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Lügen-Vorwurf gegen Oberhavel-Klinik

Hennigsdorf Lügen-Vorwurf gegen Oberhavel-Klinik

Weil Herzpatient Herbert Puhle im Hennigsdorfer Krankenhaus nicht behandelt wurde, gibt es nun scharfe Kritik von der Kassenärztlichen Vereinigung, die laut Kliniksprecherin für den Fauxpas verantwortlich gewesen sein soll. Die KVBB schießt zurück und bezichtigt die Sprecherin sogar der Lüge.

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Die Klinik wollte Herbert Puhles Herzschrittmacher nicht kontrollieren. Die Sache hat ein Nachspiel.

Quelle: UG

Hennigsdorf. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Oberhavel-Klinik. Deren Sprecherin Heike Wittstock hatte vergangene Woche gegenüber der MAZ erklärt, man habe einen Herzpatienten abweisen müssen, weil es keine Ermächtigung von der KVBB zur Kontrolle seines Schrittmachers gegeben habe. Dabei ging es um den Veltener Herbert Puhle, der das Gerät regelmäßig im Krankenhaus hatte prüfen lassen, nun aber abgelehnt wurde. Bei Internisten-Praxen in Oberhavel ­bekam der 86-Jährige aber keinen zeitnahen Termin und hatte sich deshalb an die MAZ gewandt.

Hans-Joachim Helming, Vorsitzender des Vorstandes KVBB, reagierte irritiert. „Wenn die Oberhavel-Kliniken Patienten mit der Begründung wegschicken, dass die KV Brandenburg eine entsprechende Anweisung gegeben hätte, dann ist dies nicht nur eine Lüge, sondern auch eine bodenlose Frechheit!“ Anscheinend wollten die Kliniken nur ihr eigenes Organisationsverschulden vertuschen und den schwarzen Peter weitergeben. „Dieses Verhalten zu Lasten der behandlungsbedürftigen Patienten ist nicht zu akzeptieren.“

Helming stellt die Sache wie folgt dar: Seit dem 14. September seien Funktionsanalysen von Herzschrittmachern auf Basis einer entsprechenden Ermächtigung in Hennigsdorf wieder möglich. Der Veltener Herbert Puhle hätte also ohne Probleme einen Termin bekommen können. Lediglich zwischen dem ersten Januar und dem 14. September fehlte der Hennigsdorfer Klinik diese Ermächtigung. Der Zulassungsausschuss für Ärzte, ein paritätisch besetztes Gremium aus Vertretern der Krankenkassen und der Ärzteschaft, habe damals nicht mehr die Voraussetzungen für eine Ermächtigung erkannt, so Hans-Joachim Helming. Kliniksprecherin Wittstock indes will die scharfe Kritik nicht kontern. „Wir werden keinen Kommentar abgeben.“

Es war nicht das erste Mal, dass einem Patienten in der Hennigsdorfer Klinik zuletzt die Herzschrittmacherkontrolle verwehrt wurde. Neben dem Veltener Herbert Puhle erging es im Dezember 2016 auch der Seniorin Eva-Maria Schmidt aus Hennigsdorf so, auch sie hatte sich an die MAZ gewandt. Die Seniorin hatte man ans Ärztezentrum in Hennigsdorf-Nord verwiesen. Doch die Treppen bis zur Praxis dort schafft die alte Dame nicht mehr. Wie bei Herbert Puhle hatte Klinik-Sprecherin Heike Wittstock der Patientin dann aber doch noch einen Kardiologen in der Klinik vermittelt.

Von Marco Paetzel

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