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Löwenberger Land In der Gemeinde wird’s langsam eng
Lokales Oberhavel Löwenberger Land In der Gemeinde wird’s langsam eng
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01:17 02.12.2018
Im Sommer ist Bürgermeister Bernd-Christian Schneck am liebsten mit dem Fahrrad in der Gemeinde unterwegs. Auch der Verwaltungschef wünscht sich, dass endlich der Radweg zwischen Teschendorf und Nassenheide gebaut wird. Quelle: Bert Wittke
Löwenberg

Bernd-Christian Schneck ist auf dem Posten des Bürgermeisters der Gemeinde Löwenberger Land ein alter Hase. Erstmals gewählt wurde er 1998, wobei die Wahlperiode eines Bürgermeisters acht Jahre dauert. Der 57-Jährige, der in Grünberg wohnt, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder – Nora und Christoph. Im Gespräch mit der MAZ blickt der Verwaltungschef, dessen dritte Amtszeit gerade zur Hälfte um ist, auf ein ereignisreiches Jahr zurück und schaut auch schon mal nach vorn – auf das Wahljahr 2019.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Sind alle Projekte, die sich die Gemeinde für 2018 vorgenommen hatte, in Sack und Tüten?

Bernd-Christian Schneck: Noch nicht. An den zwei größten diesjährigen Investitionsvorhaben in der Gemeinde wird noch gearbeitet, sie stehen aber unmittelbar vor dem Abschluss.

Klingt nach einem spektakulären Jahresabschluss.

Das könnte man so sagen, wobei jetzt zunehmend das Wetter eine entscheidende Rolle spielt. Ziel des Landesbetriebes Straßenwesen ist es, die Ortsdurchfahrt in Grieben nach ihrer Sanierung noch dieses Jahr vollständig für den Verkehr freizugeben. Damit verkürzt sich die Leidenszeit der Anlieger um neun Monate. Als ursprünglicher Fertigstellungstermin war September 2019 geplant. Darüber hinaus soll auch das neue Feuerwehrgerätehaus in Teschendorf, in das rund 1,1 Millionen Euro fließen, noch bis Ende Dezember fertig werden. Die feierliche Übergabe des Gebäudes an die örtliche Löschgruppe ist für den 28. Dezember geplant. Wir hätten uns gewünscht, dass das Haus eher fertig geworden wäre. Aber volle Auftragsbücher der Baufirmen haben dies verhindert.

Damit dürften nunmehr alle Gerätehäuser im Löwenberger Land neu beziehungsweise saniert sein.

Das ist richtig. Dennoch wird die Gemeinde weiter in den Brandschutz investieren. Künftig wird die Technik in den Mittelpunkt rücken. Die ersten Fahrzeuge, die nach der Wende angeschafft wurden, sind in die Jahre gekommen und inzwischen veraltetet. Fest eingeplant ist für dieses Jahr die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 4000. 2019 investieren wir in ein Hilfeleistungsfahrzeug (HLF).

Wie wichtig der Brandschutz ist, wurde der Gemeinde ja dieses Jahr wieder ganz besonders deutlich vor Augen geführt.

Vor allem im ersten Halbjahr hat uns nicht zum ersten Mal ein Feuerteufel in Atem gehalten. Zeitweise waren die Kameradinnen und Kameraden beinahe täglich im Löscheinsatz. Ein Schwerpunkt war die Region um Nassenheide. Was die Feuerwehrleute da geleistet haben, verdient wirklich größten Respekt und Anerkennung. Ihre Arbeit kann man gar nicht hoch genug schätzen.

Die Gemeinde Löwenberger Land legt seit einigen Jahren kontinuierlich an Einwohnern zu. Überrascht Sie das?

Das kann ich nicht sagen. Es freut uns, dass die Zahl der Einwohner wächst. Und Ende dieses Jahres werden wir wieder rund 100 Einwohner mehr haben als zu Jahresbeginn und liegen dann bei etwa 8300. Es sind vor allem die Ortsteile an der Bahn, die am meisten zulegen, also Grüneberg und Nassenheide. Das Wohngebiet in Grüneberg hat sich in den vergangenen Jahren so gut gefüllt, dass es dort quasi so gut wie keine freien Flächen mehr gibt.

Wie zu hören war, ist Bauland in der Gemeinde inzwischen so etwas wie Goldstaub.

