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Oberhavel Mann soll Schülerin sexuell genötigt haben
Lokales Oberhavel Mann soll Schülerin sexuell genötigt haben
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18:53 09.05.2016
Der Prozess vor dem Schöffengericht wird nächste Woche mit Aussagen von Gutachtern fortgesetzt. Quelle: dpa
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Zehdenick

Wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und des Missbrauchs einer Minderjährigen muss sich seit Montag ein Mann aus dem Löwenberger Land vor dem Schöffengericht Zehdenick verantworten. Er soll eine ihm bekannte Berliner Schülerin zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen.

Im Mittelpunkt des ersten Verhandlungstages stand die Aussage des Mädchens, das zur Tatzeit mit seiner jüngeren Schwester bei der Mutter in Berlin lebte. Die jetzt 17-Jährige schilderte mit den Tränen kämpfend, was aus ihrer Sicht am 30. September 2013 im Haus des Angeklagten geschehen war.

Sie war mit dem heute 50-Jährigen mitgefahren, um auf dessen Anwesen im Löwenberger Land zu arbeiten. Sie wollte sich Geld für ein Smartphone verdienen. Sie kannte ihn sehr gut, weil er über vier Jahre mit ihrer Mutter liiert war. In dieser Zeit pendelten sie oft zwischen Berlin und dem Dorf des Angeklagten. An dem besagten Abend sei sie schlafen gegangen und in der Nacht von dem Mann aus ihrem Kinderzimmer in sein Schlafzimmer getragen worden. „Warum?“, hätte sie ihn weinend gefragt. Er habe dann in aggressiver Weise von ihr gefordert, sich auszuziehen. Aus Angst habe sie das schließlich getan. Dann habe er sie an Brust, Oberschenkel und Scheide gefasst, sich seiner Hose entledigt und sie gezwungen, seinen Penis zu berühren. Erst als er sich befriedigt hatte, habe er sie in Ruhe gelassen, sei gegangen und habe ihr Handy mitgenommen.

Am nächsten Morgen habe sie dann ihre Mutter anrufen können, die zu ihrer großen Enttäuschung das Vorgefallene zunächst nicht wahr haben wollte. Erst im Laufe des Tages wurde sie sich über die Tragweite des Geschehenen klar und konnte einen guten Bekannten bitten, mit ihr in das Dorf zu fahren, um ihre in Not befindliche Tochter zu holen. Der Bekannte schilderte als Zeuge, dass das Mädchen völlig verstört in sein Auto sprang und Mutter und Tochter viel weinten. Er schlug vor, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Das taten sie auf einer Wache. Dort wurden auch medizinische und kriminaltechnische Untersuchungen veranlasst. Sie sei seitdem in psychologischer Behandlung, die ihr auch geholfen habe, so die Schülerin. Sie hatte, die für sie über eine Stunde währende peinliche Befragung, mit einer kurzen Unterbrechungspause durchgestanden. Mit den Aussagen von zwei Gutachtern wird der Prozess fortgesetzt.

Von Helmut Schneider

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