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Löwenberger Land Skelette bei den Bauarbeiten an der B 167 gefunden
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Skelette bei den Bauarbeiten an der B 167 gefunden
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00:17 07.08.2018
Die Asphalt-Deckschicht wurde am Freitag in Grieben in einem Teilabschnitt aufgetragen. Quelle: Stefan Blumberg
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Grieben

In Grieben läuft es auf der Bundesstraße 167 demnächst durchgängig glatt. Ein paar Monate müssen die Einwohner zwar noch warten, doch die Bauarbeiten an der einst maroden Bundesstraße schreiten voran. Am Freitag wurde einem weiteren Teilstück eine Deckschicht verpasst. Die Bauarbeiter rücken in der nächsten Woche weiter Richtung Ortsausgang nach Linde.

Bauzeit um Monate verkürzt

„Wir sind ziemlich gut in der Zeit“, sagt Bauleiter Rainer Hollin. Als vor fast genau einem Jahr der offizielle Baustart erfolgte, gingen die Planer von einer 27-monatigen Bauzeit aus. Frank Süßer vom Bundesverkehrsministerium hatte das damals verkündet. „Wir haben aber die  Sperrabschnitte  anders  organisiert,  dies alles mit dem Landesbetrieb Straßenwesen abgesprochen“, sagt Rainer Hollin. Die Bürger seien trotzdem an ihre Grundstücke gekommen. Es sei alles ziemlich unkompliziert gelaufen. „Wir können sagen, dass wir zum Ende des Jahres fertig werden“, so der Bauleiter.

Archäologen legen Skelette frei

Und das, obwohl im Bereich der Kirche Skelette gefunden wurden. „Das schränkt uns etwas ein, ist aber nicht so schlimm.“ Archäologen mussten beauftragt werden. Seit knapp zwei Wochen sind sie dabei, die Überreste freizulegen. „Neben der Kirche war ein Friedhof, deshalb ist es kein Wunder, dass dort Knochen liegen“, sagt Andrea Weishaupt vom Archäologiebüro Weishaupt in Neulöwenberg. Sie erhielt den Auftrag. Die Gräber stammen aus der Zeit zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert, die Straße wurde 1778 über den Friedhof gebaut. „Man kann an den Knochen viel erkennen: Krankheiten, Ernährungszustand, Todesursachen der Menschen“, sagt Andrea Weishaupt. Offenbar habe es eine hohe Kindersterblichkeit gegeben. Grieben galt als armes Dorf, die Böden als unfruchtbar. Noch circa vier Wochen werden die Mitarbeiter des Archäologiebüros an dem Abschnitt an der Kirche zu tun haben, um Teile der Skelette zu bergen. „Aber“, so Rainer Hollin, „wir arbeiten parallel weiter.“

Anwohner sind zufrieden

Überhaupt scheint das Mitein­ander zwischen den Baufirmen Eurovia und Strabag sowie den Archäologen und auch den Einwohnern bestens zu funktionieren. Andrea Weishaupt lobt die unkomplizierten Absprachen. Ein Einwohner, der direkt an der Straße wohnt und seinen Namen nicht nennen wollte, sagte: „Ich kann mich nicht beklagen. Selbst als der Notweg gebaut wurde, war der Krach zu ertragen. Um so ärgerlicher ist es, dass es nicht gelang, die Lkws aus dem Ort herauszuhalten.“ Er lässt noch ein Aber folgen: „Wir wollten die Straße haben, dann müssen wir auch mit den Umständen leben.“ Das Urteil von Gerhard Strunk – auch Anwohner der B 167 – zu den Arbeiten fällt so aus: „Gut und schnell!“ Einziges Manko aus seiner Sicht: Die Gullys klappern, wenn ein Fahrzeug drüber rauscht. Rainer Hollin hingegen hat eine gute Nachricht: „Der Hersteller signalisierte bereits, dass er nach Grieben kommt und das Klappern abstellt.“

Von Stefan Blumberg

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