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MAZ-Talk im „Haus der Möglichkeiten“

Leegebruch MAZ-Talk im „Haus der Möglichkeiten“

Zum Abschluss der MAZ-Serie „Zu Hause in ...“, die sich in den letzten vier Wochen Leegebruch und Velten gewidmet hat, fand am Freitagmorgen ein MAZ-Talk mit Bürgern aus Leegebruch statt. Diese erklärten, dass das Örtchen an der Muhre ein lebenswerter Wohnort sei. Nur die Folgen des sogenannten Jahrhundertregens machen ihnen bis heute zu schaffen.

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Der MAZ-Talk im Leegebrucher „Haus der Möglichkeiten“ rund um Redaktionsleiter Sebastian Morgner (r.) fand Anklang bei den Bürgern.

Quelle: Bert Wittke

Leegebruch. Die MAZ-Serie „Zu Hause in . . .“, die sich in den letzten vier Wochen Leegebruch und Velten gewidmet hat, ging gestern mit dem Stammtisch der MAZ im „Haus der Möglichkeiten“ in Leegebruch zu Ende. Beim Gespräch in lockerer Runde wurde klar: Die Menschen leben gern in ihrem Ort, haben aber auch Ideen, was man noch besser machen könnte. Vor allem aber quälen sie sich mit den Folgen des Starkregens von Ende Juni herum.

Besonders die anhaltende Sperrung der Birkenallee macht den Bürgern zu schaffen. Giso Siebert, der nicht nur Bürger, sondern auch Vorsitzender der Gemeindevertreter ist, erklärte noch einmal, dass die Straße so lange zu bleibe, bis das oberflächennahe Schichtenwasser unter einen Pegel von 60 Zentimetern gesunken sei. „Es wird täglich gemessen. Wann die Straße wieder geöffnet wird, weiß keiner zu prognostizieren.“ Auf den Umstand, dass sich derzeit keine Firma finde, die zügig die nötigen Pflasterarbeiten im Ort abarbeiten würde, wusste auch Siebert nichts zu antworten.

Man könne jedoch, auch nicht als Gemeindeverwaltung, eine Firma dazu „verdonnern“, die Arbeiten auszuführen. „Die Gemeindeverwaltung knüppelt, dass sich die Situation entspannt, aber von dem Starkregen waren auch andere Ort betroffen.“ Beispielsweise Oranienburg, doch dort sei das Wasser im Gegensatz zu Leegebruch aber schneller wieder abgeflossen.

Bettina Janulik, Vorsitzende des Vereins „Haus der Möglichkeiten“ und gelernte Meliorationstechnikerin, regte an, dass eine vernünftige Drainage bei der Entwässerung in Leegebruch Abhilfe schaffen könnte. „Pumpen reichen nicht. Natürlich ist das Arbeit, aber man muss das anfassen, das ist machbar.“ Manfred Kade, der 1950 als Kind nach Leegebruch gekommen war, weil seine Familie in der Messerschmiede Arbeit gefunden hatte, erinnerte daran, woher die Birkenallee einst ihren Namen hatte: „Es standen Birken dort, vermutlich auch, weil sie viel Wasser aufnehmen konnten. Außerdem gab es westlich der Straße einen Graben.“ Heute sei dieser jedoch mit Auffahrten und Garagen überbaut. „Natürlich wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht, aber mit 260 Litern Regen pro Quadratmetern konnte keiner rechnen“, erinnerte Giso Siebert an die Regenmenge beim sogenannten Jahrhundertregen. Die Norm, nach der Durchlässe und Entwässerungsanlagen gebaut werden, liege aber bei 90 Litern. Man müsse sich aber wohl in Zukunft auf anderes Wetter einstellen, sagte Siebert.

Einig war man sich, dass Leegebruch ein lebenswerter Wohnort ist. So lebenswert, dass Wolfgard Siebert, deren Großeltern früher das Volkshaus mit Kino betrieben haben, nie weggezogen ist. „Man hat alles.“ Auch Kinder und Enkel des Ehepaares Kade wurden ebenfalls in Leegebruch heimisch. „Meine Enkel gehen nun auf die selbe Schule, auf die ich schon gegangen bin“, schmunzelte Manfred Kade. Die Infrastruktur sei eben ausgezeichnet, besonders für einen kleinen Ort, lobte Renate Kade, die früher Lehrerin in Hennigsdorf war. Nur für junge Leute fehle es an Angeboten. Aber es gäbe Ärzte, Frisöre, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, vom Fleischer und Bäcker sowie drei Supermärkte. „Eigentlich muss man nicht aus Leegebruch raus“, so Renate Kade. Zusätzlich sei der Ort grün. Und kleinbürgerlich. „Spießig“, lachte Bettina Janulik, die sich vor zehn Jahren eigentlich nicht vorstellen konnte, jemals nach Leegebruch zu ziehen. Doch der Liebe wegen habe sie es dann doch getan.

„Heute fühle ich mich sauwohl. Wir haben eine tolle Nachbarschaft“, so Janulik, die vor allem die vielen Aktivitäten im Ort begeistern. Vom Sport- über den Karnevalsverein bis hin zu Bürgerinitiativen einzelner Straßen. Nur der Zusammenhalt zwischen den Bürgern müsse sich noch mehr verbessern, warf Karl-Heinz Foss ein. Eine gute Idee sei daher das Haus der Möglichkeiten, so Foss, weil sich dort jeder mit Ideen beteiligen könne.

Von Ulrike Gawande

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