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Oberhavel Maßnahmen gegen die Wassermassen
Lokales Oberhavel Maßnahmen gegen die Wassermassen
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00:19 13.12.2017
Die Birkenallee ist nach den Starkregenfällen noch immer gesperrt. Quelle: Foto: Robert Roeske
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Leegebruch

Als Jörg Engmann mit seiner Frau vor elf Jahren aus Berlin nach Leegebruch zog, waren sie glücklich. Das Pärchen hatte ein bezahlbares Eigenheim im Birkenhof gekauft, Berliner Mondpreise wollten sie nicht zahlen. Doch im Sommer kam der Starkregen, auch der Keller der Engmanns lief voll. „Das Wasser stand 50 Zentimeter hoch“, so der 57-Jährige. Infrarotkabine, Sportgeräte, Gästezimmer – all das hatte er im Keller. Und all das wanderte auf den Sperrmüll. „Wir haben einen Schaden zwischen 8000 und 10 000 Euro, und für Elementarschäden zahlt die Versicherung nicht.“ Am Freitag saß er bei der Gemeindevertretersitzung im Zuschauerraum, der proppevoll war.

Der amtierende Bürgermeister Martin Rother kam auch schnell zum Thema, das die Leute am meisten interessierte: Wie geht es weiter mit den Wassermassen? Eines der Hauptprobleme sei, dass das Wasser, das aus den nördlich angrenzenden Gemeindegebieten hereindrückt. „Wir haben es aber nicht in unserer Hand, dass wir es in den Hafen in Velten und in den Oranienburger Kanal auf Hohen Neuendorfer Gemarkung leiten“, so Rother. Mit der Stadt Hohen Neuendorf habe es aber gute Gespräche gegeben. Ziel sei, dass das Wasser von Leegebruch abfließen könne, um den Muhrepegel zu senken und das Wasser aus dem Hauptgraben leichter ablaufen zu lassen. Der Hohen Neuendorfer Bürgermeister Steffen Apelt habe der Gemeinde Unterstützung zugesagt. Auch mit den Eigentümern der Grundstücke, an denen die Gräben verlaufen, habe man gesprochen. „Es sind Landwirte, die ein starkes Interesse daran haben, dass das Wasser dauerhaft aus Leegebruch kommt.“ Mit ihnen, Vertretern des Wasser-und Bodenverbandes und dem Planungsbüro wurden am Mittwoch Maßnahmen beschlossen: Es werde eine Überfahrung im Bereich des Bypasses errichtet, zudem wird es eine Maßnahme geben, damit das Wasser schneller durch einen zweiten Durchlauf zum Oranienburger Kanal fließen kann. „Das ist kein richtiges Bauwerk mehr wie eine Brücke oder ein Durchlass, der den Abfluss hindert“, so Rother. Eine dritte Maßnahme sei auf dem Gelände von Landwirten, auf der man mobile Pumptechnik aufstellen könnte, um das Wasser Richtung Oranienburger Kanal zu pumpen. „Wir müssen das Wasser hier wegbekommen, damit es nicht wieder hier steht“, so Rother. Die Birkenallee indes müsse umgebaut werden, eine erste Idee sei ein Straßengraben. Man versuche, das Schichtenwasser auf dem Stand von 45 Zentimetern unter der Straße zu stabilisieren, damit man die Straße wieder öffnen kann. „Die Schäden, die möglicherweise entstehen, müssen sowieso bautechnisch angefasst werden.“ Einen Zeitplan könne er aber nicht nennen. Einräumen mussten die Gemeindevertreter hingegen auf Nachfrage eines Bürgers, dass schon 2008 ein Entwässerungskonzept besprochen, aber nie umgesetzt wurde.

Die Hilfsbereitschaft für die Betroffenen indes ist groß: rund 71200 Euro kamen an Spenden zusammen, jeder Antragssteller bekommt 1059 Euro, der Rest geht an Jugendklub, Kita und den Naturschutz. Das Spendenkonto ist nun geschlossen.

Von Marco Paetzel

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