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Maerker-Portal: Warten auf Grün

Oranienburg Maerker-Portal: Warten auf Grün

Seit drei Jahren gibt es das Maerker-Portal der Stadt Oranienburg für Infrastrukturprobleme: 463 Hinweise und Anfragen sind inzwischen eingegangen – anonyme Meckereien werden aber nicht veröffentlicht.

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Susanne Zamecki, Referentin des Bürgermeisters und Stadtsprecherin, betreut das Portal zusammen mit einem Kollegen in der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Seit 9. Mai 2014 ist es online, das Maerker-Portal der Oranienburger Stadtverwaltung. In den knapp drei Jahren hat es sich etabliert, „ist eine deutliche Steigerung von Anfragen zu verzeichnen. So gibt es ein Plus von 25 Prozent an Anfragen im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres“, so Susanne Zamecki. Bei der Referentin des Bürgermeisters laufen die Anfragen ein. „Das hat sich inzwischen rumgesprochen und wir haben auch absolute Stammkunden.“ Zusammen mit Kollegen der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung betreut sie das Portal täglich.

Das Maerker-Portal ist vor allem für Hinweise da, die die Infrastruktur der Stadt betreffen. Probleme, die Tiefbauamt oder Ordnungsamt lösen können. Es geht um kaputte Laternen und Löcher in den Straßen ebenso wie um Hinweise, wo jemand wild Müll abgekippt hat oder eine Grünanlage zerfahren wird. Gezählt werden die Anfragen seit 1. Januar 2015, weil zu diesem Zeitpunkt auf das Landesverwaltungsnetz und eine neue Datenbank umgestellt worden war. „Seitdem gab es 463 Anfragen, davon wurden 30 nicht veröffentlicht.“ Sind sie im Bürgermeisterbüro eingegangen, „prüfen wir, ob wir zuständig sind. Wenn nicht, geben wir sie an andere weiter, wie das Landesbetrieb für Straßenwesen, den Kreis oder die Polizei“. Alle Hinweise, die die Stadt betreffen, bekommen unverzüglich das rote Licht der Ampel. Dann sind sie freigeschaltet und der Bürger bekommt einen Hinweis dazu. Gelb heißt, die Sache ist in Arbeit, Grün – erledigt. „Anonyme Hinweise machen wir nicht öffentlich, da keine Rückfragemöglichkeit besteht, aber wir leiten sie trotzdem weiter. Nur rund 3,5 Prozent aller Anfragen bisher waren ohne Name und Adresse. Es ist uns ein respektvoller Umgang sehr wichtig.“ Es habe durchaus Infos mit persönlichen Angriffen und Beschimpfungen gegeben. „Als Mecker-Kasten lassen wir das Portal aber nicht zu.“

Das Maerker-Portal sei für die Stadt auch ein wichtiges Instrument der Aufklärung, „dass wir zum Beispiel nicht für eine Landesstraße zuständig sind oder der Stadthof Wildwuchs auf einem privaten Grundstück nicht beseitigen kann.“ Ein Loch an gefährlicher Stelle sei schnell behoben, eine Lampe ausgetauscht oder ein überquellender Mülleimer geleert, doch es ginge nicht immer alles schnell. Beim „Fall“ einer Bürgerin, die statt des Zebrastreifens an der Lehnitzer Kita eine Ampel fordert, schaltete erst dieser Tage die Ampel auf Grün. Nach einigen Wochen. Die Polizei hatte sich des Vorschlags angenommen und an einem Tag in der Rush Hour in zwei Stunden bei 189 Autos lediglich acht Geschwindigkeitsüberschreitungen gezählt. Am zweiten Messtag fiel das Ergebnis ähnlich aus. Letztlich habe die Polizei keinen Ampelbau empfohlen. „Die Schreiberin bekam von uns einen Zwischenstand und jetzt eine fundierte Antwort“, so Zamecki.

Auch bei Hinweisen auf schlechte Straßen sei eine Antwort schwierig, hängt sie doch von im Etat eingeplanten Geldern und der Prioritätenliste für den Ausbau ab. Eine Antwort gibt es immer. Sicher ist sie nicht immer für jeden zufriedenstellend. Generell rät Susanne Zamecki zum kurzen Weg: dem Anruf im Tiefbau- oder im Ordnungsamt. „Das geht sicher oft schneller und ist effektiver.“ Das Portal sei ein zusätzlicher digitaler Kanal. „Wir bemühen uns um die grüne Welle.“

Durchschnittlich 16,5 Meldungen erreichen das Portal pro Monat oder 3,8 jede Woche.


Von den veröffentlichten Anfragen betrafen 67 Prozent das Thema Straßen und Wege, zwölf Abfall- und Müllablagerungen, zehn Prozent Probleme mit Straßenlaternen. Es gab Hinweise auf Vandalismus, auf Geruchs- oder Lärmbelästigung, Tiere und Ungeziefer.

86 Prozent aller Meldungen wurden bei der Stadt bearbeitet, davon 65 Prozent beim Tiefbauamt und 21 Prozent durch das Ordnungsamt, 14 Prozent an zuständige Bereiche wie Polizei, Wohnungsgesellschaften, Landkreis oder Landesbehörden weitergereicht.

Von Heike Bergt

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