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Eine Schutzschicht wie bei Schokolinsen

MAZ-Schulreporter warfen sich bei Takeda in Oranienburg die Laborkittel über Eine Schutzschicht wie bei Schokolinsen

1278 Schüler aus 20 Schulen in Oberhavel haben am diesjährigen MAZ-Schulreporter-Projekt teilgenommen. Die letzte Etappe Projektes führte die Schüler der Oranienburger Comenius-Grundschule jetzt in die heiligen Hallen des Arzneimittelherstellers Takeda.

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Mit Essigsubstrat lässt sich auch eine chemische Reaktion herstellen. Bei Takeda gehört dieses Prozedere zum Alltag im Labor.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Nein. Unter dem Begriff Filmtabletten konnten sich die Schüler der Comenius-Grundschule wahrlich nichts vorstellen, als sie bei ihrem Besuch beim Arzneimittelhersteller Takeda danach gefragt wurden. „Eigentlich ist es ganz einfach. Filmtabletten haben um den Wirkstoff einen Überzug, damit sie sich nicht so schnell im Körper auflösen“, sagt Takeda-Chemielaborantin Mandy Josupeit und schiebt gleich ein Beispiel hinterher. „Das ist wie bei den Smarties. Um die Schokolade ist auch eine Filmschicht, die sich nicht so schnell auflöst.“ Die 20 MAZ-Schulreporter warfen sich dann in Schale. Im Labor gilt oberste Vorsicht, also nichts wie ran an die Kittel, Schutzbrillen und Handschuhe. Denn die eigentliche Aufgabe spielt sich in den heiligen Hallen des Pharmazie-Unternehmens ab. Wie prüfe ich die Ausgangsstoffe im Labor? Was muss ich beachten, welche Reaktionen gibt es? An einzelnen Stationen durften sich die Kinder dann „austoben“ und bekamen einen Exkurs in Sachen Qualitätsprüfung der Ausgangsstoffe zur Herstellung von Vitamin-C-haltigen Brausepulvern. Doch zunächst werden die Kinder vor eine Wissensprobe gestellt. „Was ist Vitamin C und wo ist es drin enthalten?“, wollen die Takeda-Mitarbeiter wissen. „Ein Vitamin, das die Menschen nicht selber herstellen können.“ Obst und Gemüse sind Vitamin-C-Spender. Das meiste Vitamin C gibt es im Sanddorn, sagt Mandy Josupeit.

Ein Faible für Chemie

Sarah Schenk ist Laborantin bei Takeda
Wie man eine Leidenschaft für Chemie entwickeln kann, ist für viele ein Rätsel. Sarah Schenk hingegen schwimmt gegen den Strom und arbeitet als Chemielaborantin bei Takeda in Oranienburg. „Man sollte sich schon für Chemie interessieren, wenn man in diesen Beruf einsteigen will“, erklärt die 25 Jahre alte Schenk.

2008 stieg sie in das weltweit agierende Unternehmen ein und absolvierte nach dem Abitur die Ausbildung zur Laborantin und hat jeden Tag Spaß an der Arbeit. „Es ist nicht so, dass wir im Labor immer das Gleiche machen. Wir untersuchen zahlreiche Stoffe und schauen, welche Auswirkungen die chemischen Reaktionen haben“, so Schenk, die jeden Tag von Berlin aus nach Oranienburg in die Lehnitzstraße pendelt.

Sarah Schenk (l.) in ihrem Element, mit Kittel im Labor.

Quelle: Enrico Kugler

Während viele Azubis in der Branche nach der Lehre nochmal den Gang auf die Schulbank in der Universität wählen, sieht sie ihre Zukunft doch im Labor. Ein Studium der Pharmazie würde sie aber eventuell doch reizen, sagt sie.

Der Beruf der Chemielaborantin sei sehr vielfältig, erzählt die junge Frau. Fixiert auf die Sparte der Medikamentenherstellung sei sie zwangsläufig nicht. „Es gibt ganz viele Sparten, in denen man arbeiten kann.“ Derzeit fühlt sie sich mit ihrem Job in Oranienburg wohl und denkt nicht an einen Wechsel in eine andere Sparte.

Für die Azubis sei Takeda ein idealer Ausbilder, sagt Schenk. Derzeit seien 45 Azubis in allen Sparten beim großen japanischen Tablettenhersteller angestellt. Tendenz? Steigend. „Wir stellen jedes Jahr mehr Azubis ein.“ Denn die Pharmabranche wächst und wächst von Jahr zu Jahr.

Von Marcel Jarjour

Nach der kurzen Exkursion gleich die nächsten Fragen: Wie reagiert eine Feuerflamme, wenn man unterschiedliche Wirkstoffe hineinhält? „Rot heißt, dass wir hier Calcium nachweisen konnten. Grün steht für Kalziumsulfat“, sagt Mandy Josupeit. Natrium, das wissen die Schüler schon, ist orange gefärbt. Begeisterung bei den meisten und auch wieder „ah“ und „oh“ im Akkord. An der anderen Station geht es etwas weniger spektakulärer zu. „Manche Tabletten werden mit einem fruchtigen Geschmacksüberzug hergestellt“, erklärt Sandra Schenk. Dadurch würden die Patienten keinen Ekel vor der Tablette empfinden. Nun liegt es an den Kindern, die einzelnen Wirkstoffe herauszuriechen. Waldmeister, Erdbeer-Konzentrat, Orange oder Himbeere. „Das war ja einfach“, sagt ein Schüler und scheitert gleich bei der nächsten Geruchsprobe.

Wie hat euch der Klassenbesuch bei Takeda gefallen?

„Der Besuch heute hat mir richtig viel Spaß gemacht. Am tollsten fand ich die Untersuchungen mit dem Feuer. Wie sich dort die Flammen verändert haben, war schon faszinierend und schön anzuschauen.“
Simon-Michael Steinert, 11 Jahre, Oranienburg

„Bei dem Besuch habe ich einige Sachen zum ersten Mal gesehen. Ich war noch nie im Labor und hatte einen Kittel an. Es ist schon sehr spannend, wenn man jeden Tag auch mit hochgefährlichen Chemikalien arbeitet.“
Fabian Berditzka, 11 Jahre, Oranienburg

„Das war wirklich toll heute. Es ist alles neu gewesen und ich hatte mich vorher noch nie richitg mit Chemie beschäftigt. Heute habe ich einen ersten Einblick in die Arbeit in einem Chemielabor gewinnen können und bin begeistert.“
Pia Färber, 11 Jahre, Oranienburg

„Mir hat die Einführung in das Unternehmen und seine Arbeitsweise ganz gut gefallen. Ich konnte mir da vorher nichts drunter vorstellen, wie es hier ist. Aber heute haben wir einen guten ersten Einblick gewinnen können. Mir hat es gefallen.“
Anna Grobosch, 11 Jahre, Oranienburg

„Mir haben auch die Flammenspiele am besten gefallen. Ich fand es sehr spannend, wie man das Vitamin C in den verschiedenen Schritten nachweisen kann. Vorher hatte ich mich nicht damit beschäftigt. Jetzt weiß ich schon ein bisschen was.“
Jeremy Sander, 11 Jahre, Oranienburg

„Ich fand den Besuch echt sehr gut. Natürlich hat mir auch die Flammenverfärbung gefallen. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, wie hier ein Arbeitsalltag aussieht. Aber heute haben wir alle hoffentlich etwas dazugelernt.“
Lara Wieczorek, 11 Jahre, Oranienburg

Von Marcel Jarjour

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