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Mann am Scheideweg zwischen Gut und Böse

Drogen durch Straftaten finanziert Mann am Scheideweg zwischen Gut und Böse

Weil ein 23-Jähriger aus Glienicke Geld für Drogen brauchte, zog er Jugendliche ab. Dabei war er nicht gerade zimperlich. Nun will er nach eigenen Angaben ein neues Leben beginnen. Das Landgericht Neuruppin verurteilte ihn am Montag zu einer mehrjährigen Strafe. Doch aktuell muss er nicht ins Gefängnis.

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Gewalttäter vor dem Landgericht Neuruppin verurteilt.

Quelle: dpa

Glienicke . Als könne er kein Wässerchen trüben, so sitzt der 23-jährige auf der Anklagebank. Doch seine Vorstrafen sagen etwas anderes.

Am Montag stand er erneut vor Gericht. Wegen räuberischer Erpressung musste sich der Angeklagte vor dem Landgericht Neuruppin verantworten – und gestand alles. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und elf Monaten. Darin ist ein Urteil des Landgerichts Berlin von Januar dieses Jahres enthalten. Das hatte auf eine Strafe von dreieinhalb Jahren entschieden und wegen der Kokainabhängigkeit des Angeklagten seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Dort lebt er seit neun Monaten und wird dort auch die nächsten Jahre bleiben. Er hat ein auf Drogen konzentriertes Leben geführt, hatte der psychiatrische Gutachter gesagt.

Mit Straftaten seine Drogen finanziert

Um seine Sucht finanzieren zu können, war dem Angeklagten jedes Mittel recht. Er versetzte sein Umfeld in Angst und Schrecken. So hatte er unter anderem zwei Jugendlichen am 14. Oktober 2014 auf einem Bolzplatz in Glienicke unter Androhung von Gewalt die I-Phones abgezogen. Selbst ein Kumpel war nicht vor ihm sicher. Er bekam so genannte Nackenklatscher vom Angeklagten, bis er sein Handy heraus rückte. Außerdem sollte er noch ein Schutzgeld von 600 Euro zahlen. Dazu kam es aber nicht.

Gute Vorsätze für die Zukunft ohne Drogen und Gewalt

„Ich bereue die Zeit, die ich verschwendet habe. Es ist alles schief gelaufen“, sagte der Angeklagte wortgewandt. Nun ist er seit über einem Jahr aus dem Verkehr gezogen und arbeite an sich, wie sein Verteidiger sagte. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Es war völliger Schwachsinn, was ich produziert habe“, zeigte sich der 23-Jährige sehr einsichtig. Er setzte seine guten Vorsätze auch gleich um und entschuldigte sich im Gerichtssaal bei seinen Opfern. Auch für die Zukunft hat er Pläne. Nach einer erfolgreichen Drogentherapie will er eine Lehre im Einzelhandel machen.

„Ich hoffe, dass das nicht nur Gerede ist“, sagte Nebenklägervertreter Detlef Knoch. Dass es nicht nur bei schönen Worten bleibt, erhoffte sich auch das Gericht. Der Angeklagte habe das Potenzial zum gefährlichen Kriminellen aufgrund seiner Intelligenz und seiner Skrupellosigkeit, so Richter Udo Lechtermann. „Sie müssen jetzt entscheiden, ob sie ein Guter oder ein Schlechter werden. Passen Sie gut auf sich auf.“ Das versprach der Angeklagte.

Von Dagmar Simons

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