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Oberhavel Lorbeerkranz für "Milchgesicht"
Lokales Oberhavel Lorbeerkranz für "Milchgesicht"
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00:17 01.11.2013
Bajit wird eingerahmt von Michael Bodien (r.) und seinem Großvater Hans Joachim. Quelle: Andreas Röhl
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Bergsdorf

Gleich zwei Höhepunkte gab es am Dienstag auf dem Hof der Bodien GbR zu feiern. Für die Lebensleistung von 100.000 Litern Milche erhielten die Besitzer eine Urkunde. Und auch der neue Melkroboter ist seit Dienstag in Betrieb. Noch haben die Tiere etwas Respekt vor der Maschine, werden sich aber schon bald an sie gewöhnt haben. Dann werden die Kühe gemolken, ohne dass noch jemand Hand anlegen muss. Die Bodien GbR ist das erste Unternehmen im Landkreis Oberhavel, das auf diese Robotertechnik mit zwei Melkständen setzt. Aufgebaut hat sie die KfL GmbH aus Löwenberg mit Unterstützung einheimischer Unternehmen.

100 Milchkühe besitzt das Unternehmen, 80 werden derzeit an die neue Melktechnik gewöhnt. Perspektivisch soll die Anlage einmal 120 Kühe versorgen. Doch so weit ist es noch nicht. Die Abläufe sind jedoch einfach. Die Kühe wollen ans Futter und stellen sich quasi an der Kontrollschranke für die vollautomatische Melkanlage an. Per Chip werden sie registriert. Ist eine Kuh tatsächlich an der Reihe, wird sie zum Melkstand vorgelassen. Hat sie sich aber zu früh angestellt, wird sie durch einen zweiten Gang wieder in den Stall entlassen. Wichtig auch: der Roboter registriert die Menge und die Parameter der abgegeben Milch. Ist etwa die elektrische Leitfähigkeit nicht in Ordnung, kommt die Kuh über einen dritten Gang in einen separaten Teil des Stalls. Der Bauer weiß dann sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Bodiens wollten diese Investition eigentlich noch nicht tätigen. Doch für Hans-Joachim und seine Frau Waltraut wird die Arbeit am Melkstand immer schwerer. Künftig müssen sie auch nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen, um sich um die Kühe zu kümmern. Sollte doch mal etwas nicht funktionieren, sendet der Computer eine Nachricht aufs Handy und die Landwirte können nachsehen.

Perspektivisch werde die Technik in allen Unternehmen nach und nach Einzug halten, sagt Mario Brendicke, Vorsitzender des Rinderzucht- und Besamungsvereins Oberhavel. Es gebe einfach keinen Nachwuchs mehr, der sich als Melker ausbilden lasse. Die Tiere müssen 365 Tage im Jahr versorgt werden, und die Roboter hätten sich so weiterentwickelt, dass sie mittlerweile sehr zuverlässig arbeiten. Im ersten viertel Jahr würden alle Landwirte sagen, dass der Umgang mit der Technik nicht so einfach ist, aber danach würde sie niemand mehr missen wollen, hat Brendicke bei Gesprächen herausgefunden. Perspektivisch muss ein Landwirt nicht mehr morgens um 4 Uhr raus.

Die am Dienstag ausgezeichnete Milchkuh Bajit ist für ihr Alter noch voll im Saft und gibt gut Milch. Sie hat bislang zehn Mal gekalbt und dabei vier weibliche und fünf männliche Tiere auf die Welt gebracht. Nur eine Tochter ist im Bergsdorfer Unternehmen.

Von Andreas Röhl

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