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Oberhavel MAZ-Stammtisch in Liebenwalde
Lokales Oberhavel MAZ-Stammtisch in Liebenwalde
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03:01 25.03.2018
19 Gäste besuchten am Montag den MAZ-Stammtisch in der „Mühlenseeschänke“ in Liebenwalde. Quelle: Enrico Kugler
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Liebenwalde

Der Tenor am Montagabend war eindeutig: Wir wollen mehr miteinander reden. Alle, die am MAZ-Stammtisch in der „Mühlenseeschänke“ saßen, waren gekommen, um sich auszutauschen. Darüber, was man noch besser machen kann in Liebenwalde, wo der Schuh drückt, wer helfen kann.

Was die Geschäftsleute in Liebenwalde im Moment am meisten sorgt, ist die Sanierung der B167 im Sommer. Durch lange Sperrungen fürchten sie um ihre Umsätze und um ihre Existenz. So wie Tobias Braatz, der seit 2012 einen Zweiradshop betreibt. Seine Frau hat den An- und Verkauf „Die Flohkiste“ eröffnet und betreibt eine Kreativ-Werkstatt. „Ich habe diesen Ort hier für mich gefunden, will hier leben, arbeiten, meine Familie groß ziehen.“ Er sei der Letzte, der etwas Negatives über diese Stadt sagen könne. „Aber wenn ich zweieinhalb Monate keine Einkünfte habe, dann ist Schluss.“

Doch Bürgermeister Jörn Lehmann konnte ihm seine Sorgen nehmen. Er brachte taufrisch die neuesten Nachrichten aus dem Landesbetrieb für Straßenwesen mit. „Die Vollsperrung des Knotens wird sich auf fünf bis sechs Tage beschränken, in der ersten Ferienwoche.“ Ansonsten sollen die Bauarbeiten hauptsächlich mit einer halbseitigen Ampelregelung erfolgen. Nur für den Deckeneinbau müssen noch mal Abschnitte voll gesperrt werden. Das hörte sich schon ganz anders an, als neun Wochen Vollsperrung, von denen die Geschäftsleute ausgegangen waren. „Mitte April werden alle Gewerbetreibenden zu einer Versammlung eingeladen“, sagte der Bürgermeister. Damit war ein großes Problem gleich für mehrere Stammtischgäste ausgeräumt.

Viel Lob gab es von Pfarrerin Michaela Jecht, die sich sehr darüber freut, dass der erste Bauabschnitt der Kirchensanierung in Gang kommt. Der Bürgermeister hatte sich sehr für Fördermittel eingesetzt, ohne die der Umbau der Winterkirche in den Originalzustand nicht möglich wäre. Das wusste auch Heinz-Jürgen Diebow zu schätzen. „Jörn Lehmann klemmt sich echt dahinter.“ Nur durch den Förderverein der Kirche ist die Finanzierung zustande gekommen.

Zahlreich waren die Liebenwalder am 19. März zum MAZ-Stammtisch in die „Mühlenseeschänke“ geströmt, um dort die Chance zum gemeinsamen Austausch zu nutzen. Was wünschen sich die Bewohner für ihren Ort? Wir haben nachgefragt.

Christel Gottemeier aus Neuholland war gekommen, weil sie sich Luft machen wollte über den schlechten Handyempfang und die schlechten Verkehrsanbindungen in ihrem Ortsteil. „Samstags um 17 Uhr fährt der letzte Bus.“ Sie komme nicht mehr nach Hause, wenn sie mal eine Veranstaltung besuchen wolle. Ein Jahr lang sei auch die Bahn von Nassenheide nicht gefahren. Und nun schon wieder nicht. Die zweite Katastrophe sei der Handyempfang. „Man rennt überall rum und sucht nach Empfang.“ Sie hätte schon ganz bestimmte Stellen, wo sie immer mit ihrem Hund langlaufe, damit sie telefonieren könne, falls sie mal stürze. „Ich würde mir ja auch mal so ein Smartphone kaufen, aber wozu?“, fragt sich Christel Gottemeier.

Zu den Sorgen der Neuholländerin passte gut ein Wunsch, den viele Liebenwalder hegen. Sie wollen ihre Heidekrautbahn wieder haben. Jörn Lehmann sieht langsam Chancen dafür, denn die Landesregierung widme sich nun doch wieder dem ländlichen Raum. Eine Bahnstrecke haben die Liebenwalder ja immer noch. Und sogar schon Parkplätze für die Bahnreisenden.

Angelika Paedelt aus Hammer wollte gerne loswerden, dass sie der Auffassung ist, der Landkreis unterstütze die Kommune nicht genügend. „Es gibt viele gute Ideen, die sind aber nicht zu verwirklichen, weil man in Oranienburg gegen eine Wand läuft.“ Die Stadt Liebenwalde habe mehr Ahnung, die stünden dahinter.

Die Entwicklung des Tourismus sehen viele als wichtiges Standbein. Tobias Braatz hielt ein flammendes Plädoyer: „Wir müssen alle Touristen glücklich machen, damit sie wieder kommen.“ Die Leute müssten nach einem Besuch in Liebenwalde zufrieden wieder nach Hause fahren, sollen Spaß gehabt und was Tolles erlebt haben.

Wolfgang Janisch wollte gerne wissen, was aus der alten Mühle wird. Sie sei schließlich ein Aushängeschild, wie die Liebenwalder mit ihrer Geschichte umgingen. Die Mühle gehört einer Erbengemeinschaft. Die Stadt ist seit Ende letzten Jahres einer der Eigentümer, und bereite jetzt weitere rechtliche Schritte vor, so der Bürgermeister.

Guido Pieterek, Ortsvorsteher aus Hammer, wollte unbedingt loswerden, dass sich auch in den Ortsteilen viel getan habe. „Bei uns wurde genauso investiert, was machbar war.“ Hammer sei dankbar, wie es gelaufen sei. Einigkeit herrschte unter den Stammtischgästen, dass es wichtig sei, neue gemeinsame Ideen zu entwickeln, um Liebenwalde weiterzubringen.

Von Andrea Kathert

Die nächste Baustelle, die vor allem die Geduld von Pendlern auf der A111 am Autobahndreieck Oranienburg auf eine harte Probe stellen wird, tritt bereits ab Freitag (23. März) in Kraft. Darüber informierte der Landesbetrieb Straßenwesen am Donnerstagabend kurzfristig.

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