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Macbeth im Schloss

Schwante Macbeth im Schloss

Das Shakespeare-Drama „Macbeth“, 1606 geschrieben, am Sonnabend war das letzte Stück des Berliner Monbijoutheaters im Schloss Schwante in dieser Saison. Mehr als 120 Besucher waren gekommen. Und sie sollten nicht enttäuscht werden, die Schauspieler lieferten eine intensive Leistung ab.

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Alt-König Duncan (André Kudelka, l.) und Botin Carolin Ott in „Macbeth“ am Schloss Schwante.

Quelle: Ulrike Gawande

Schwante. Mit dem Shakespearedrama „Macbeth“, 1606 geschrieben, beendete das Berliner Monbijoutheater am Wochenende seine diesjährige Open-Air-Saison am Schloss Schwante. Mehr als 120 Besucher hatten am Freitag den Weg zur Seebühne gefunden. Mit im Gepäck: Mückenspray und Regenkleidung. Von beidem mussten die Besucher reichlich Gebrauch machen.

Und so legte sich nicht nur der Hauch des Todes von Shakespeares Tragödie, sondern auch der Geruch nach Antibrumm über den See, bevor in der Mitte des Stückes ein Dauerregen für Abkühlung sorgte. Einstimmig votierten die Zuschauer für eine Fortsetzung des Stückes, und glücklich durfte sich der schätzen, der bis zum Ende durchhielt: Denn selten hat man so nah, so ungeschönt und so intensiv dieses Drama über den Kampf um Schottlands Thron erleben dürfen. Den Aufstieg Macbeths vom Heerführer zum König, seinem Wandel zum jähzornigen, verbitterten Tyrannen und seinem tiefen Fall, seinem Wahnsinn, aber auch seinen Ängsten, bis hin zu seiner Ermordung. Gerade einmal sieben Darsteller fesseln die Zuschauer mit ihrem Spiel. Kein Bühnenbild und keine Waffen lenken vom unmittelbaren Geschehen ab, das nicht auf weit entfernter Bühne, sondern im Sand direkt vor den Füßen der Zuschauer stattfindet.

„Wie Zirkusnummern reihen sich Kampfszenen, Hexenerscheinungen, Morde und Prophezeiungen, aber auch intime Worte des Paares Macbeth und die Klagen der Thans aneinander“, heißt es im Programm. Besser kann man die Inszenierung dieser Tragödie, in der Übersetzung von Friedrich Schiller, die von Machtgier, über Vorbestimmung des Schicksals bis hin zu Sünde und Schuld reicht, nicht beschreiben.

Markus Braun glänzt dabei als Macbeth. Trotzdem man ihn verachten will, leidet man in manchem Moment mit ihm. Sieht wie er an seiner Schuld zerbricht. Doch nicht das Schicksal in Form der Hexen (Tobias Schulz, Carolin Ott und Carmen Betker) trägt die Verantwortung, sondern allein Macbeth, mit seiner Entscheidung, zu töten. Doch wirft ihm Anja Pahl als Lady Macbeth Unmännlichkeit vor, versucht seinen Wahn zu überspielen, bevor sie selbst schuldgeplagt den Verstand verliert. André Kudelka mimt leidend den von Macbeth ermordeten König Duncan, und später seinen Widersacher Macduff. Und Uwe Neumann überzeugt als Banquo, den Macbeth ebenfalls töten ließ. Ein Abend voller Doppelrollen und abschließend großem Applaus.

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Zum Saisonabschluss präsentierte das Berliner Monbijou-Theater Shakespeares Tragödie „Macbeth“ auf der Schlossbühne in Schwante. Trotz Dauerregens belohnten die Zuschauer die Darsteller mit anhaltendem Applaus.

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Von Ulrike Gawande

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