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Märchenstunde auf arabisch

Lehnitz Märchenstunde auf arabisch

Najla Khoury, Märchenforscherin und Märchenerzählerin aus dem Libanon, erzählte eine uralte Tiergeschichte aus der Zeit, als Palästina, Syrien und Libanon noch ein land gewesen waren. Die Kinder, glücklich etwas in ihrer Muttersprache zu hören, machten begeistert mit. Die Märchenstunde ist Teil der Integrationswoche in Oberhavel.

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Gebannt folgen die Kinder den Worten der Märchenerzählerin Najla Khoury.

Quelle: Enrico Kugler

Lehnitz. Zaghaft betraten die ersten Kinder den Raum in der Turnhalle der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Lehnitz. Auf deutsch angesprochen, antwortete der siebenjährige Imad auf deutsch. Er nannte seinen Namen und sagte, er lerne in der 1b der Schule Schmachtenhagen. Die elfjährige Darin, sie stammt ebenso wie Imad aus Syrien, sagte: „Ich bin schon ein Jahr in Deutschland, lerne in Schmachtenhagen. Ich höre gerne Geschichten.“

Immer mehr Kinder, etliche in Begleitung ihrer Mütter und Väter, alle aus Asylbewerberfamilien, nahmen im Raum Platz. Dann kam die Hauptperson, die Märchenforscherin und Märchenerzählerin Najla Khoury aus dem Libanon. Sie begrüßte jedes Kind und jeden Erwachsenen auf arabisch und fragte die Angesprochenen nach ihren Namen. Den so hergestellten Kontakt nutzte sie für den Übergang in eine Geschichte. Bald klappte sie ihr Märchenbuch zu und erzählte frei, immer im Austausch mit den Kindern. Sie sprach auf arabisch, die Kinder antworteten auf arabisch, der Landessprache Syriens. In der Geschichte spielten Tiere eine Rolle, denn die Kinder ahmten Tiere nach. Sie hoben die Hände, machten Flatterbewegungen, riefen „Kikeriki“ und „Ia“. Es ging um einen Esel, der sich dumm verhalten hatte und nun von den anderen Tieren bestraft werden sollte. Die Kinder durften mitentscheiden, ob der Esel eine zweite Chance erhalten soll. Fast alle riefen auf Arabisch: „Ja, er soll eine zweite Chance erhalten.“ Gebannt folgten die Kinder den Worten von Najla Khoury. Diese hatte eine Geschichte ausgesucht, die ihr alte Leute aus dem Libanon erzählt hatten. Die Geschichte stamme aus der Zeit, als Palästina, Syrien und Libanon noch ein Land gewesen seien, erzählte sie.

„Die Kinder sind so glücklich, im fremden Land ihre Muttersprache zu hören“, interpretierte Petra Lölsberg die strahlenden Kindergesichter. Die Projektleiterin der ersten Oberhaveler Integrationswoche freute sich, dass so viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien gekommen waren. Damit sei schon ein Stück Integration geschafft, die Kinder hätten ein positives Erlebnis im neuen Land.

Darum und um das spielerische Lernen der deutschen Sprache geht es in der ersten Integrationswoche des Landkreises Oberhavel, die noch bis Freitag andauert. Elf Veranstaltungen gibt es in dieser Woche, noch zwei öffentliche (siehe Infokasten) und sieben in den Kitas und Schulen, in denen besonders viele ausländische Kinder lernen und betreut werden. Beeindruckt war Lölsberg zum Beispiel von der Märchenstunde, die der Dreh- und Kinderbuchautor Michael Petrowicz am gestrigen Dienstag in der Waldschule Oranienburg gestaltet hatte. Das Thema lautete „Besuch aus dem Weltall“. 50 Kinder sollten sich an den Händen halten und dadurch so viel Energie aufbauen, um einen Funkkontakt ins All herzustellen. Lölsberg: „Die Kinder waren total begeistert.“

Von Marion Bergsdorf

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