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Oberhavel Maßstab ist, „was die Bürger wollen“
Lokales Oberhavel Maßstab ist, „was die Bürger wollen“
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02:16 03.10.2015
Seit knapp acht Jahren ist Klaus-Dieter Hartung Bürgermeister in Hohen Neuendorf. Und er will es weitere acht Jahre bleiben. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

In den vergangenen knapp acht Jahren habe er „viel erreicht“, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Die Linke). Und ja, er sei auch „ein bisschen stolz darauf“. Aber der 58-Jährige sagt auch, dass längst noch nicht alles umgesetzt ist, was in seinem Wahlprogramm von 2007 stand. Er holt das schon etwas abgegriffene Heftchen aus der Schreibtischschublade und beginnt zu blättern.

Es geht nicht um Parteipolitik

Ein wesentlicher Punkt darin: Bürgerbeteiligung. Sein Amt habe er stets so verstanden und geführt, dass sich die Aufgaben aus dem ergeben, „was die Bürger wollen“, sagt der zweifache Vater und Großvater. Auf kommunaler Ebene gehe es eben nicht darum, „was irgendwelche Vordenker in Parteizentralen entwickeln“. Und so höre er genau hin, was die Leute sagen. Einige positive Effekte ließen sich noch entwickeln. Der Bürgerhaushalt zum Beispiel sei „noch zu eng gestrickt und zu restriktiv“.

Der Bürgerfreundlichkeit und den technischen Möglichkeiten im Rathaus seien jedoch vom Gebäude her Grenzen gesetzt. Die Vorderseite sei schon einmal überarbeitet worden, aber an der Rückseite bröckle noch der Originalputz von 1936. Die Heizung, die Holzfenster – größtenteils ebenso original. „Was wir aber brauchen ist ein Gebäude, in dem sich die Bürger mitgenommen und betreut fühlen“, sagt der Amtsinhaber. Dabei gehe es auch um Barrierefreiheit und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, die auf vier Standorte verteilt sind. „Da kann man nicht von effektiver Verwaltung sprechen.“ Das Verfahren für die Baugenehmigung des Rathausanbaus erweise sich als „sehr zäh“.

Kreis und Land „sitzen das Thema aus“

Schon vor seiner Wahl hatte Hartung den Zehn-Minuten-Takt für die S-Bahnlinie 1 und den 20-Minuten-Takt für die S 8 sowie verbesserte Busangebote der OVG anvisiert. „Sowohl Kreis als auch das Land sitzen das Thema aus“, sagt der Bürgermeister acht Jahre danach mit Blick auf intensive Bemühungen. Eines aber „haben wir geschafft“, sagt er und bezieht mit dem Wir ausdrücklich seine Mannschaft im Rathaus mit ein: attraktive Sportanlagen und kostengünstige Nutzungsbedingungen. „Da können wir einen Haken dran machen“. Auch das sei erreicht worden: Entgegen des Beschlusses der Stadtverordneten wurde die sich prächtig entwickelnde Oberschule gerettet. Das Strom- und das Gasnetz seien teilweise kommunalisiert worden – Gewinne flössen nun wenigstens zur Hälfte in den Stadthaushalt. Mehr als 40 Kilometer Geh- und Radwege habe die Stadt während seiner Amtszeit gebaut. Zum Vergleich: 120 Kilometer Straßen gibt es.

Vision von einer Stadt mit Wohlfühlcharakter

Seine Vision sei es, die Stadt ökologisch und mit Wohlfühlcharakter weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit mit Birkenwerder müsse weiter vertieft werden. Wichtig sei ebenso kommunaler, bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum. Die Integration von Flüchtlingen stelle sich als ganz neue Aufgabe, für die sich die Verwaltung noch etwas besser aufstellen werde.

Wahlkampf bedeute für ihn, die Ergebnisse aus acht Jahren Arbeit zu präsentieren. Auf aufwendige Wahlwerbung möchte Hartung aber weitestgehend verzichten: „Ich halte Plakate für ökologischen Wahnsinn.“

Vier für eine Stadt

Zur Hohen Neuendorfer Bürgermeisterwahl am 15. November treten an: Steffen Apelt (CDU), Geschäftsführer, Jahrgang 1962; Josef Andrle (SPD), Ministerialbeamter, Jahrgang 1964; Klaus-Dieter Hartung (Die Linke), Bürgermeister, Jahrgang 1956 und Christian Erhardt-Maciejewski, Redakteur, Jahrgang 1975. 

Neun Kandidaten hatten sich bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2007 um das erste Amt in der Stadt beworben. 

Eine etwaige Stichwahl ist für den 29. November 2015 angesetzt.

Von Helge Treichel

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