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Marwitz und Velten arbeiten zusammen

Bollhagen-Museum und HB-Fabrik wollen kooperieren Marwitz und Velten arbeiten zusammen

Wenn es nach Peter Anderle, Leiter Produktion in den HB-Werkstätten geht, könnten künftig mehr Menschen seinen Mitarbeitern in der Produktion – Gießerei, Putzerei, Dreherei & Co. – bei der Arbeit über die Schulter schauen. Eine Kooperation mit dem neu eröffneten Hedwig-Bollhagen-Museum in Velten soll es möglich machen.

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Keramikmalerin Heidrun Reinhold braucht absolute Konzentration. Ein falscher Strich, und der Rohling ist im Eimer.

Quelle: Marco Paetzel

Marwitz. Langsam, ganz langsam kratzt sie eine Kontur in den Rohling. „Eine falsche Bewegung, und alles ist hin“, sagt Simone Mundiens. Unter ihrer Hand bekommt gerade ein großer Teller sein Muster – hunderte Striche und Kreuze, die kreisförmig angeordnet sind. Etwa eine Stunde braucht Mundiens für den Teller. Die gelernte Keramikzeichnerin bringt fast ausschließlich originale Muster von Hedwig Bollhagen auf die Rohlinge. Und trotzdem sieht jeder Teller, jede Tasse oder Kasse am Ende ein bisschen anders aus. „Das ist eben alles noch echte Handarbeit, jedes Stück ist ein Unikat“, sagt Simone Mundiens, die heute mit ihrer Kollegin Heidrun Reinhold in der Malerei zusammenarbeitet.

Wenn es nach Peter Anderle, Leiter Produktion in den HB-Werkstätten geht, könnten künftig mehr Menschen Simone ­Mundiens und ihren 22 Kollegen in der Produktion – Gießerei, Putzerei, Dreherei &Co. – bei der Arbeit über die Schulter schauen. Eine Kooperation mit dem neu eröffneten Hedwig-Bollhagen-Museum in Velten soll es möglich machen. „Die Besucher dort werden nun darauf hingewiesen, dass man bei uns in Marwitz die Fabrik besichtigen kann“, erklärt Anderle. Genauso funktioniere der Deal auch umgekehrt: Besucher in ­Marwitz bekommen den Tipp, doch mal ins Bollhagenmuseum in den Nachbarort zu fahren. „Vielleicht bieten wir demnächst sogar einen Bus-Shuttleservice zwischen den Standorten an“, erklärt Peter Anderle. Er glaubt, dass die beiden Standorte auf diese Weise sehr voneinander profitieren können.

Führungen durch die Fabrik, sagt der Chef , gibt es aber schon lange. Bereits jetzt besuchen rund 200 Menschen pro Monat die historische Manufaktur. Die Führungen sollen nun ausgeweitet werden. Mittwochs und Freitags können sich nun Gruppen von zehn bis maximal 20 Personen durch die Hallen führen lassen, demnächst sollen den HB-Werkstätten auch Sonnabend und Sonntag für Besichtigungen offenstehen. „Es ist aber klar, dass am Wochenende dann nur eingeschränkt demonstriert werden kann, wie die Arbeit hier funktioniert“, so Anderle. Dann werden diejenigen, die die Besucher führen, wie einige der Maschinen funktionieren.

Fabrik mit Verkaufsraum

Rund 5500 Unikate werden jeden Monat in den HB-Werkstätten produziert. Bis zu 40-Mal muss jedes Werkstück in die Hand genommen werden, bevor es fertig ist. In einem Verkaufsraum neben den Werkstätten können Kunden die Teller, Tassen und Co. kaufen.

30 Mitarbeiter hat die HB-Fabrik, 23 davon arbeiten in der Produktion.

Im HB-Museum in Velten wird der Nachlass der 2001 verstorbenen Marwitzer Keramikkünstlerin im Detail gezeigt.

Dort ist der 1600 Objekte umfassende keramische Nachlass Hedwig Bollhagens zu sehen, die sich nie als Künstlerin gesehen hat – „Das sind doch bloß Töppe.“. Der Bau des neuen Museums hat etwa 1,55 Millionen Euro gekostet.

Gegründet wurden die HB-Werkstätten 1934 von Hedwig Bollhagen (1907-2001) und Heinrich Schild (1895-1978). Die bekannte Keramikkünstlerin leitete die Werkstätten bis zu ihrem Tod. Und noch heute wird wie zu Bollhagens Zeiten alles per Hand produziert. Auch die alten Hallen atmen Geschichte, überall stehen Fotos von Bollhagen.

Beim Vertrieb will die Manufaktur indes modernere Wege gehen. Derzeit gibt es rund 40 feste Abnehmer – unter anderem das KaDeWe oder die Galeria Kaufhof in Berlin. Allerdings konzentrieren sich die Händler vor allem auf die ostdeutschen Länder. Im Westen ist Hedwig Bollhagen dagegen nicht so bekannt. „In den alten Bundesländern kennt man zwar das Blau-Weiß, aber viele haben keinen Bezug zum Namen“, so Anderle.

Eine verstärkte Internetpräsenz soll das nun ändern. Demnächst können Kunden die Produkte aus den HB-Werkstätten per Mausklick bestellen.

Von Marco Paetzel

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