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Oberhavel Lüttmann: Politik muss den Rahmen für Pflege schaffen
Lokales Oberhavel Lüttmann: Politik muss den Rahmen für Pflege schaffen
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17:40 05.11.2018
Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl durch einen Flur im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth in Velten. Quelle: picture alliance/Christophe Gateau
Oberhavel

Die Zahl der ambulanten Pflegedienste stieg in den Jahren 2005 bis 2015 von 509 auf 697, die Zahl der voll- und teilstationären Einrichtungen von 320 auf 488. Zudem stieg die Anzahl an Beschäftigten im Pflegebereich gleichzeitig um rund 71 Prozent. Pflegebedürftige im Land profitieren somit von einer verbesserten Quote von Beschäftigten pro pflegebedürftiger Person. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann und Björn Lüttmann (SPD) hervor. Die Antwort mache aber auch deutlich, wo die Probleme im Pflegebereich liegen. So bewertet die Landesregierung den Anstieg von Leiharbeits- oder Honorarkräften in der Pflege als kritisch.

Seit Jahresbeginn habe er verschiedene Pflegeanbieter in der Region besucht, um sich einen Eindruck zu verschaffen, informierte Lüttmann: „In den Gesprächen mit Fachkräften, Leitungen, Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen standen immer Themen wie Bezahlung und Fachkräftemangel im Vordergrund.“ Die vor Ort aufgeworfenen Fragen habe er zur Landesregierung durchgestellt. Lüttmann: „Für mich ist klar, dass die Politik den Rahmen schaffen muss, damit gute Pflege überall im Land sichergestellt bleibt. Pflegekräfte brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung. Wer Pflege benötigt, muss sie sich zudem leisten können. Nicht der Geldbeutel oder die Wohnregion darf dabei entscheidend sein.“ Die Landesregierung habe in ihrer Antwort deutlich gemacht, dass der Bund am Zug ist und Rahmenbedingungen in der Pflege verbessern muss. Ein bundeseinheitlicher Tarifvertrag wie es die SPD und die Gewerkschaften fordern, wäre der richtige Weg für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung in der Altenpflege. Damit könnten der Fachkräftemangel und Leiharbeitstrend eingedämmt werden. Auch der Wettbewerb um Fachkräfte zwischen den Einrichtungen würde sich reduzieren.

„Als Land müssen wir uns in den nächsten Jahren insbesondere um die baulichen Rahmenbedingungen für stationäre Einrichtungen und die Ausbildung der Pflegekräfte kümmern“, so Lüttmann. Bei letzterem sei er froh, „dass wir im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen noch einmal die Landeszuschüsse an die Altenpflegeschulen erhöhen werden“. Insgesamt werde aus der Antwort deutlich, dass die Bedeutung der Pflege in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Er habe sich deshalb vorgenommen, seine „Tour durch die Pflege“ weiterzuführen.

Von MAZonline

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