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Löwenberger Land Bulette mit Kartoffelpüree für die Kanzlerin
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00:24 03.12.2018
Guido Schulz macht es Spaß, die Gäste in Liebenberg umfassend zu beköstigen.
Liebenberg

Guido Schulz kann man keine Berliner Bulette für einen Königsberger Klops vormachen. Dazu ist der gebürtige Liebenwalder in seinem Job viel zu abgebrüht. Der 39-Jährige ist Koch. Das, was er bislang aufgetischt hat, füllt Berge von Speisekarten und hat ihm schon manches genüssliche „Hhhmmm“ eingebracht. Auch deshalb schmeckt ihm sein Job heute noch so wie am ersten Tag.

Erst „Sous-Chef“ – dann Küchenchef

Guido Schulz hat im „Preußischen Hof“ in Liebenwalde gelernt. Anschließend wechselte er ins Stadthotel nach Oranienburg, um dann wieder in den „Preußischen Hof“ zurückzukehren. Dort avancierte er zum „Sous-Chef“, was so viel wie „Zweiter Küchenchef“ bedeutet. Nach einem Gastspiel im Berliner Hotel in der Kantstraße wurde er „Sous-Chef“ auf Schloss & Gut Liebenberg und nach einem Jahr Küchenchef im Liebenberger Seehaus. Dort hat er unter anderem dafür gesorgt, dass zahlreiche Hochzeiten nicht nur zu einer Augenweide, sondern auch ein Gaumenschmaus wurden.

Der Küchenchef würzt das Lachsfilet. Quelle: Bert Wittke

Es folgten Jahre, da Guido Schulz als selbstständiger Koch „auf Wanderschaft“ war. Stationen, wo er für eine Weile den Kochlöffel schwang, waren das „Ritz-Carlton“ in Wolfsburg und oder das „La Fayette“ in der Berliner Friedrichstraße. Zwischendurch verschlug es ihn für eine Zeit an den Bodensee, wo er sich die Qualifikation holte, als Ausbilder tätig sein zu können.

Sehr gern denkt Guido Schulz an die dreieinhalb Jahre als Küchenchef in der Niederländischen Botschaft. „Wir haben da auch für die niederländische Königin Beatrix und König Willem-Alexander gekocht“, erzählt er. „Ich werde nie vergessen, wie die Königin mal zu uns in Küche gekommen ist und den Mitarbeitern eine Tüte Haribo geschenkt hat“, erinnert sich Guido Schulz. Er habe sich dort während seiner Zeit als Küchenchef viel über die indonesische Küche angeeignet. Bekanntlich war Indonesien niederländische Kolonie. Während dieser Zeit hätten viele Speisen von dort in den Niederlanden einen Siegeszug angetreten. Was er für ihre königliche Hoheit zubereitet habe? Stamppot zum Beispiel. Dabei handelt es sich um Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten, die gestampft werden. Dazu gibt’s Rindswurst mit Schwein und Käse gefüllt. „Das koche ich heute noch manchmal für Seminargäste und werde dann oft gefragt, wie auf diese Mischung gekommen bin“, sagt Guido Schulz.

Küchenchef Guido Schulz hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Quelle: Bert Wittke

Schöne Erinnerungen hat der 39-Jährige auch an seine rund vierjährige Zeit in der Küche der Deutschen Zentralbank. Da sei beispielsweise auch Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch gewesen und habe gegessen. „Für sie haben wir auf Wunsch Bulette mit Kartoffelpüree gekocht“, entsinnt sich Guido Schulz. Auch die Klitschko-Brüder hat der Liebenwalder schon bekocht und erinnert sich an eine Episode zum Schmunzeln. Vitali habe ihm am Büfett den Teller hingehalten, um sich etwas auftun zu lassen. „Ich bin bestimmt nicht klein“, sagt Guido Schulz, aber dieser Vitali Klitschko sei einfach eine Riese. Obwohl zum Essen englische Teller mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern bereit standen, habe der Teller in der Hand des ukrainischen Boxers wie ein Untertasse gewirkt. Gleich Hinter Vitali Klitschko habe Kai Pflaume gestanden. Auch der bekannte Fernsehmoderator habe lächeln müssen, als er die schwergewichtigen Hände sah.

