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Manja Präkels liest aus ihrem Debütroman

Gransee Manja Präkels liest aus ihrem Debütroman

Im Strittmatter-Gymnasium lauschten Elftklässler am Mittwoch der Geschichte einer ehemaligen Schülerin dieser Schule. Manja Präkels las Passagen aus „Wie ich mit Hitler Schnapskirschen aß“. Die Geschichte ist wahr und spielt in Zehdenick.

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Im Strittmatter-Gymnasium Gransee liest Anja Präkels aus ihrem Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Die Premiere ist gelungen. Manja Präkels hat natürlich schon öfter aus ihrem Buch gelesen, auch Schüler saßen in ihrem Publikum. Gestern stellte sie ihren Debütroman erstmals in einer Schule vor, und zwar nicht in irgendeiner, sondern im Strittmatter-Gymnasium Gransee. Dort hat sie vor 25 Jahren für ihr Abitur gelernt. Manja Präkels erinnert sich an eine gute Zeit und spricht von einer „tollen, lebendigen Schule“. Entsprechend herzlich fiel die Begrüßung mit Schulleiter Uwe Zietmann aus.

Unterschied zwischen Erinnerung und Wahrnehmung

Erwartungsfrohe Elftklässler, neben Deutschlehrer Olaf Hahn einige weitere Lehrer und Gäste lauschten den Szenen aus der Geschichte, die in Zehdenick spielt und in den vergangenen Monaten nicht nur dort für Aufsehen gesorgt hat. In „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ geht um Mimi und ihre Freunde, eine Kindheit in der DDR, die Jugend in den Wendejahren, um Fahnenappelle und rechte Gewalt, um Erinnerung und Mahnung. „Die Geschichte ist wahr, aber ich bin nicht Mimi“, sagte Manja Präkels, die ihren jungen Zuhörern zwischen den Szenen erklärte, wie sich das Leben in dem Land angefühlt hat, das es nicht mehr gibt, und dass sich Erinnerungen und Wahrnehmungen unterscheiden können.

Doch gerade erst hat die 43-Jährige einen ehemaligen jüngeren Mitschüler getroffen, der ihr bestätigte, wie es damals war, der sich selbst nicht auf die Straße getraut hat, als Nazibanden die öffentlichen Plätze der Stadt für sich beansprucht hatten. Den Vorwurf, sie habe das Image von Zehdenick beschädigt, lässt Manja Präkels nicht auf sich sitzen. „Die Dinge gehen nicht einfach weg, nur weil man die Augen davor verschließt“, sagte sie. „Man muss darüber reden, auch wenn es weh tut.“

Eine soziale Katastrophe

In dem kurzen Gespräch ging es jedoch weniger um die rassistische, menschenfeindliche Gewalt, gegen die sich die Autorin wendet, sondern um den Untergang einer Gesellschaft und die daraus folgende soziale Katastrophe, die jeder anders oder vielleicht auch gar nicht so erlebt hat. Eine Phase, in der sich vor allem junge Menschen in der Pubertät allein gelassen fühlen. „Fragt mal eure Eltern, wie das war“, schlug Manja Präkels den Schülern vor. Sie will auf jeden Fall noch mehr Romane schreiben, gegenwärtig hat sie drei Projekte zur Auswahl.

Von Martina Burghardt

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