Es ist tatsächlich eng geworden. Nachdem der Speckgürtel um Berlin herum gut gefüllt ist und die Kosten für Bauland dort immer weiter steigen, drängt es die Leute nunmehr auch in Regionen wie etwa das Löwenberger Land. Neues Bauland erschließen zu wollen, ist aber leichter gesagt als getan. Grundstückseigentümer sind heutzutage nicht mehr so schnell bereit, Land zu verkaufen. Zudem hat der Bevölkerungszuwachs auch noch eine andere Seite.

Was meinen Sie damit?

Mit der Einwohnerzahl muss zugleich auch die Infrastruktur wachsen. Das bedeutet, dass wir zum Beispiel auch die wachsenden Anforderungen der Kinderbetreuung bedenken müssen. Die Gemeinde trägt dem Rechnung. So werden wir zum Beispiel im kommenden Jahr den Kita- und Schulstandort Grüneberg durch einen Anbau erweitern. Darüber hinaus geht es jetzt in die Planungsphase für einen Kita-Neubau in Teschendorf. Und schließlich hat der Schul- und Sozialausschuss zugestimmt, ab 2019 insgesamt bis zu 60 Betreuungsplätze eines freien Trägers im ehemaligen Kindergästehaus in Nassenheide in den Kitabedarfsplan der Gemeinde mit aufzunehmen.

Auch der Schulbereich zählte in der Vergangenheit stets zu den Investitionsschwerpunkten im Löwenberger Land.

Was dort während der Sommerferien geleistet wurde, war in meinen Augen eine logistische Meisterleistung. Ich meine damit das parallele Herrichten einer Lehrküche, zweier Lehrerzimmer und eines Serverraumes. Nächstes Jahr geht es zudem mit dem Sekretariat und anderen Arbeits- und Klassenräumen weiter. Zudem beginnen wir mit den vorbereitenden Planungen für den Bau einer Zweifelderhalle.

Ein Höhepunkt im kommenden Jahr werden die Kommunalwahlen. Die Vorbereitungen sind bereits im Gange.

Am Montag dieser Woche ist eine Wählergemeinschaft aus der Taufe gehoben worden – Bürger für die Gemeinde Löwenberger Land. Ich freue mich über jeden Kandidaten, der Interesse an der Kommunalpolitik zeigt und hier bei uns ehrlichen Herzens etwas bewegen will. Wie sich die Leute auf diesem Weg organisieren, ist für mich zweitrangig. Davon abgesehen hat Parteipolitik bei uns im Parlament ohnehin nie eine Rolle gespielt. Im Vordergrund standen immer Sachfragen. Wichtig ist, dass jeder Ortsbeirat nach der Wahl arbeitsfähig ist. Gut finde ich auch, dass die Gemeinde laut Beschluss einen Wahlkreis bildet. So ist jeder Kandidat, der zur Wahl antritt, in allen Ortsteilen wählbar.

Das Miteinander der Ortsteile war dem Gemeindeparlament und der Verwaltung ohnehin immer wichtig.

Genau, und ich bin froh, dass sich daran nichts geändert hat, was bei 17 Ortsteilen insgesamt kein leichtes Unterfangen ist. Und ich finde es übrigens auch beachtlich, was viele engagierte Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen leisten und auf die Beine stellen. Wenn ich nur mal an den Pferdemarkt in Gutengermendorf denke, der dieses Jahr so viele Besucher angezogen hat wie noch nie. Zum Treckertreffen in Grüneberg kommen inzwischen Interessenten aus ganz Deutschland. Auch die Erntefeste sind immer wieder Besuchermagnete. Freiwillige Feierwehren, Sport- und Kulturvereine, Chöre, Kirchengemeinde – überall wird hervorragende Arbeit im Interesse der Mitmenschen geleistet.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Gemeinde?

Dass die hier beschriebene Entwicklung der Gemeinde Löwenberger Land auf allen Ebenen anhält. Es gibt sicher immer Sachen, die man besser machen kann und in die investiert werden muss. Es wird Zeit, dass nun endlich ein Radweg zwischen Teschendorf und Nassenheide gebaut wird, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Und ich denke, ich darf den Einwohnern schon mal schöne Weihnachten und ein gesundes neues Jahr wünschen.

Und was wird das nächste Jahr für Sie persönlich parat halten?

Zur Wahl stellen brauche ich mich noch nicht. Am 19. November war gerade die Hälfte meiner Wahlperiode um. Wichtig ist immer, gesund zu bleiben. Vielleicht schaffe ich es ja 2019, regelmäßig einmal pro Woche in die Sauna zu gehen. Und dann erwarten wir nächstes Jahr ein Enkelkind. Darauf freue ich mich natürlich ganz besonders.

Von Bert Wittke

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