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Löwenberger Land Ein irrer Duft von Wurst
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Ein irrer Duft von Wurst
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18:02 29.11.2018
Ronald Koch mit seiner Walnuss-Salami. Quelle: Enrico Kugler
Großmutz

Im Hofladen von Ronald Koch in Großmutz schlägt dem Kunden ein irrer Duft von Wurst entgegen: Eine appetitliche Mischung aus Gewürzen und Rauch.

Dabei sind der Landwirt und seine Frau Martina erst in zweiter Instanz zu Direktvermarktern geworden, aus Notwehr sozusagen. Auslöser war die BSE-Krise 1997. Der eigene Landwirtschaftsbetrieb war erst zwei Jahre alt, als plötzlich nur noch das Schlachten in Eigenverantwortung blieb, um nicht unterzugehen. Ursprünglich hatte der studierte Agrotechniker/Mechanisator die örtliche Agrar GmbH geleitet. 1995 nahm er die ursprünglich in die Genossenschaft (LPG) eingebrachten Anteile heraus, um wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Die Gewölbe des ehemaligen Kartoffelkellers wurden dann hergerichtet, um die ersten Rinder zu schlachten.

Rund 200 Rinder leben auf dem Bauernhof Koch in Großmutz. Quelle: Enrico Kugler

Heute bewirtschaftet Familie Koch rund 350 Hektar. Auf dem Hof gibt es eine Rinderzucht, Ponys (auch zum Reiten), Schweine, Schafe, Kaninchen und vieles mehr. Neben dem Hofladen betreibt das Paar ein Bauernhofcafé, das freitags bis sonntags und an Feiertagen öffnet. Der vor zehn Jahren ausgebaute Saal im Obergeschoss bietet bis zu 200 Plätze. Beliebt sind Anlässe wie das Schlachtefest oder Weihnachtsfeiern von Firmen. An jedem zweiten Wochenende wird geschlachtet und vom Fleischer aus Zehdenick frische Wurst gemacht. Außerdem gibt es vier Ferienzimmer.

Der vor zehn Jahren frisch ausgebaute Saal. Quelle: Enrico Kugler

„Unsere Familie ist seit mehr als 300 Jahren auf dem Hof“, sagt Koch. Er selbst wuchs in Brück bei Potsdam auf, war aber in den Ferien regelmäßig bei den Großeltern in Großmutz. Frau Martina wuchs als Müllerstochter im Nachbarort von Brück auf. Sie ist Lehrerin in Löwenberg, kocht und backt aber selbst für den Hof. Ihr Mann schwärmt im Café von den leckeren Frucht- und Eierlikör-Sahnetorten. Die Direktvermarktung trage dazu bei, Krisen und Wetterunbilden abzufedern, sagt Ronald Koch. Wie etwa die Trockenheit in diesem Jahr. Es gebe allerdings eine bittere Kehrseite, so der 53-Jährige: Denn wer vorsorgt und nur noch weniger als 70 Prozent seiner Einnahmen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit erzielt, gehe bei den Hilfen leer aus.

Drei Söhne hat das Paar, 29, 26 und 19 Jahre alt. Der Älteste ist Banker, der Mittlere Bauingenieur und nur der Jüngste hat landwirtschaftliche Berührungspunkte. Nach seinem Abi ist er im zweiten Lehrjahr als Land- und Baumaschinen-Mechatroniker, will studieren und ins Ausland, bevor er daran denkt, auf dem elterlichen Hof mitzuarbeiten.

Ronald Koch im Bauernhofcafé. Quelle: Enrico Kugler

Von Helge Treichel

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