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Lumpi vom Musikzug

Hohen Neuendorf Lumpi vom Musikzug

Uwe Schröder steht zu seinem Spitznamen und zu seinen Musikern. Seit 1990 leitet er den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Neuendorf und hält Kinder und Erwachsene im Alter von neun bis 60 Jahren bei der Stange. Er liebt die Gemeinschaft und das Musizieren mit Trommeln und Fanfaren.

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Uwe Lumpi Schröder in seiner Musikzuguniform, es fehlt nur die rote Mütze.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Lumpi ist mehr als ein Spitzname. Eigentlich heißt der Chef des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Neuendorf Uwe Schröder. Doch das sagt niemand. Wenn es offiziell wird, wie jetzt gerade zu seinem 60. Geburtstag, heißt es zumindest Uwe Lumpi Schröder.

Gut 100 Menschen hatten es sich nicht nehmen lassen, zu seinem Ehrentag nach Bergfelde in die Feuerwache zu kommen. Sogar aus Hohen Neuendorfs Partnerstadt Müllheim reisten Gäste an. Denn Lumpi ist eine Institution. Er hält seinen 32 Mitglieder zählenden Musikzug zusammen, kümmert sich rührend um musikbegeisterte Kinder, die mitmachen wollen. Und er hält engen Kontakt zum Partnerorchester in Müllheim. Seine Musiker haben ihm zum Geburtstag einen Bildband geschenkt, eine „limitierte Lumpi-Ausgabe“. Darin heißt es: „Lumpi, du bist der Musikzug!“

Als Elfjähriger bewarb sich Uwe Schröder beim Fanfarenzug der Roten Schule in Hohen Neuendorf. Er wollte ebenso trommeln wie sein Klassenkamerad. Außerdem gefiel es ihm, in der Gemeinschaft Marschmusik zu machen. Diese Gemeinschaft ist sicher auch das Geheimnis, das den Fanfarenzug am Leben hielt. Denn nach dem Fall der Mauer drohte ihm das Aus. Die Schule habe das Ensemble nicht mehr haben wollen, erzählt Schröder. Zum Glück fanden sich Stadt und Feuerwehr als neue Träger. Wehrführer Winfried Weyer und Feuerwehr-Urgestein Helmut Griep redeten mit der Bürgermeisterin. So kam der Fanfarenzug als Musikzug zur freiwilligen Feuerwehr von Hohen Neuendorf. Kinder und Jugendliche für den Musikzug zu gewinnen, gelang wiederum nur durch intensives Sich-Kümmern. Jedes Jahr ein einwöchiges Probenlager zu Ostern, regelmäßige Reisen zu den Musikfesten nach Hamburg und an den Balaton nach Ungarn, Schuljahresabschlussproben, Sommerfest, Weihnachtsfeier, Schulungswochenenden im Winter. All das muss organisiert werden. Lumpi Schröder macht das Spaß, seine Frau unterstützt ihn. Lumpis schönste Momente sind, wenn Kinder auf ihn zustürmen. Er hält es mit Maxim Gorki, der mal sinngemäß gesagt haben soll: „Was du für Kinder tust, mach es so, als würdest du es für Erwachsene tun, nur besser.“ Schröder ist stolz darauf, dass der Musikzug Hohen Neuendorf im nächsten Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. 33 Titel hat er im Repertoire, hauptsächlich Marschmusik, denn meist führt er Umzüge an. Die Musiker spielen kleine und große Trommeln sowie vierstimmige Fanfaren.

Was seinen Spitznamen anbelangt, so musste er die Geschichte, wie er dazu kam, natürlich auch beim Geburtstagsempfang erzählen. Als 16-Jähriger war er mit dem Fanfarenzug in einem „Lager für Arbeit und Erholung“ in Beetz/Sommerfeld. Dort hieß es, den Wald von Windbruch befreien. Weil es kalt war, hatte Uwe Pullover übereinander gezogen und trug einen alten, mit Büroklammern zusammengehaltenen Filzhut. Als er sich am Graben nach einer Zeitschrift bückte, die da lag, hatte er seinen Spitznamen weg. „Lumpen, Flaschen, Altpapier – morgen bist du wieder hier“, hieß es. Von da ab hieß Uwe Lumpi.

Von Marion Bergsdorf

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