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Oberhavel MAZ-Talk in Hohen Neuendorf
Lokales Oberhavel MAZ-Talk in Hohen Neuendorf
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09:01 03.11.2017
Eine Runde von Bürgern aus Birkenwerder und Hohen Neuendorf hatte sich im Sportcasino in der Niederheide zum MAZ-Stammtisch zusammengefunden.
Hohen Neuendorf

Am Sonnabend geht die Serie „Zuhause in“ zu Ende, die sich in den letzten vier Wochen intensiv den Menschen in Hohen Neuendorf und Birkenwerder gewidmet hat. Am Mittwoch fand im Sportcasino vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf in der Niederheide der MAZ-Stammtisch statt. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, um in lockerer Runde ins Gespräch zu kommen.

Zahlreiche Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Sorgen und Wünsche zum Abschluss der Serie „Zuhause in“ beim MAZ-Stammtisch auf den Tisch zu bringen.

Doch gleich das erste Thema sorgte für eine längere Diskussion, als Ingrid Binder und Petra Seeger aus Birkenwerder von ihren Sorgen berichteten. Die beiden Seniorinnen kritisierten, dass nichts in ihrem Wohnort passiere. „Der alte Bürgermeister wurde geschasst, ein neuer gewählt, aber der Stand ist immer noch derselbe: Stillstand“, empörte sich Binder, die auch im Seniorenbeirat aktiv ist. Sie vermisst im Ort vor allem barrierefreie Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten. Zwar habe es eine Seniorenbefragung gegeben, doch die Ergebnisse würden in der Schublade verrotten, kritisierte Petra Seeger. Eigentlich sei die Zufriedenheit groß, aber es müsse etwas passieren, damit auch ältere Menschen ihren Lebensabend in Birkenwerder verbringen könnten. „Wir haben bald einen tollen Jugendclub, aber unser Seniorenverein ist am Limit. Wir können niemanden mehr aufnehmen. Und wir haben zwar einen Garten, aber das Haus ist nicht barrierefrei erreichbar“, so Ingrid Binder, die in ihren Ausführungen von Marion Timme unterstützt wurde.

Keine Einkaufsmöglichkeiten in Birkenwerder

„Fakt ist, es gibt gar nichts mehr in Birkenwerder. Selbst der Zeitungsladen am Bahnhof ist weg“, so die Birkenwerderin empört. Es gäbe Frisöre, Nagel- und Fitnessstudios, aber keinen Laden, wo man Zeitungen oder Strümpfe kaufen könne. Auch eine Drogerie fehle. Die Mieten seien für die Geschäfte zu hoch, vermutete Timme. Man könne im Ort nicht flanieren, bestätigte Matthias Schulz. Der Hohen Neuendorfer ist seit 30 Jahren Imker. „Birkenwerder ist als Einkaufsstätte unattraktiv und hat mit zwei Discountern keine Einkaufskultur.“

Fragen zum Thema Obdachlosigkeit

Aus ganz anderem Anlass waren Anne Bethke und Guido Fahrendholz zum MAZ-Talk gekommen: Wegen des aktuellen Falls des Oranienburger Obdachlosen hatten sie Fragen zum Thema und waren auf der Suche nach Kontakten und Zuständigkeiten, besonders an Feiertagen. Man wünschte sich die Einrichtung eines Nothilfetelefons. Fahrendholz ist überzeugt, dass Obdachlose aufgrund von Verdrängungsprozessen aus der Hauptstadt zunehmend auch im Berliner Speckgürtel eine Rolle spielen werden. Mehr Sozialarbeiter und die Bereitstellung einer Immobilie für Obdachlose wären wünschenswert, sagte der Neu-Borgsdorfer. Inka Gossmann-Reetz, Stadtverordnete der SPD, bestätigte, dass die Stadt Hohen Neuendorf es versäumt habe, eigene Notfallwohnungen zu schaffen. Besonders, da Flüchtlingsunterkünfte wegen anderer rechtlicher Zuständigkeiten nicht genutzt werden können.

Dauerstreitthema: Sportplatz Bergfelde

Ganz andere Sorgen treiben hingegen die Sportler aus Bergfelde um, die seit Jahren auf ihren Kunstrasenplatz warten, der jedoch auf Mühlenbecker Gemarkung errichtet werden soll. „Das Problem gibt es seit 20 bis 25 Jahren“, empörte sich Michael Schulz vom SV Grün-Weiß Bergfelde. Schon im Oktober 2015 sollte der Bauantrag gestellt werden, doch bis heute sei nichts passiert, so der Bergfelder. Man habe als Sportverein auch eine soziale Verantwortung, ergänzte Vereinsmitglied Andreas Knoll. Aber so könne man keinen Verein führen, da derzeit das Training auf sieben Plätzen im gesamten Stadtgebiet stattfinde. „Wir fühlen uns verarscht und haben das Gefühl, da will jemand was nicht. Man lässt uns im Regen stehen.“

Bauanträge wurden abgelehnt

Dem widersprachen die anwesenden Lokalpolitiker unterschiedlichster Parteien sehr deutlich. Reimund Weiland (CDU) erklärte, dass keiner das Projekt verzögern wolle. Hans-Joachim Guretzki (Stadtverein) erinnerte, dass Steffen Apelt ein großer Förderer des Sports gewesen sei: „Wieso sollte er als Bürgermeister anders denken.“ Doch nicht die Politiker würden die Bauanträge stellen, sondern die Verwaltung. „Wir können nicht den Bagger bestellen“, so Weiland trocken. Gossmann-Reetz: „Wir drängeln seit Jahren und haben als ehrenamtlich Tätige alle Entschlüsse sofort gefällt, aber die Bauanträge wurden abgelehnt.“ Alle würden auf eine schnelle Lösung hoffen, daher müsse man im Gespräch bleiben, bat Weiland um Verständnis.

Diskussion um Kitabeiträge

Der Hohen Neuendorfer Toni Freytag war zum MAZ-Talk gekommen, weil er seinen Frust über die Kitabeiträge öffentlich machen wollte. Er fühle sich, was dieses Thema betrifft, von der Verwaltung nicht ernst genommen, berichtete der Vater eines kleinen Sohnes. Die Kalkulation der Beiträge sei falsch und die Stadt handele nicht, so Freytag. „Der Prozess läuft“, erklärte Reimund Weiland. Ein neuer Entwurf der Gebührensatzung werde erwartet, der alte sei fehlerhaft. „Das Problem ist angekommen, aber es betrifft nicht nur Hohen Neuendorf, deshalb müssen es alle gemeinsam mit dem Kreis lösen.“

Von Ulrike Gawande

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