Es ist angerichtet. Die Seminarteilnehmer können zum Mittagessen kommen. Quelle: Bert Wittke

Nicht gerade alltäglich war für Guido Schulz auch eine Begebenheit aus dem Jahr 2006. In jener Zeit war er Koch auf Schloss & Gut Liebenberg und der südafrikanische Staatspräsident hatte seinen Besuch angesagt. Da wurde Sicherheit ganz groß geschrieben, auch beim Essen. Staatsgast Thabo Mbeki hatte sogar einen Vorkoster dabei. Der probierte zunächst alle Speisen, die zubereitet worden waren. „Nach etwa zwei Stunden konnten wir servieren“, erinnert sich Guido Schulz, der sicherlich einige Mühe hatte, das Essen warm zu halten.

Melone für Moderatorin Marijke Amado

Auch Marijke Amado tauchte mal mit einem speziellen Wunsch in der Küche des Liebenberger Seehauses auf. Die Fernsehmoderatorin aus den Niederlanden war Gast der Hochzeit einer Freundin. An dem warmen Tag führte sie vermutlich das Verlangen nach etwas besonders Erfrischendem in die Küche. „Ich habe ihr Melone zubereitet und sie war happy“, sagt der Küchenchef über diese Begebenheit, die er gern unter Freunden erzählt.

Seit dem 1. November dieses Jahres ist Guido Schulz nun erneut als Küchenchef in Liebenberg bereit, neue geschmackvolle Abenteuer zu vollbringen. Das Konzept, auf regionale Küche und Nachhaltigkeit beim Kochen zu setzen, ist ganz nach seinem Geschmack.

Was der Kräutergarten in Liebenberg hergibt, wird beim Zubereiten der Speisen gern verwendet. Quelle: Bert Wittke

Fleisch für die hauseigenen Gerichte stammt von Liebenberger Rindern und auch Hühner und Gänse werden auf den weiträumigen Freiflächen von Schloss & Gut gehalten. Wenn am ersten Adventswochenende wieder der Liebenberger Weihnachtsmarkt seine Tore öffnet, werden neben vielen anderen regionalen Speisen auch die Weihnachtsgänse zum Verkauf angeboten. Fischer Krüger aus Gransee, der auch den Großen Lankesee am Fuße des Seehauses bewirtschaftet, versorgt die Liebenberger Küche unter anderem mit Zander- und Barschfilet sowie mit Räucheraal. Viel Obst, Gemüse und vor allem auch Kräuter, mit denen Guido Schulz die Gerichte würzt, stammen aus dem Kräutergarten auf dem Schlossgelände. Und bevor irgendetwas im Abfall landet, wird genau hingesehen, ob es nicht noch verwertbar ist. „Aus vielen Gemüseschalen kann man sehr gute Brühen kochen, die sich beim Anrichten von Soßen verwenden lassen“, nennt der Küchenchef ein Beispiel für die bereits angesprochenen Nachhaltigkeit.

Das Abschmecken der Gemüsepfanne erledigt der Küchenchef selbstverständlich höchstpersönlich. Quelle: Bert Wittke

Sehr wichtig ist Guido Schulz, dass er es nicht allein ist, der sich jetzt auf Schloss & Gut Liebenberg sowie im Seehaus um hungrige Besucher, Seminarteilnehmer und Gäste von diversen Feierlichkeiten kümmert.

