen. „Entscheidend ist die Motivation der Bewerber.“ Das sieht auch Sandro Thiel so. „Da guckt man schon mal über eine Vier in Mathematik hinweg. Wichtiger sind Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und eben Motivation.“

Der Beruf des Flachglastechnologen

Interpane bietet seinen Mitarbeitern auch Anreize. „Wir hatten zwar zur Jahrtausendwende wirtschaftlich eine harte Zeit zu überstehen, aber wir verdienen Geld“, so Sandro Thiel. Das steckt die Unternehmensführung in die 70 Mitarbeiter und in den Standort (Erweiterung). Die Mitarbeiter erhalten 30 Tage Urlaub, sind im fünfstufigen Prämiensystem integriert. Interpane zahlt vermögenswirksame Leistungen in voller Höhe und eine betriebliche Altersvorsorge. Katja Schindler, seit 1994 im Betrieb und zuständig für Ausbildung, ergänzt, dass für die Azubis die Kosten für die Fahrt zur schulischen Ausbildung nach Torgau, die dortige Unterkunft/Verpflegung und Literatur übernommen werde. Trotzdem sei es schwierig, Nachwuchs zu bekommen. Die Lehrstellenbörse in Zehdenick oder die „youlab“ in Oranienburg seien bislang keine Fundgrube gewesen. Interpane ist trotzdem bemüht, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. Derzeit gebe es zwei Bewerber für die Ausbildung zum Flachglastechnologen. Christoph Fischedick ermutigt potenzielle Interessenten, auch mal fernab von den favorisierten Ausbildungsberufen zu schauen. Es gebe 330 Ausbildungsberufe, ein Drittel der Bewerber konzentriere sich aber auf die Top 10 der Angebote. „Für Unternehmen ist es der Königsweg, wenn die Mitarbeiter im eigenen Betrieb ausgebildet werden und bleiben.“

Von Stefan Blumberg

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