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Marwitzer Straße: Linke kritisiert Kostenexplosion

Hennigsdorf Marwitzer Straße: Linke kritisiert Kostenexplosion

Der städtische Anteil an der Sanierung der Marwitzer Straße erhöht sich um fast 60 Prozent auf 1,04 Millionen Euro. Daran gab es am Mittwoch im Hauptausschuss deutliche Kritik von Ursel Degner (Linke) und Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige). „Ich fühle mich betrogen!“, sagte Degner und stimmte gegen die Erhöhung.

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Seit Montag ist der erste Abschnitt der Marwitzer Straße dicht, doch die Arbeiten werden teurer.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Seit Anfang der Woche laufen die Sanierungsarbeiten in der Marwitzer Straße. Der städtische Anteil für den Ausbau der Nebenanlagen sind förmlich explodiert, statt den geplanten rund 659 000 Euro muss die Verwaltung nun rund 1,04 Millionen Euro zahlen (MAZ berichtete). „Ich fühle mich betrogen!“, klagte Ursel Degner (Linke) nun am Mittwoch im Hauptausschuss. Es könne nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn die Kosten innerhalb eines Jahres um 60 Prozent ansteigen würden. „910 000 Euro müssen die Anlieger nun zahlen. Die werden sich freuen, wenn sie die Rechnung bekommen“, so Degner. Auch Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige) kritisierte die Kostensteigerung. Er finde es auch merkwürdig, dass die Kosten des Landesbetriebes für den Bau der Fahrbahn der Landesstraße nur um sechs Prozent steigen und jene der Verwaltung etwa um das Zehnfache.

Dirk Asmus, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Anlagen, erklärte daraufhin, dass es eine öffentliche Ausschreibung gegeben habe. In den vergangenen Jahren waren Baukosten für Asphaltfahrbahnen und Pflasterfahrbahnen ähnlich, das habe sich nun extremst gewendet. „Jetzt sind Asphaltfahrbahnen wie etwa im Heideweg nur gering im Preis gestiegen. Aber der arbeitsintensivere Pflasterausbau ist sehr viel teurer geworden“, so Asmus.

Das Problem sei, dass die Verwaltung derzeit selbst für kleinere Pflasteraufträge in der Stadt keine Firmen mehr finde. „Wahrscheinlich will keiner mehr die Knochenarbeit machen, diesen Firmen fehlt der Nachwuchs. Die Pflasterer sind alle um die 40,50 Jahre alt“, so Asmus. Das Problem werde die Verwaltung weiterhin beschäftigen. Weiterhin sei der Ausschreibungszeitraum für die Arbeiten in der Marwitzer Straße ungünstig gewesen, räumte er ein. „Aber wir mussten jetzt ausschreiben, damit wir das im Rahmen des Projektes des Landes dieses Straße noch durchkriegen“, so Asmus mit Blick das bereitgestellte Geld des Landes. Die Sanierung sei außerdem seit Jahren dringend nötig gewesen, das hätten nicht zuletzt die letzten Starkregenfälle gezeigt. Am Ende winkte die Mehrheit der Ausschusses die Kostensteigerung durch, Ursel Degner (Linke), Hans-Hermann Rönnecke (Bürgerbündnis) und Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige) stimmten dagegen.

Auch bei der barrierefreien Gestaltung des Postplatzes hatte es in diesem Jahr nach der ersten Ausschreibung eine große Kostensteigerung gegeben. „Die Preise sind überall richtig angezogen, beim Postplatz zwischen 20 und 40 Prozent“, hatte Dirk Asmus dazu erklärt. Anfang Juli hatte die Stadtverordneten beschlossen, dass das Budget für die Arbeiten auf rund 1,5 Millionen Euro aufgestockt wird. Die halbe Million zusätzlich kommt aus nicht abgerufenen Mitteln für eine Querungshilfe an der L171 und für Planungskosten, die für den Umbau der Fontanestraße in den Haushalt 2017 eingestellt waren. Auch die Strategie hatte man geändert: Statt einer großen Ausschreibung für das ganze Projekt schrieb die Verwaltung nun das etwa eine Drittel des Postplatzes aus, gerade saniert wird. Die restlichen zwei Drittel wurden nun im vergangenen Monat ausgeschrieben. Saniert werden soll es dann 2018.

Von Marco Paetzel

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