Ein Team – Guido Schul und Robert Jaslau

„Ich bin hauptsächlich im Schloss und erledige neben dem Kochen auch viele administrativen Aufgaben“, beschreibt Guido Schulz. Dazu gehören etwa Bestellungen und Einkauf, Büfetts, Menüs, Außenevents. Und Robert Jaslau (37) aus Eberswalde, unter anderem Koch im Fünf-Sterne-Hotel „Steigenberger“ in Berlin und Fünf-Sterne-Hotel „Le Meridien London Gatwick“, ist Küchenchef im Seehaus und kümmert sich dort darum, dass Hochzeitgesellschaften und Gäste zum Beispiel der DKB Management School sowie der Helmholtz Gemeinschaft bestens versorgt werden. Im Seehaus bietet das Köche-Duo auch Kochkurse an. Dann können dort zum Beispiel Arbeitskollegen gemeinsam ein Vier-Gänge-Menü zubereiten und dabei nicht nur etwas für die Geschmacksnerven, sondern auch etwas den Teamgeist tun.

Die Liebenberger Köche Guido Schulz (l. ) und Robert Jaslau vor dem Großen Lankesee. Vom Seehaus hat man einen herrlichen Blick über den See. Quelle: Bert Wittke

Guido Schulz ist sehr froh, dass er und Robert Jaslau so hervorragend harmonieren. Und froh ist der Liebenwalder, der jetzt in Grüneberg lebt, auch, dass er für seinen Arbeitsweg nur noch vier Minuten benötigt. Da hat er außerhalb des Dienstes etwas mehr Zeit für die Familie und Hobbys. Seine Lebensgefährtin hat lange in einer Chirurgie in Bayern gearbeitet. Früher ist er deshalb viel zwischen ihrem Wohnsitz und seinen Arbeitsstellen hin und her gependelt. Das hat nun ein Ende, denn inzwischen arbeitet die Frau an seiner Seite auf der Geburtenstation der Oberhavel Kliniken in Oranienburg. Der zehnjährige Sohn besucht die fünfte Klasse der Libertasschule Löwenberg.

Wenn der Küchenchef entspannen möchte, tauscht er Herd, Kochtöpfe und Pfannen gern mal gegen die Angel oder das Motorrad. Und bei der zweiten Mannschaft des FV Liebenwalde jagt er dem runden Leder hinterher.

„Vier Freunde für ein Barbecue“

Und manchmal kämpft Guido Schulz sogar um Meisterehren. Wie etwa im Oktober dieses Jahres bei den brandenburgischen Landesmeisterschaften im Barbecue im „El Dorado“ in Templin. Seine Mannschaft „Vier Freunde für ein Barbecue“ wurde dort immerhin Vize-Meister. Alle Gerichte mussten dabei auf dem Grill zubereitet werden. Die „Vier Freunde für ein Barbecue“ haben dabei unter anderem mit Wildschweinrücken, Tintenfisch, Hähnchenkeule, einem El Dorado-Burger und Striezel vom Grill gepunktet. „Über den Vize-Titel haben wir uns sehr gefreut“, sagt Guido Schulz, zumal der Rückstand zum Sieger gering war. Freuen würden er und seine Kollegen sich auf Schloss & Gut Liebenberg auch immer über Verstärkung. Für die Bereiche Küche und Service würden immer gute Leute gesucht (personal@schloss-liebenberg.de, 033094/700-257). Wer weiß, vielleicht landet ja schon bald jemand an der Seite von Ausbilder Guido Schulz und erlebt ähnliche Abenteuer wie Liebenbergs Küchenchef.

Leibgericht: Schnitzel mit Letscho und Bratkartoffeln

Wenn Guido Schulz übrigens seinen eigenen Magen mal verwöhnen möchte, geht er in die Gaststätte Schröder in Zehdenick. Dort, so sagt er, bestelle er immer dasselbe Gericht, weil es ihm nirgendwo sonst so gut schmecke: Schnitzel mit Letscho, zwei Eiern und Bratkartoffeln.

Von Bert Wittke

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