Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
MAZ-Talk mit den acht Kandidaten

Oranienburg MAZ-Talk mit den acht Kandidaten

Die acht Bürgermeisterkandidaten standen am Mittwochabend mehr als 100 Bürgern Rede und Antwort im Oranienwerk. Die MAZ hatte zu dem Forum eingeladen und zwei Probewahlen an dem Abend durchgeführt. Die Oranienburger hatten einige Fragen auf dem Herzen.

Voriger Artikel
Bauarbeiter stürzt aus großer Höhe ab
Nächster Artikel
„Lale“ in Germendorf gesehen

Redaktionsleiter Sebastian Morgner mit einem Schuh von Hans-Joachim Laesicke. Der Sozialdemokrat hinterlässt zweifellos große Fußstapfen. Der Amtsinhaber hat übrigens Größe 46.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Die Talk-Runde der MAZ am Mittwochabend war die letzte Podiumsdiskussion vor der Wahl am 24. September, in der sich die acht Bürgermeisterkandidaten von Oranienburg den Fragen der MAZ-Leser und des Publikums stellten. Wie gut diese überzeugen und sich ins rechte Licht rücken konnten, lässt sich unter anderem an zwei Probewahlen ablesen.

Welche Vorsorgemaßnahmen müssten nach dem Starkregen am 29. Juni in Oranienburg getroffen werden?

Einig waren sich alle, dass die Feuerwehr schlagkräftig bleiben muss und Unterstützung braucht. „Aber das Wasser macht nicht an der Stadtgrenze halt“, sagte Kerstin Kausche (CDU). Die Wasser- und Bodenverbände seien gefragt. „Angesichts des Klimawandels müssen wir darauf achten, dass nicht noch mehr Flächen versiegelt werden“, fand Heiner Klemp (Grüne). Friedemann Humburg (parteilos) regte einen Nothilfefonds für Betroffene an. Jan Radke (AfD) sagte, man könne sich nur gegenseitig helfen. „Wir haben viele alte Rohrleitungen, da müssen wir ran“, meinte Kevin Blüthgen (parteilos). Bei den Abwasseranlagen sei Oranienburg schon gut aufgestellt. „Man kann nicht alles auf Katastrophenfälle anpassen“, sagte Enrico Rossius (Die Linke). „Regen, Trockenperioden, Stürme – daraus müssen wir lernen. Und uns fragen, wie viel wir noch versiegeln wollen“, meinte Alexander Laesicke (parteilos). Jennifer Collin (SPD) fand: „Wir müssen vorausschauend bauen, brauchen ein besseres Management und ein Wasserkonzept.“

98814be0-994b-11e7-8dc4-ecc94511d67c

Die MAZ lud zum Talk mit den Bürgermeisterkandidaten von Oranienburg. Gemeinsam den Oranienburger Bürgern wurden die acht Bewerber in die Zange genommen.

Zur Bildergalerie

Junge Leute finden keinen Wohnraum, ältere können ihn nicht mehr bezahlen. Was kann man zeitnah dagegen tun?

„Die Woba muss kleine Wohneinheiten auch in den Ortsteilen bauen und ungewöhnliche Wege gehen: Die alte Friedrichsthaler Schule kann man nach dem Neubau zu Wohnungen machen“, findet Kausche. Das Land sei mit besserer Förderung des sozialen Wohnungsbaus gefragt“, fordert Klemp. „Und es führt kein Weg an der personellen Aufstockung der Woba vorbei“, sagte Rossius, „Was die alles jetzt schon mit 30 Leuten wuppen“, fand Jennifer Collin beachtlich und fordert zudem „eine zentrale Wohnungsstelle in der Stadt“. Wachstum zu bremsen, hält sie für falsch. Laesicke hingegen findet, „endlos alles zu bebauen, ist nicht richtig“. Nicht die Stadt „zu verbauen und alle Grünflächen“, mahnte auch Friedemann Humburg.

 

Braucht Oranienburg Tempo 30 in der Innenstadt?

„Das ist realitätsfern. Der Verkehr lässt das Tempo meistens gar nicht zu“, war Laesickes Meinung. Für Collin ist Tempo 30 erst mal der richtige Weg. Deshalb ist unser Vorschlag, 30 in der Nacht“, so Collin. „Wenn es sowieso nicht durchzusetzen ist, warum wurde Tempo 30 dann beschlossen?“, fragte Kausche. Der Landkreis hätte noch nichts davon genehmigt. „Ich bin dafür, es ein Jahr lang auszuprobieren“, schlug Klemp vor. Dem stimmte Humburg zu. Radke ist dafür, die Ampelschaltungen zu kontrollieren und plädierte für eine Brücke an der Bothestraße. „Tempo 30 allein bringt nicht den Effekt.“ Man müsse auch an Firmen denken, die zu Kunden müssen oder Eltern zur Kita, fand Blüthgen. Tempo 30 nur nachts hält Rossius für eine Lachnummer.

Wie ist für die Familien auch in Zukunft ein Kitaplatz sicher und was kann man gegen die schlechte Facharztversorgung in der Stadt tun?

„In Sachen Kitaanbau und Neubau sind wir auf gutem Weg, haben viele Beschlüsse als Stadtverordnete gefasst, bauen sogar die alte Schule im Schlosspark zur Kita um. Für viel Geld “, so Rossius. „In den Prognosen der Kinderzahlen hat man sich schlicht geirrt. Den Rechtsanspruch müssen wir aber erfüllen, die Weichen sind gestellt“, so Laesicke. „Es wurde nicht vorausschauend genug gedacht“, kritisierte Collin, „gut, dass wir jetzt die Schlossparkkita als Zwischenquartier ausbauen“. Eltern müssten aber eher, nicht erst vier Monate vorm ersten Kitatag Bescheid bekommen, welchen Platz sie haben und wo. „Die Last auf mehr Schultern zu verteilen und freie Träger ins Boot zu holen für den Kita und Schulbau, begrüßt Kausche, „das sind verlässliche Partner“, unterstützte Humburg. Rossius lehnt das kategorisch ab: „Kitas sollten kommunal bleiben“. In Sachen Kinder- und Fachärztemangel waren sich alle einig, dass darauf die Kommune sehr begrenzt Einfluss hat. Aber auch, dass man bei der kassenärztlichen Vereinig Druck machen müsse, damit sich mehr Ärzte niederlassen dürfen.

Zum Abschluss gab es zehn Fragen, auf die jeder nur mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ antworten durfte. Geteilt waren die Meinungen der acht Bürgermeister in spe unter anderem zu Tempo 30, Verlegung des Eingangs zur Gedenkstätte, zu einer autofreien Zone auf der Bernauer Straße oder zu einem Einkaufszentrum für die Stadt. Einig waren sie sich zu einer Stadtbuslinie, die alle befürworten. „Daumen runter“ hieß es bei allen zur geplanten Legehennenanlage.

Auf die abschließende Frage: Werden Sie die Wahl gewinnen? gingen erwartungsgemäß alle acht Daumen nach oben.

Von Andrea Kathert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg