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Löwenberger Land Die Hoffnung stirbt zuletzt
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15:50 28.02.2019
Der Saal des Gästehauses in Neuendorf war beim Bürgerforum am Mittwochabend fast komplett gefüllt. Quelle: Bert Wittke
Neuendorf/Teschendorf

Im Freizeit- und Gästehaus am Wald in Neuendorf gab es am Mittwochabend kaum noch freie Stühle. Fast 150 Leute waren zum Bürgerforum „Ortsumfahrung B 96 neu Teschendorf“ gekommen. Eingeladen hatte der Bürgerbund „Leben am Griebener Weg“.

Den dort vereinten Frauen und Männern ist klar, dass die Planungen für die neue B 96 im Löwenberg Land inzwischen weit vor­angeschritten sind. Und sie wollen den Neubau der B 96 ja auch gar nicht verhindern. Womit sie sich nicht abfinden wollen, ist der Kotenpunkt am Griebener Weg. Der Bürgerbund möchte ihn dorthin verlegt wissen, wo sich die alte und neue B 96 laut Planungsunterlagen kreuzen – an der Straße nach Grundmühle.

Alexandra Kaluza ist die Vorsitzende des Bürgerbundes "Leben am Griebener Weg" in Teschendorf. Quelle: Bert Wittke

Das, so erläuterte Alexandra Kaluza, würde für alle Teile Teschendorfs eine Entlastung darstellen, weil der Verkehrslärm in diesem Fall kein Siedlungsgebiet treffen würde. Die am Griebener Weg lebenden Bürger müssten dann nicht befürchten, dass sich der Verkehr vor ihren Haustüren – derzeit rund 300 Fahrzeuge täglich, darunter viele Lkw – mit dem Bau des Knotenpunktes verzehnfacht. Ganz zu schweigen von der Lärmbelästigung, die laut Messungen sowohl am Tag als auch in der Nacht die bestehenden Grenzwerte überschreiten würde. Die Anwohner des Griebener Weges bräuchten zwingend Lärmschutzfenster und könnten sich künftig in ihren Gärten im wahrsten Sinne des Wortes wohl kaum in Ruhe erholen. Alles Gründe, die den Kampfeswillen des Bürgerbundes verständlich machen. „Wir waren mit unserem Anliegen in allen möglichen Behörden“, sagte Alexandra Kaluza am Mittwochabend. Sie habe gar nicht gewusst, wie viele Leute sich mit der Planung der neuen B 96 befassen. Ob es Beispiele gibt, dass in einem derart fortgeschrittenen Planungsstadium noch Änderungen in der Größenordnung eines Knotenpunktes realisierbar sind?

Niklas Zimmernann wohnt in der Trift in Teschendorf. Dort soll die neue B 96 in einem Abstand von gerade einmal 56 Metern vorbeiführen. „Wenn immer gesagt wird, dass der Mensch im Vordergrund steht, verstehe ich eine solche Planung nicht“, sagt er. Quelle: Bert Wittke

Diese Frage konnte auch Uwe Feiler nicht beantworten. Er habe, so der CDU-Bundestagsabgeordnete, sehr große Sympathien für den vom Bürgerbund vorgeschlagenen und sehr schlüssig begründeten neuen Knotenpunkt. Wenn dazu aber ein neues Planfeststellungsverfahren nötig sei, habe er Zweifel, dass das Land als Planungsbehörde darauf eingehen werde. Immerhin dauere das jetzige Planfeststellungsverfahren bereits sieben Jahre. Und irgendwann, so der CDU-Politiker, wolle er den Ausbau der neuen B 96 ganz gerne erleben. Denn dass eine neue B 96 gebraucht werde, sei im Interesse der Wirtschaft und des Gewerbes sowie der Arbeitspendler unstrittig. Doch Uwe Feiler machte dem Bürgerbund und dessen Anhängern auch Mut. Je größer der öffentliche Druck sei, desto größer seien die Erfolgsaussichten. Hilfreich könnte dabei sein, dass das 2019 ein Wahljahr ist.

Auch Bernd Fassauer wohnt am Griebener Weg und ist entschlossen, gegen den Bau des dortigen Knotenpunktes zu kämpfen. Quelle: Bert Wittke

Wie Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (SPD) sagte, habe die Verwaltung die Landesbehörden gebeten, die Knotenpunktproblematik noch einmal zu prüfen. Die Antwort stehe noch aus. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Alexandra Kaluza und ließ damit durchblicken, dass der Bürgerbund auch weiterhin jede Gelegenheit nutzen werde, um die angestrebte Planänderung zu erreichen. „Schließlich“, so die Vorsitzende des Bürgerbundes, „wollen wir unseren Kindern auch in ein paar Jahren noch in die Augen sehen können.“

Von Bert Wittke

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