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Löwenberger Land Nach der Attacke auf Stute: Pferdebesitzer in Angst
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Nach der Attacke auf Stute: Pferdebesitzer in Angst
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00:22 02.02.2019
Eine tiefe Wunde klafft an der Seite der Stute Acadia. Das Springpferd war in der Nacht zu Sonntag von einem Pferdehasser verletzt worden. Die Polizei ermittelt. Quelle: Privat
Neuhäsen

Springreiter und Vizelandesmeister Frank Krückel (38) kann aufatmen. Seine Stute Acadia ist über den Berg. Das zehnjährige Springpferd war in der Nacht zu Sonntag von einem Pferdehasser schwer verletzt und in einer Klinik notoperiert worden (MAZ berichtete). „Acadia geht es den Umständen entsprechend gut. Sie braucht jetzt viel Ruhe.“

Es ist Montagmorgen, als Frank Krückel mit seinem Vater Hubert die 25 Pferde füttern will, die in Offenstallhaltung auf der Koppel stehen. „Acadia steht ganz hinten auf einer extra Koppel neben den anderen Pferden. Sie hat erst vor acht Wochen ihr Fohlen verloren und soll so mehr Ruhe zu haben“, sagt Frank Krückel. Doch den zwei Pferdebesitzern fällt sofort auf – mit Acadia stimmt etwas nicht.

Der Stute geht es den Umständen entsprechend gut

Dann der Schock. An der Außenseite des Bauches klafft ein etwa 70 Zentimeter langer Riss. „Er war so tief, dass der Muskel durchtrennt wurde. Nur wenige Zentimeter mehr und die Gedärme wären nicht mehr im Bauch geblieben“, sagt der Springreiter noch immer fassungslos über die brutale Tat. Sofort rufen die Krückels den Tierarzt. Der ist auch kurze Zeit später vor Ort. Doch er kann dem Tier nur Schmerzmittel geben, die Wunde versorgen und abdecken. Dann geht es ab in die Tierklinik. „Problematisch ist nun, dass sich rundherum um die Wunde ein Riesen-Hämatom gebildet hat, das einen enormen Druck auf die Narbe auslöst“, sagt Frank Krückel, der hofft, dass die OP-Naht hält.

Einige Pferdebesitzer haben bereits Überwachungskameras aufgestellt

Bei anderen Pferdebesitzern in der Region geht nun die Angst um, dass wieder ein Pferderipper sein Unwesen treiben könnte. In der Vergangenheit hatte es viele Angriffe auf Pferde gegeben. Die Angst ist so groß, dass Betreiber von Pferdehöfen sich in der Zeitung nicht äußern wollen, aus Sorge, in den Fokus des Pferdehassers zu geraten.

Diesem kleinen Kerl fehlt seit der Attacke vor zwei Jahren ein Auge. Quelle: privat

Aber viele Pferdebesitzer wie Christin Körnicke aus Menz sind nun sensibilisiert und wollen verschärfte Kontrollen durchführen. Die 35-Jährige hat ihre Koppeln sogar mit Bewegungsmeldern und Wildkameras ausgestattet. Denn bei ihr schlug ein Pferdequäler vor zwei Jahren zu. „Er hat meinem Romero mit einem harten Gegenstand so auf den Kopf geschlagen, dass ich ihn einschläfern lassen musste“, erzählt Christin Körnicke.

Auch vor dem Fohlen Golden Diamond Junior machte der Tierquäler nicht halt. Er schlug dem erst wenige Wochen alten Tier vor zwei Jahren ein Auge aus. Laut Aussagen der Polizei könnte damals eine Eisenstange das Tatwerkzeug gewesen sein. Wie Frank Krückel hat auch Christin Körnicke Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. „Leider verliefen die Ermittlungen im Sande, obwohl es sogar eine Fußspur gab. Aber die Beamten haben davon nicht mal einen Abdruck gemacht“, sagt Christin Körnicke enttäuscht.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Fußabdrücke bei Acadia wurden aufgrund des frostharten Bodens nicht gefunden. Die Ermittler schlossen aus, dass sich das Tier selbst verletzt haben könnte. Dafür war die Wunde zu tief. „Wir ermitteln wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“, sagt ein Polizeisprecher der Direktion Nord.

Frank Krückel wird jetzt nachts verschärfte Kontrollen gehen. Auch Wildkameras sollen bei der Überwachung helfen. Die tragende Stute, die sonst neben Acadia steht, holt er nun nachts in den Stall. „Die anderen zwei Jungpferde sind nicht so zutraulich wie Acadia. Ich kann mir denken, dass sie einen Fremden sogar attackieren würden“, sagt Frank Krückel.

Jetzt hofft er, dass er Acadia nach einer Woche nach Hause holen kann. Ob die gequälte Stute dann noch immer so lieb und verschmust Fremden gegenüber sein wird, bleibt abzuwarten. Die große Narbe an ihrem Bauch wird Frank Krückel jedenfalls immer an die Tat des Tierhassers erinnern.

Von Jeannette Hix

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