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Oberhavel Mann mit Nazi-Tattoo erkundigt sich nach Flüchtlingsheimen
Lokales Oberhavel Mann mit Nazi-Tattoo erkundigt sich nach Flüchtlingsheimen
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13:37 05.12.2015
Das Tattoo sitzt auf Rücken und Hüftspeck des Mannes. Quelle: Facebook
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Oranienburg

Dem Mann, der mit KZ-Tattoo samt dem Spruch „Jedem das Seine“ im Oranienburger Spaßbad für einen Skandal gesorgt hatte, droht laut Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft.

„Die Ermittlungen wegen Volksverhetzung dauern an“, erklärte Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer am Freitag. Ob sich die Ermittlungen Wochen oder Monate hinziehen werden, darüber wollte Schiermeyer aber keine Aussage treffen.

NPD-Mann erkundigt sich im Kreistag nach Flüchtlingsheimen

Auch wer der Mann ist, verrät die Staatsanwaltschaft nicht. Laut Medienberichten soll es sich um Marcel Z. handeln, einem NPD-Mitglied aus dem Landkreis Barnim. Der 27-Jährige sitzt dort unter anderem für die rechtsextreme Partei im Kreistag. Dort hat er kürzlich eine Anfrage gestellt und sich nach Adressen hiesiger Flüchtlingsheime erkundigt. Der Landrat Bodo Ihrke (SPD) lehnte es ab, diese Anfrage zu beantworten. Darüber berichtet die Bild. Wegen Z.s Tattoo müsse man eventuell davon ausgehen, dass die öffentliche Ordnung gefährdet sei. Die Sicherheit der Flüchtlinge wiege für ihn daher schwerer als die Beantwortung des Fragerechts. Die Mitglieder der anderen Fraktionen im Kreistag applaudierten Ihrke für seine Antwort.

Rechtsextreme Partei gibt keine Auskunft zu ihrem Mitglied

Eine Anfrage der MAZ, wie die Barnimer NPD den Fall einschätzt, blieb unbeantwortet. Laut Medienberichten soll Z. mit mehreren Barnimer Neonazis im Juli 2014 bei einer Propagandaaktion schwarze Holzkreuze mit Zetteln aufgestellt haben – als Erinnerung an Deutsche, die von Ausländern getötet worden sein sollen. In Sachsenhausen posierten sie mit dem Kreuz symbolträchtig vor der KZ-Gedenkstätte.

Spaßbad will dem Mann Hausverbot erteilen, braucht aber die Adresse

Kay Duberow, Chef der Oranienburger Turm-Erlebnis-City, hat Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft gefordert, um die Adresse des Mannes herauszubekommen. Die Adresse des Mannes ist aber auch mit wenigen Klicks auf der Internetseite des Landkreises Barnim zu finden. Per Brief wolle man ihm ein unbefristetes Hausverbot für das Spaßbad erteilen. Dieses könne auch nicht aufgehoben werden. „Selbst wenn er sich das Tattoo entfernen lässt, bleibt ja seine Einstellung“, erklärt Kay Duberow. In der Turm-Erlebniscity kehrt nach Tagen mit etlichen Presseanfragen – unter anderem Bild und B.Z. – nun langsam wieder Ruhe ein.

Bad-Leiter: Wir haben richtig gehandelt mit Rauswurf

Im Kollegium werde zwar noch über den Fall diskutiert, unter den Badegästen sei es aber nach Kay Duberows Einschätzung inzwischen kein großes Thema mehr. Auch die Besucherzahlen seien durch den Vorfall nicht zurückgegangen. „Wir haben ja richtig gehandelt und den Herrn herauskomplimentiert“, so Kay Duberow.

Per Facebook hatte der Turm-Betreiber Stadtservice Oranienburg GmbH eine Erklärung veröffentlicht, in der der beteiligte Bademeister gegen Vorwürfe in Schutz genommen wurde, er habe nicht rechtzeitig gehandelt. Nach dem Entdecken des Tattoos habe ein Turm-Mitarbeiter bei der Kripo angerufen und die Information erhalten, dass es sich dabei nicht um ein verfassungswidriges Kennzeichen handelt und eine Anzeige deshalb zwecklos sei.

Ob und warum der Beamte der Kripo beim Telefonat nicht an den Straftatbestand der Volksverhetzung gedacht hatte, werde derzeit geklärt, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt.„Es wäre vielleicht anders gelaufen, wenn man uns ein Foto des Tattoos geschickt hätte.“ Derzeit sei aber noch nicht einmal klar, welcher Kripo-Kollege vom Turm-Mitarbeiter überhaupt angerufen wurde. Auch das sei noch zu klären, so Reinhardt.

Von Marco Paetzel

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