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Oberhavel Mandat statt Mittelfeld
Lokales Oberhavel Mandat statt Mittelfeld
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02:18 26.03.2018
Christopher Gordjy rückte Anfang 2018 für Paul Niepalla in die Veltener Stadtverordnetenversammlung nach. Quelle: FOto: Enrico Kugler
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Velten

Wann immer er die Zeit findet, kramt er die Töppen aus dem Schrank. Dann pflügt Christopher Gordjy die Spielfelder der Region um, ackert im defensiven Mittelfeld des FC Marwitz in der zweiten Kreisklasse. „In diesem Jahr habe ich es aber gerade zweimal zum Training geschafft.“ Kein Wunder. Gordjy ist seit Anfang des Jahres Stadtverordneter in Velten. Er hat den Platz von Paul Niepalla eingenommen, der mehr Zeit für seine Familie haben will und sich zurückgezogen hat. Damit ist Christopher Gordjy nun der mit Abstand jüngste Stadtverordnete im Rathaussaal.

Der 27-Jährige kommt in bewegten Zeiten in das Gremium. Der Konflikt zwischen Pro Velten, der Verwaltung und der Zählgemeinschaft scheint auf dem Siedepunkt. „Mein Eindruck von der SVV ist dennoch wesentlich positiver als angenommen“, sagt Gordjy. Zu Themen wie dem Bürgerhaushalt oder dem Radweg zum Bernsteinsee habe es zuletzt konstruktive Diskussionen gegeben. „Bei solchen Sachthemen haben wir öfter, als es vielleicht nach Außen getragen wird, Übereinstimmungen.“ Außerhalb der Stadtverordnetenversammlung, sagt Gordjy, ist Velten aber weiter tief gespalten.

Gordjy traf auf dem letzten Parteitag Martin Schulz. Quelle: privat

Für den Streit mit Worten interessierte Christopher Gordjy sich schon als Teenager. An seinem Bollhagen-Gymnasium war er Klassensprecher und irgendwann im Landesschülerrat. Mit 17 Jahren schaute Gordjy das erste Mal beim Veltener SPD-Ortsverein vorbei. „Damals waren Angelika Krüger-Leißner und Alwin Ziel zu Gast, das hat mich als Teenager fasziniert.“ Er engagierte sich bei den Jusos in Oberhavel, saß als sachkundiger Einwohner im Finanz- und dann im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung und arbeitete für die Landtagsabgeordnete Inka Gossmann-Reetz. Seit April 2017 ist Gordjy nun einer der stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jusos. Hier leitet der Jurist auch eine Arbeitsgruppe für die Themen Inneres und Kommunales Recht. Er fordert etwa einen Polizeibeauftragten, um den Dialog zwischen Bürgern und Polizei zu verbessern. Auch mehr Personal für Polizei und Justiz will Gordjy.

Mehr Informationen für die Jugend

Für Velten will er vor allem erreichen, dass die Jugend sich stärker für Politik interessiert. Ein Wahlforum bei der nächsten Kommunalwahl im Jugendklub „Oase“ mit den Kandidaten wäre eine gute Maßnahme. „Auch die Schüler haben Anliegen, die man sich anhören sollte.“ Auch fände er wichtig, Politik an die Schulen der Ofenstadt zu tragen, um zu zeigen, dass sie jeden etwas angeht. Auch wenn sie manchmal weltfremd wirkt. „Man muss den Schülern zeigen, dass der Bahnhofsvorplatz mit Europamitteln gefördert wurde, die großen Straßen in Velten mit Geld vom Land gebaut werden oder der Schulbus vom Kreis gestellt wird.“

Für den FC Marwitz spielt er im defensiven Mittelfeld. Quelle: privat

Und was sind die großen Herausforderungen für Velten? Wichtig ist dem Juristen vor allem die Entwicklung des Quartiers Nauener Straße, wo nach ersten Planungen rund 1000 Wohnungen gebaut werden könnten. Das sei, als wenn man eine neue kleine Stadt bauen würde. „Wir werden da über Schule, Kita, Straßen und vielleicht auch den ÖPNV reden müssen. Das finde ich unglaublich spannend.“ Die S-Bahn ist aus seiner Sicht wichtig, um gerade die jungen Leute in der Stadt zu halten. Auch Gordjy ist als Teenager schon mitten in der Nacht am Hennigsdorfer Bahnhof gestrandet . Kein Bus, kein Taxi, kein Handy. Und so musste er nach Velten laufen. „Es wäre schon toll“, sagt Christopher Gordjy, „wenn bald eine S-Bahn fahren würde.“

Von Marco Paetzel

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