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Maike-Thiel-Mörder müssen hinter Gitter

Urteil im "Mord-ohne-Leiche-Prozess" rechtskräftig Maike-Thiel-Mörder müssen hinter Gitter

Ein junger Mann lockt die schwangere Maike Thiel in ein Auto und fährt mit ihr in ein Waldstück. Dort erdrosselte sie ein Bekannter der Familie. Die Leiche wird beiseite geschafft. Die Drahtzieherin soll die Mutter des jungen Mannes sein. So sieht es jedenfalls das Gericht und schickt die mutmaßlichen Täter nun für lange Zeit hinter Gittern

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Auch bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" wurde der Fall behandelt.

Quelle: dpa

Neuruppin. Ihre Zukunft war lange ungewiss: Bis Michael und Christine Sch. erfuhren, ob sie ins Gefängnis müssen, verging viel Zeit. Am 9. Juli vergangenen Jahres waren Michael Sch. und seine Mutter Christine von der ersten großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin wegen Mordes aus Heimtücke und Habgier an der 17-jährigen Maike Thiel und Anstiftung dazu jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damit war das Gericht noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft gegangen. Diese hatte für Michael Sch. eine Jugendstrafe von achteinhalb Jahren, für Christine Sch. wegen Anstiftung zum Mord lebenslang gefordert.

Die Angeklagten hatten gegen das Urteil des Landgerichts Neuruppin Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Da das Urteil bislang nicht rechtskräftig war, befanden sich Mutter und Sohn zunächst auf freiem Fuß. Haftgründe wie Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr wurden offenbar ausgeschlossen. Doch jetzt ist die Freiheit beendet.

Urteil rechtskräftig
Das Urteil gegen Christine Sch. und ihren Sohn wegen Mordes beziehungsweise Anstiftung ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof verwarf jetzt die Revision der Angeklagten. Das heißt, beide müssen eine lebenslange Freiheitsstrafe antreten. Dazu hatte sie die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin am 9. Juli vergangenen Jahres nach einem über 14 Monate währenden Prozess verurteilt. Für die Richter stand fest, dass Christine Sch. im Jahr 1997 ihren Sohn Michael und einen Bekannten angestiftet hatte, die damals 17-jährige, mutmaßlich von Michael Sch. schwangere, Maike Thiel umzubringen. Ihre Leiche ist bis heute spurlos verschwunden.

Das soll sich abgespielt haben
Nach einem 14 Monate dauernden Indizienprozess hatte sich nach Überzeugung der Neuruppiner Richter am 3. Juli 1997 Folgendes abgespielt: Der damals 18-jährige Michael Sch. hatte seine mutmaßlich von ihm hoch schwangere Ex-Freundin Maike Thiel aus Leegebruch am 3. Juli 1997 vor dem Krankenhaus Hennigsdorf in ein Auto gelockt und war mit ihr in ein Waldstück gefahren. Dort erdrosselte sie ein heute 80-jähriger Bekannter der Familie von hinten, während ihr Michael Sch. den Mund zuhielt. Gegen den mutmaßlichen Auftragsmörder wurde nicht mehr verhandelt, weil er zu krank ist.

Laut Gericht war Christine Sch. die Drahtzieherin: Sie habe die damals 17-jährige Maike Thiel aus dem Wege schaffen wollen, weil sie ihren Sohn vor Unterhaltszahlungen bewahren wollte.

Die Angeklagten schwiegen vor Gericht. Michael Sch. ließ seinen Verteidiger lediglich einen kurzen Lebenslauf vortragen, seine Mutter erlaubte nicht einmal das. Sie folgte jedoch eifrig den Zeugenbefragungen und machte sich Notizen. Der Sohn dagegen saß meist regungslos auf der Anklagebank – und das stets in einem blütenweißen Hemd.

MAZ

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"Wie vom Donner gerührt", sei sie gewesen, als ihr Freund Michael Sch. am 25.November 2012 festgenommen wurde. Das sagte Andrea B. am Donnerstag vor dem Landgericht Neuruppin. Dort wurde am Donnerstag das Verfahren wegen Mordes an Maike Thiel fortgesetzt.

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