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Oberhavel Markt, Musik, Museen und Meer
Lokales Oberhavel Markt, Musik, Museen und Meer
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00:28 24.06.2015
Maler Wolfgang Rau verkauft auf dem Antikmarkt des Finowkanalfestes seine Werke mit Landschaften und nackten Schönen Quelle: Ulrike Gawande
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Liebenwalde

In einem Moment war der Festplatz am Samstag noch wie ausgestorben, weil wieder ein heftiger Regenschauer die Besucher des Liebenwalder Finowkanalfestes ins große Festzelt vertrieben hatte, waren die Plätze an den Stehtischen sofort wieder gut gefüllt, sobald es aufgehört hatte zu regnen. Ralf Noack und Daniela Stern vom „Duo Jive“ aus Neuruppin sorgten derweil mit ihrer röhrenden Gute-Laune-Musik für passende Stimmung, auch wenn mit dem Puhdys- Song „Hey, wir wollen die Eisbären sehen“ hoffentlich keine Wettervorhersage getroffen wurde.

Aber von Regen oder sonstigem schlechten Wetter ließ man sich in Liebenwalde nicht vertreiben.

Antik-und Trödelmarkt in Liebenwalde zum Finowkanalfest Quelle: Ulrike Gawande

Selbst die Händler auf dem Antik-und Trödelmarkt trotzten dem Regen und packten in stoischer Ruhe Folien über ihre Schätze, wenn es mal wieder etwas feuchter vom Himmel tröpfelte. Unter ihnen auch Wolfgang Rau, ein Maler der jahrelang seine Galerie im 2010 abgebrannten Brauhaus der Himmelpforter Klosterruine hatte. Seine Ölgemälde von holden, unbekleideten Schönen und VW-Bussen an endlosen Stränden, nahmen den Besucher mit auf eine kleine Urlaubsreise ans Meer. Eben dorthin, wo früher die Schiffe von Berlin kommend über Havel, Finowkanal und Oder hinweg, zur Ostsee fuhren.

„Ich male zwar eigentlich oft kundengerecht, aber auch gerne im Urlaub,“, berichtet der Maler, der viel auf Märkten unterwegs ist. FKK-Strände seien eine ideale Möglichkeit, so Rau, Motive für seine großformatigen Bilder zu finden. Den Besuchern in Liebenwalde gefiel es.

Wem es beim Finowkanalfest noch nicht nass genug war, konnte beim 10.Kanutag des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland eine Schnuppertour auf dem renaturierten Finowkanal unternehmen. „Mit dem Kanutag wollen wir Menschen auf diese naturnahe Art des Urlaubmachens aufmerksam machen“, erklärt Jörn Fälsch, der sich im Verband auch dafür einsetzt, dass Barrierefreiheit in der Region im Bereich Tourismus groß geschrieben wird.

Familie Richter-Sinnig macht eine Kanutour auf dem Finowkanal Quelle: Ulrike Gawande

Martin Richter-Sinnig und seine Familie, Betreiber eines Naturcampingplatzes, einer Wildnisschule, sowie Vermieter von Flößen und Kanus am Ellbogensee, zeigten, wie schön eine Kanu-Fahrt auf dem Wasser sein kann. „Unsere kleinen Töchter Linda und Berenike sind ganz heiß aufs Wasser,“ berichtet Mutter Kristin Sinnig und kann den beiden gar nicht schnell genug ihre Mini-Schwimmwesten überstreifen, so eilig haben es die beiden Mädchen ins Kanu zu kommen. Radfahrer und Wasserwanderer seien wichtige touristische Zielgruppen in der Region, so die Fachfrau, die noch enger miteinander verknüpft werden sollten.

Mit dem Fahrrad wollte eigentlich auch Anita Wendt aus Großschönebeck zum Finowkanalfest radeln, ob des Wetters entschied sich die Familie jedoch spontan fürs Auto. „Falls es heute wieder regnen sollte, werden wir die Gelegenheit nutzen und uns endlich einmal die Museen in Liebenwalde ansehen.“

Eine gute Idee, denn nicht nur im Heimatmuseum im Stadtgefängnis war die neue Ausstellung über den Finowkanal zu besichtigen, sondern in der Marina hatte auch das 1916 gebaute, Zehdenicker Museumsschiff „Carola“ festgemacht. Es lud zu einem Rundgang durch mehrere Jahrhunderte Binnenschifffahrtsgeschichte ein. Der Wannsee sei aber das größte Meer gewesen, auf dem er gefahren sei, erklärt der gelernte Dampfmaschinist Fred Schröder vom Schifferverein Zehdenick, ohne eine Hauch von Bedauern.

Fred Schröder vom Zehdenicker Schifferverein erzählt aus seinem Binnenschifferleben Quelle: Ulrike Gawande

Von Ulrike Gawande

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