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Oberhavel Mancher sieht bei Tempo 30 Rot
Lokales Oberhavel Mancher sieht bei Tempo 30 Rot
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19:38 30.05.2017
Etliche Straßen in der Oranienburger Innenstadt sollen auf 30 km/h begrenzt werden. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Oranienburg

Seit Montagabend ist es beschlossene Sache: Auf Oranienburgs Hauptstraßen soll künftig Tempo 30 gelten. Probeweise, für ein Jahr. So haben es die Stadtverordneten mit dem Verkehrsentwicklungsplan mehrheitlich beschlossen. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wird seitdem heiß diskutiert. Die Gegner scheinen in der Überzahl. Oder nur lauter? „Das ist blanke Theorie vom Schreibtisch aus. Mit Tempo 30 verringert sich das Verkehrsaufkommen nicht, es wird nur verlangsamt“, schreibt Daniela Weber auf der MAZ-Facebookseite. „Sinnvoller wäre es, Ampeln so zu schalten, dass diese dem Aufkommen zu unterschiedlichen Stoßzeiten angepasst werden.“

Mehr als drei Jahre hatten die Stadtverordneten um den neuen Verkehrsentwicklungsplan bis 2025 gerungen. Einig sind sie sich: Oranienburg soll mehr Radwege bekommen, eine Stadtbuslinie und man will für mehr Sicherheit auf den immer vollen werdenden Straßen der Stadt sorgen. Deshalb: Tempo 30 auf den Hauptstraßen der Innenstadt, doch daran scheiden sich die Geister.

Die Bernauer Straße – bald eine Tempo-30-Zone? Quelle: Enrico Kugler

Auch bei den Kommunalpolitikern. Die CDU lehnt auch die Probephase für ein Jahr ab, befürchtet, dass dadurch alles noch langsamer geht, und verstopft. Durch die SPD-Fraktion ging ein Riss. Linke, Grüne und Freie Wähler gaben ein klares Votum für den „Tempo-30-Test“ ab. „Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, herauszufinden, ob Tempo 30 in der beabsichtigten Weise für alle Oranienburger, mit und ohne Auto, wirkt“, sagte Heiner Klemp (Grüne). „Wir glauben fest daran, dass damit und mit anderen Verbesserungen, nicht nur die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigt, sondern auch die Luftqualität und vor allem die Sicherheit. Es gab zu viele Verkehrstote in den vergangenen Monaten.“

Tempo 30 auf Hauptstraßen anzuordnen, geht „bei gefährlichen Stellen, als Lärmschutz und vor Kitas oder Altenheimen“, so Sven Dehler. Nun müsse man das O.K. der kreislichen Verkehrsbehörde einholen. Er rechne mit dem Beginn der Testphase im Herbst.

Auch in der In der Oranienburger MAZ-Redaktion ist das Echo auf den Tempo-30-Vorstoß geteilt, gibt es bezüglich der geplanten Geschwindigkeitsbegrenzung pro und contra.

Redakteurin Heike Bergt ist dafür: Wir haben es doch alle immer so eilig. Es ist ein schnelles Leben zwischen Job, Familie und knapper Freizeit. Außerdem spüre ich, wie viele Menschen nach Oranienburg gezogen sind. Und welche Familie hat heute nicht zwei Autos im Stall? Kein Wunder, dass es auf den Straßen proppevoll ist. Nicht umsonst chauffieren Eltern ihre Kinder bis zur Kita und halb ins Klassenzimmer. Jeder hat Angst, das was passiert. Alle rufen nach mehr Sicherheit. Bitteschön: Die Testphase für Tempo 30 ist ein Schritt dorthin. Und wer schon mal eine Vollbremsung hinlegen musste wie ich, weil ein Steppke mit dem Rad völlig unbedarft die Straße überquerte, der kann sich vorstellen, dass man bei Tempo 30 noch verhindern kann, was bei Tempo 50 nicht zu retten ist. Oranienburg zählte in den letzten Monaten etliche Verkehrstote. Tempo 30 ist einen Versuch wert! Ob man nun zehn Sekunden schneller über die Bernauer ist oder nicht.

Redaktionsleiter Sebastian Morgner ist dagegen: Mit 30 km/h durch die Innenstadt von Oranienburg. Zuerst dachte ich, das wäre ein nachträglicher Aprilscherz. Aber nein. Das ist beschlossene Sache. Doch warum? Wieso soll die Geschwindigkeit herabgesetzt werden? Ich verstehe die Entscheidung nicht. Klar, in den Nachmittagsstunden wäre man froh, wenn das Auto mit 30 km/h unterwegs wäre. Denn die Innenstadt ist oft verstopft. Nur im Schritttempo quält sich der Waagen über die Bernauer Straße Richtung Schlossbrücke. Das Herz schlägt dann in den Abendstunden aber doppelt so schnell, wenn die Straßen frei sind und die Ankunftszeit im Navi eingehalten werden kann. Doch ab Herbst ist das vorbei. Dass das Tempo vor Schulen und Kindergärten gedrosselt wird, okay. Das sehe ich ein. Doch, dass es nun nur noch mit 30 durch die Innenstadt gehen soll, ist nicht nachvollziehbar. Und dann noch auf Probe. Sorry, aber das ist unüberlegt.

Von Heike Bergt

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