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Marsch der Schützen

Schmachtenhagen Marsch der Schützen

Die Lützowschen Jäger 1813 zogen am Sonnabend wieder durch Schmachtenhagen. Von der Feuerwehr ging es die Schmachtenhagener Dorfstraße entlang zur Abholung der Schützenkönige, dann weiter zur Kranzniederlegung am Ehrenmal bis zur Vereinsanlage der Schützen in der Bauernmarktchaussee. Dort durften auch Bürger mal schießen.

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Die Schützen trafen sich vor der Feuerwehr in Sachenhausen und zogen dann durch den Ort.

Quelle: Fotos: Robert Roeske

Schmachtenhagen. Es ist ein kühler Sonnabendnachmittag, der Regen hat gerade wieder eingesetzt. Doch die Mitglieder des Jagd- und Schützenvereins Lützowsche Jäger 1813 ficht das nicht an, pünktlich um zwölf Uhr marschieren sie los. Von der Feuerwehr geht es die Schmachtenhagener Dorfstraße entlang zur Abholung der Schützenkönige, dann weiter zur Kranzniederlegung am Ehrenmal bis zur Vereinsanlage der Schützen in der Bauernmarktchaussee. Vorneweg läuft ein Fanfarenzug aus Schwedt, der Rest marschiert hinterher.

Mittendrin im Pulk ist Dieter Schmeier. Wie seine Kameraden trägt der 68-Jährige beim traditionellen Umzug grüne Unform, an seinem Hut ist eine Feder befestigt. Seit 2009 ist er im Verein, Schmeier gilt als Universaltalent unter den Schützen. Er trifft Zielscheiben, Tontauben, Rollhasen. Mit allen Waffen – vom Luftgewehr bis zum Großkalibergewehr. Früher hat der Oranienburger auch mal Fußball gespielt, war jahrelang Judoka. „Das sind alles Sportarten, für die man Adrenalin braucht. Beim Schießen stört einen das Adrenalin eher.“ Was Schmeier fasziniert, ist die Disziplin, die man für den Schießsport aufbringen muss. Mehrmals im Monat treffen sich die 48 Schützen des Vereins. Auf einer Lehnitzer Anlage trainieren sie mit Luftdruckgewehren, in Oranienburg mit Pistolen. Auch in Liebenberg wird regelmäßig geübt, dort gibt es ein Jagdtrainingsgelände. Aller Anfang ist schwer. „Ich musste erstmal ein paar Jahre trainieren, bis ich an Wettkämpfen teilnehmen konnte“, sagt Schmeier.

Mit dem traditionellen Marsch, der am Sonnabend stattfand, wollen er und seine Vereinskameraden sich im Ort zeigen und die Geschichte ein Stück hochhalten. Mit einem reaktionären Verein alter Männer haben sie aber nichts zu tun, sagt der Schütze. Der Verein stehe für Freiheit, Kameradschaft, Tradition und Toleranz. Ganz im Sinne der Studentenbewegung um  Freiherr von Lützow, die als „schwarze Gesellen“ in einen aussichtslosen Kampf gegen Napoleons Soldaten gingen und zu Tausenden fielen. „Bei uns können auch Flüchtlinge mitmachen, wenn sie sich an unsere Regeln halten“, sagt Schmeier.

Auch Menschen mit Behinderung marschieren am Sonnabend mit ihm durch Sachsenhausen, acht von ihnen sind im Verein – zwei weitere wollen eintreten. Alle 14 Tage trainieren sie mit Luftdruckgewehren auf der Anlage in Lehnitz, auch auf Wettbewerben schießen die Männer und Frauen regelmäßig. Sie seien hervorragend im Verein integriert. „Es macht ihnen Spaß, wenn sie beim Schießen ins Schwarze treffen“, sagt Bolko Prußok, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Oberhavel-Süd.

Dennoch gibt es auch Probleme, der Verein findet kaum Nachwuchs. Das Durchschnittsalter rangiert bei über 60. „Es macht richtig Spaß, das würden auch andere Jugendliche merken, wenn sie mal mitmachen würden“, sagt Lena Borowski (15), die erst ein halbes Jahr bei den Schützen ist. Attraktiver könnte der Verein werden, wenn mehr auf der eigenen Sportstätte trainiert werden könnte, statt in andere Orte zu müssen. „Wir würden uns wünschen, dass das bis Ende 2018 etwas wird“, sagt Geschäftsführer Ronald Steffan. Seine Schützen würden sich über Sponsoren freuen, die den Ausbau des Geländes unterstützen.

Von Marco Paetzel

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