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Löwenberger Land Hausbesitzer macht Einbrecher dingfest – Komplize verursacht auf Flucht schweren Unfall
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Hausbesitzer macht Einbrecher dingfest – Komplize verursacht auf Flucht schweren Unfall
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19:21 22.11.2018
Die B96 war während der Unfallaufnahme und Bergung voll gesperrt. Quelle: Julian Stähle
Grieben/Oranienburg

Der Einsatzort auf der B96 neu in Fahrtrichtung Kreuz Oranienburg zwischen den Anschlussstellen Oranienburg Nord und Oranienburg Zentrum sah am Mittwochabend aus wie ein Trümmerfeld. Auf der Flucht vor der Polizei hatte ein 24-Jähriger die Kontrolle über seinen Wagen verloren, sich überschlagen und war mit dem Pkw auf dem Dach liegend zum Stillstand gekommen.

Hausbesitzer stellt Einbrecher und macht ihn dingfest, Komplize flüchtet

Vorausgegangen war der Unfall ein Einbruch in ein Einfamilienhaus in Grieben in der Gemeinde Löwenberger Land im Norden Oberhavels. Dort hatte der 36-jährige Hausbesitzer bei seiner Ankunft zu Hause bereits einen dunklen Pkw Opel mit einem ortsfremden Nummernschild (Wiesbadener Kennzeichen) in seiner Auffahrt bemerkt, den er nicht zuordnen konnte. Als der 36-Jährige dann sein Grundstück betrat, sah er einen Mann aus dem Fenster seines Hauses steigen, den er daraufhin im Zuge des sogenannten „Jedermannsrechtes“ (siehe Infobox) fest hielt und dingfest machte. Zudem alarmierte er umgehend die Polizei.

Ein flüchtiger Einbrecher lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei – die für ihn auf dem Dach auf der B96 endete.

Überholmanöver führt zu Unfall des Flüchtigen

Die Beamten bemerkten auf der Anfahrt in Teschendorf den von dem 36-Jährigen beschriebenen dunklen Pkw Opel im Gegenverkehr. Sie entschlossen sich aufgrund des dringenden Tatverdachts zu einer Kontrolle des Fahrzeugführers. Sie wendeten daher, fuhren dem Wagen hinterher und versuchten ihn anzuhalten. Der Opel-Fahrer fuhr indes mit sehr hoher Geschwindigkeit auf der B96 in Fahrtrichtung Süden und unterbrach seine Fahrt nicht. Als er sich zwischen den Anschlussstellen Oranienburg Nord und Oranienburg Zentrum dann durch zwei Pkws hindurchdrängen wollte, die in dem Moment in einem Überholvorgang waren, kollidierte er dabei mit einem Pkw Volvo auf der rechten Fahrspur. In Folge verlor der flüchtige 24-Jährige die Kontrolle über den Pkw und überschlug sich. Der Mann wurde bei dem Unfall leicht verletzt und kam zunächst in ein Krankenhaus, aus dem er am Donnerstagvormittag bereits schon wieder entlassen wurde. Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr waren vor Ort im Einsatz, ein Abschleppdienst barg den Unfallwagen. Während der Unfallaufnahme und Bergung musste die B96 im betroffenen Unfallbereich zwischenzeitlich vollgesperrt werden.

Kameraden der Feuerwehr räumten die Unfallstelle. Quelle: Julian Stähle

Tatverdächtig: Zwei Chilenen im Alter von 24 und 29 Jahren

Wie die Polizei weiter mitteilte, handelt es sich bei dem in Grieben dingfest gemachten Tatverdächtigen um einen 29-jährigen Chilenen, bei dem geflüchteten Pkw-Fahrer um einen 24-jährigen Chilenen. Beide Männer wurden festgenommen und auf die Polizeiinspektion in Oranienburg gebracht, wo die Kriminalpolizei an dem gesamten Sachverhalt mit Hochdruck arbeitet. Unklar war am Donnerstagvormittag noch, ob und was bei dem Einbruch in das Einfamilienhaus in Grieben entwendet wurde. Auch die Höhe des durch den Unfall entstandenen Sachschadens an dem Pkw Opel war zunächst noch nicht bekannt. Die Vernehmung beider Männer in Anwesenheit eines entsprechenden Dolmetschers ist geplant, die polizeilichen Maßnahmen dauern im Laufe des Donnerstags weiter an.

Was ist das „Jedermannsrecht“?

Das „Jedermannsrecht“ in Deutschland beschreibt gemeinhin eine vorläufige Festnahme durch Jedermann, das auch in der Strafprozessordnung (StPO) festgehalten wird.

So besagt § 127 StPO zu dieser vorläufigen Festnahme: „(1) Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen. Die Feststellung der Identität einer Person durch die Staatsanwaltschaft oder die Beamten des Polizeidienstes bestimmt sich nach § 163b Abs. 1. (Quelle: § 127 StPO).“

Gleichzeit ist diese Art der Festnahme an bestimmte Voraussetzungen und Bestimmungen geknüpft. Dazu gehören unter anderem, den Täter auf frischer Tat zu schnappen, Fluchtgefahr, keine Möglichkeit der Feststellung der Identität der Person oder auch das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.

Weitere Informationen zur Jedermann-Festnahme gibt es unter anderem unter diesem Link bei Wikipedia oder auch hier auf der Website von anwalt.org.

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