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Oberhavel Mal reingeschnuppert an der Polizeischule
Lokales Oberhavel Mal reingeschnuppert an der Polizeischule
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14:45 27.10.2016
Tom Sommerfeld (l.) und Lucas Heiden wollten am Donnerstag mal schauen, was sie bei einem Studium zum Polizeibeamten erwarten würde. Quelle: Andrea Kathert
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Oranienburg

Es war noch gar nicht richtig hell am Donnerstagmorgen, da warteten schon 30 junge Frauen und Männer vor der Polizeifachhochschule. Sie hatten es geschafft, sich für einen Schnupperstudientag einzutragen. Mehr als 30 Interessierte können nicht in den täglichen Studienbetrieb der Schule eingebunden werden, dazu reicht der Platz nicht aus. Denn 2016 ist mit 350 Polizei-Anwärtern die bisher stärkste Belegung erreicht.

„Vielleicht gehe ich zum Studium hierher“, sagt der 18-jährige Tom Sommerfeld, der gerade am OSZ Havelland in Nauen sein Abi macht. „Heute erfahren wir ja, wie so ein Studium aussieht“, sagt der Pewernitzer.„Und ich will einfach mal gucken“, meint Lucas Heiden. Für ihn ist der kurze Weg ganz reizvoll. Der 18-Jährige wohnt in Sachsenhausen, macht sein Abi am OSZ Georg-Mendheim. Er war schon zum „Tag der offenen Tür“ da. Nun möchte er mehr wissen. „Der Beruf ist im Moment sehr gefragt, und ist ja nicht uninteressant.“

Clara Paulick (l.) kommt aus Lübben, Jennifer Kempf aus Zehdenick. Quelle: Kathert

Einen längeren Anfahrtsweg hatte Clara Paulick, sie kommt aus Lübben und will schon rechtzeitig schauen, wo sie studieren möchte. Gerade macht sie die zwölfte Klasse. „Ich finde diesen Beruf total interessant.“ Mit Menschen und einem Team zu tun zu haben, viele Herausforderungen bewältigen – das ist es, was die 17-Jährige so reizt. Neben ihr steht Jennifer Kempf. Sie ist 18 Jahre, macht ihr Abi am OSZ in Zehdenick und hat schon genaue Vorstellungen. „Kriminalistik und Strafrecht, das ist sehr spannend.“ Und die 18-Jährige hat noch andere Verbindungen. „Durch die freiwillige Feuerwehr habe ich schon öfter mit der Polizei zusammengearbeitet.“

Polizeikommissar Tom Franke (l.) hat schnell abgehakt, ob alle gekommen sind. Quelle: Kathert

Einen Vorgeschmack wie es an der Hochschule zugeht, bekommen die jungen Leute, als Polizeikommissar Tom Franke in einer schnittigen Uniform vor sie tritt und sie in einem freundlichen, aber sehr zackigem Ton in Empfang nimmt. Er führt die Gruppe über den Campus zum Hörsaal, nicht ohne das eine oder andere Gebäude zu erklären.

Beim kurzen Rundgang über den Campus bekommen die jungen Leute einen ersten Eindruck. Quelle: Kathert

Zum Beispiel das Haus , wo das Auswahlprüfungsamt sitzt und auch die gesundheitliche Tauglichkeit der Bewerber auf Herz und Nieren geprüft wird. Wer Kommissar werden will, muss fit sein. Drei Klimmzüge, 6,30 Meter im Dreierhopp, ein Pendellauf (vier mal 18 Meter) in 16,5 Sekunden, die 2000 Meter unter 9:20 Minuten und das Schwimmabzeichen in Silber. Die Frauen werden nicht viel weniger gefordert. Wer ein Kriterium nicht erfüllt, ist raus.

Doch das steht am Donnerstag alles noch nicht an. Zunächst begrüßt Vizepräsident Jochen Christe-Zeyse die jungen Leute. In einer flammenden Rede macht er seinen Zuhörern klar, was es bedeutet, gleich am ersten Tag eine Uniform anzuziehen mit dem Landeswappen der Polizei auf dem linken Ärmel. Dass ein schlechter Tatortbericht dazu führen kann, dass ein Verfahre eingestellt wird. „Stellen Sie sich das aus der Sicht der Opfer vor“, sagt Christe-Zeyse.

Vize-Präsident Jochen Christe-Zeyse. Quelle: Kathert

Anwärter müssen sich mit rechtlichen Dingen auskennen, Funkgeräte, Computer und Schusswaffen bedienen können. Und einen Streifenwagen so beherrschen, wie man es nicht in einer normalen Fahrschule lernt. Sie müssen lernen, viel zu kommunizieren und notfalls Todesnachrichten zu überbringen. Wichtig ist der Respekt vor jedem Menschen. Polizeikommissare sind das Aushängeschild des Staates. „Wir haben richtig hohe Ansprüche an Sie.“ Nach der Rede des Vizepräsidenten sind sich Tom und Lucas einig: „Das war schon mal sehr spannend.“ Und der Tag fängt erst an.

Zukünftig wird es an der Polizeifachhoch schule vielleicht sogar Jahrgänge geben, die noch stärker als 350 Polizeianwärter sind. Darauf muss sich die Schule einstellen und langsam nach Ausweichmöglichkeiten suchen, denn auf dem Campus wird es eng.

30 Interessierten informierten sich am Donnerstag über den Studiengang und saßen selbst in einer Vorlesung. Quelle: Kathert

Im Durchschnitt kommt die Hälfte der Anwärter aus dem Land Brandenburg. Stark vertreten sich auch Schüler aus Berlin. Der Konkurrenzdruck unter den Polizeifachhochschule nimmt zu. Überall werden junge Leute gesucht. Zur Attraktivität eines Standorts gehören dann auch Unterkünfte für die Studenten. Bisher gibt es so etwas nicht auf dem Campus an der Bernauer Straße. Bisher gibt es aber auch keine Problem mit Wohngemeinschaften und anderen Unterkünften in Oraneinburg. Viele der Studenten pendeln auch täglich. Doch wenn die Jahrgänge noch stärker werden, muss sicher auch in diese Richtung etwas passieren.

Bei den Bezügen für seine Polizeianwärter kann das Land Brandenburg allerdings nicht glänzen. Nur Berlin bezahlt seine Studierenden schlechter als die Brandenburger. Die monatlichen Bezüge (brutto)für die Anwärter im gehobenen Dienst sehen so aus: 1. Studienjahr: 1188,07 Euro, 2.Studienjahr: 1251,76 Euro, 3. Studienjahr: 1315,45 Euro.

Der Weg zum Polizeikommissar

Das Bachelor-Studium zum Polizeikommissar im gehobenen Dienst dauert drei Jahre. Es umfasst sechs Semester mit insgesamt 18 Studienmodulen. Die Bewerber müssen unter 32 Jahren sein.

Vom 1. November bis Ende Februar 2017 läuft die Bewerbungsfrist für den Herbststudiengang 2017. Die Bewerbungen erfolgen online. Es folgt ein zweitägiges Auswahlverfahren, was ein psychologisches Messverfahren, einen Sporttest, ein Diktat, einen Gesundheitscheck und ein Eignungsgespräch beinhaltet.

Weitere Informationen unter www.polizei-brandenburg-karriere.de

Von Andrea Kathert

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