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Löwenberger Land Beim Stammtisch dreht sich alles um die B96
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01:16 30.11.2018
Muntere Runde beim MAZ-Stammtisch in Teschendorf. Quelle: Uwe Halling
Teschendorf

Es ist gelebte Tradition, im Rahmen der Serie „MAZ zuhause in ...“ einen Stammtisch anzubieten, an dem Bürger miteinander ins Gespräch kommen können. Und so traf sich am Montag im Teschendorfer Landgasthof eine muntere Runde, zu der auch der Ortsvorsteher Michael Grüber und Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes, gehörten.

Am Montagabend traf sich eine muntere Runde im „Landgasthof Teschendorf“, um über Sorgen und Wünsche der Bürger zu sprechen

Schnell wurde es ernst, als die Teschendorferin Bianca Kober ihre Sorgen den Griebener Weg betreffend vortrug. „Die Straße ist total kaputt“, so die 43-Jährige. Die Erschütterungen durch die Lkw, die über die Straße zur Kiesgrube fahren, seien nicht mehr auszuhalten. In Spitzenzeiten fahren 150 Lastwagen täglich über den derzeit als Anliegerstraße deklarierten Weg. „Die Löcher werden immer größer.“ Besonders schlimm sei das Gepolter der leeren Lkw. „Ich brauche keinen Wecker. Wenn morgens um 5.10 Uhr der erste Lkw vorbeifährt, bin ich wach“, so die Teschendorferin, die mittlerweile die Männer hinterm Lenkrad an ihrem Fahrstil erkennt. Nur am Wochenende sei Ruhe. „Wir sind soweit, wir ziehen weg.“

Griebener Weg in Teschendorf Quelle: privat

„Ich verstehe den Unmut der Bürger“, so Bauamtsleiter Manfred Telm. Der Griebener Weg nehme wegen der Planungen zum Neubau der B 96 einen Sonderstatus ein. Es liege eine Veränderungssperre vor, wodurch der Gemeinde ein grundhafter Ausbau des Weges untersagt sei, ergänzte Bernd-Christian Schneck. Denn der Griebener Weg soll als Anbindung Teschendorfs an die B 96 in Zukunft ausgebaut und dann Kreisstraße werden. „Löcher stopfen hilft da nicht.“ Doch keiner der Anwesenden rechnet mit einem Bau der B 96 in naher Zukunft.

MAZ Stammtisch Löwenberger Land in Teschendorf Quelle: Uwe Halling

Man schätzt, dass noch fünf bis zehn Jahre bis zur Fertigstellung ins Land gehen werden. Schneck: „Der Bau wird noch Jahre dauern.“ Das Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen, kommende Woche sollen bei einem Erörterungstermin Einwände von Bürger erörtert werden. Ein Thema, das viele im Löwenberger Land zermürbt, wird doch seit mehr als 25 Jahren an einem Ausbau der Straße geplant. „Eigentlich sollte die Straße 2006 fertig sein“, warf der Nassenheider Dirk Wruck ein. Die Gemeinde sei bei diesem Projekt, das unter Regie des Bundes verwirklicht wird, aber nur einer von 47 Trägern öffentlicher Belange, die angehört wurden. Er habe manchmal das Gefühl, so Bürgermeister Schneck, dass der Naturschutz mehr Einfluss habe als der Mensch und erinnerte an ein Schreiadlerpärchen, das ausschlaggebend war, dass die Trasse der neuen B 96 nicht entlang der Bahn – die Vorzugsvariante der Gemeinde – geführt werde.

MAZ Stammtisch Löwenberger Land in Teschendorf Quelle: Uwe Halling

Dafür gebe es nun eine Zustimmung zur grundhaften Instandsetzung des Griebener Weges. Derzeit sei ein Finanzierungsmodell in Arbeit, damit die Anwohner nicht an den Kosten beteiligt werden müssen“, so Bauamtsleiter Manfred Telm. Zu Recht, wie Bianca Kober betonte, denn die Schäden seien eindeutig dem Lkw-Verkehr zuzuordnen. Schneck sagte zudem zu, noch mal mit der Polizei sprechen zu wollen, damit die die Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h im Griebener Weg kontrolliert.

MAZ Stammtisch Löwenberger Land in Teschendorf Quelle: Uwe Halling

Auch Volker Mydlaszewski, Vorsitzender des Teschendorfer Männerchores, kann ein Lied vom Lärm der B 96 singen. Schuld sei ein Gullideckel. „Wenn die Lkw darüber fahren, vibriert alles. Pünktlich am Sonntag um 22 Uhr geht es los.“ Die B 96 sei „Hardcore“. Schön sei es nur bei Stau. „Ich würde nie wieder dort bauen.“ Auch wenn schon viel passiert sei, wie ein neuer Straßenbelag, Leitplanken, neue Gehwege.

MAZ Stammtisch Löwenberger Land in Teschendorf Quelle: Uwe Halling

Dafür wünscht sich der Chorchef einen Zugang zum Dreetzsee. Nicht zum Baden, nur zum Gucken – wie etwa der Steg am Mühlensee in Schwante. 175 Hektar ist der See groß, aber nur knapp 1,5 Meter tief. „Der See war Bundesvermögen“, so der Bürgermeister. Seit 1. Januar 2017 sei die Gemeinde Eigentümer und seit wenigen Tagen habe man einen Vertrag mit dem Landesangelverband gemacht, der nun Verträge mit den Angelvereinen Grüneberg und Teschendorf/Neuendorf abschließen wird, die sich dann um die Bewirtschaftung und Erschließung kümmern werden.

MAZ Stammtisch Löwenberger Land in Teschendorf Quelle: Uwe Halling

Erschlossen werden könnten im Löwenberger Land auch noch mehr Baugrundstücke, wenn es nach dem Willen der Käufer ginge, die aus Berlin in den Speckgürtel drängen. „Die Preise steigen“, so Schneck. Mittlerweile habe man sogar die 100- Euro-Marke pro Quadratmeter geknackt. Auch für landwirtschaftliche Betriebe gebe es keinen Boden mehr, gab Denny Baugatz zu bedenken. Dafür müsse dringend die neue Kita in Teschendorf gebaut werden, so Ortschef Michael Grüber. Und der Radweg nach Nassenheide. Nachholbedarf bestehe im Löwenberger Land auch im Bereich der Gastronomie, warf Axel Klicks ein. Dass Teschendorf die Gastrohauptstadt mit der besten Kneipenkultur ist, darüber herrschte Einigkeit.

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