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Malen mit Büttner

Birkenwerder Malen mit Büttner

Der Künstler Wolfgang Büttner aus Birkenwerder stellt derzeit im Rathaus aus. Er betätigt sich aber auch als Buchautor.

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Wolfgang Büttner lebt und arbeitet in Birkenwerder, wo er an der Schützenstraße 19 seine Galerie „Ars pro Vita“ betreibt.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. Farben und mehrere Staffeleien stehen im Atelier parat, auch in einem kleinen Pavillon im Garten – als seien die Pinsel nur mal kurz beiseite gelegt worden. Wolfgang Büttner arbeitet derzeit jedoch häufiger am Computer. Der Maler, der einige seiner Werke noch bis Mitte Dezember im Rathaus zeigt, hat sich zum Autoren entwickelt.

Es hatte mit den Merkzetteln begonnen, die Büttner stets den Teilnehmern seiner Malkurse mitgegeben hatte. Hinweise zu Perspektive, Bildgestaltung und Farbenlehre. Aus der losen Blattsammlung wurde das Buch „Malen mit Büttner“. Darin erklärt der 64-Jährige die Kunst des Zeichnens und Malens – eigenhändig illustriert – und mit Stichwortverzeichnis.

Stillleben im Atelier

Stillleben im Atelier. Zu sehen sind auch orientalische Muster.

Quelle: Helge Treichel

Der Künstler hat inzwischen auch einen utopischen Roman geschrieben: „Schlaraffenländereien“. In seinem vorigen Leben war er Kunstturner, Ingenieur, Kybernetiker. Irgendwann musste er all die Geschichten in seinem Kopf aufschreiben. „Das war jahrzehntelang alles in mir“, sagt er. Der Roman ist sein reich illustriertes Erstlingswerk. Darin schildert Büttner als bekennender Jules-Verne-Fan eine Welt, in der sich Saurier und Riesen friedvoll die Lebenswelt am Rande unseres Universums teilen. Mit seinem 324 Seiten starken Buch will Büttner Weltraumfahrern zugleich ein unentbehrliches Handbuch bieten, Weltenbummlern einen Reiseführer durch Raum und Zeit und allen Entdeckern ein Kompendium zum Thema Raumzeit.

Wolfgang Büttner feilt an seinen Texten und komplettiert derzeit seinen Band aus Kurzgeschichten, Porträts und Essays unter dem Titel „Die Hälfte muss weg“. Vieles davon trägt autobiografische Züge, zum Beispiel die Erinnerungen an die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Brandenburg.

Künstlerisch hat sich Büttner zuletzt mit orientalischen Ornamenten befasst. Faszinierend findet er das mathematische Muster, das dahinter steckt und erst viel später entdeckt wurde, das Beschreiben von Symmetrien mit Hilfe der Gruppentheorie. Ganz ähnlich sähen metallische Oberflächen aus – unter dem Mikroskop. Für die Ausstellung im Rathaus habe er sich dennoch für Landschaften und Stillleben entschieden. „Birkenwerder gibt sich grün. In diesem Sinne versuchte ich die Ausstellung zu gestalten.“

Porträts, Zitate von Meistern

Porträts, Zitate von Meistern: Wolfgang Büttner in seiner Galerie.

Quelle: Helge Treichel

Büttner lebt seit 64 Jahren in Birkenwerder. „Mit kurzen Unterbrechungen“, fügt er hinzu. Der Briesesee ist seine Badestelle, derzeit auch noch im Oktober. Und er fühlt sich mit der Natur des Briesetals verbunden. „Das ist auch der Grund, warum ich 1989 gesagt habe: Das geht so nicht weiter.“ Feuchtbiotope waren zu DDR-Zeiten mit Müll zugeschüttet worden. Im Neuen Forum engagierte sich Büttner gegen Naturfrevel und „weil Wort und Tat in diesem Staat so weit ausein­ander klafften“. Dass die Stasi damals mit im Boot saß, habe er erst später erfahren. Gleichzeitig hält er es für ein Unding, dass auch ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung Löhne und Renten zwischen Ost und West noch nicht angeglichen sind.

Für sein Birkenwerder hat Wolfgang Büttner einen Herzenswunsch: Die Gemeinde möge endlich anfangen, eine Markenidentität zu entwickeln. Andere brandenburgische Orte hätten sich als Bad oder sogar Kurort etabliert. In Birkenwerder vermisse er bislang „ein Konzept, um an so ein Prädikat zu gelangen“, sagt Büttner. Da werde um Details gestritten und das große Ganze aus seiner Sicht allzu häufig vernachlässigt. „Wir haben einen Schatz, aber der wird nicht gehoben.“

Vor einem Jahr ging der Künstler in Rente, nicht jedoch in den Ruhestand. „Das wäre so, als würde man aufhören zu denken“, sagt Büttner. Sein alter Lehrer, ein Kriegsversehrter, der mit Nobelpreisträger Herman Hesse korrespondierte, habe ihm schon in der vierten Klasse klargemacht: „Denken ist die erste Bürgerpflicht.“

Bilder der Ausstellung im Rathaus

Bilder der Ausstellung im Rathaus.

Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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