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Oberhavel Mauerweglauf: 100 Meilen um Berlin
Lokales Oberhavel Mauerweglauf: 100 Meilen um Berlin
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00:29 20.08.2015
Gedanken zu Marienetta Jirkowsky Quelle: Ulrike Gawande
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Hohen Neuendorf

Der Mauerweglauf: 100 Meilen um Berlin auf dem ehemaligen Grenzpostenweg entlang. 2015 zum vierten Mal. 160,9 Kilometer. Maximale Lauf-Zeitdauer: Dreißig Stunden für Einzelläufer und 27 Stunden für Staffeln. Eine für Laien fast unvorstellbare Leistung, diese Strecke laufen zu können. Auch für viele trainierte sogenannte Ultraläufer in diesem Jahr aufgrund der extremen Hitze eine Herausforderung: Von den 300 am Samstagmorgen in Berlin gestarteten Einzelläufern, erreichten mehr als 80 nicht das Ziel, sondern gaben vorher auf. Zusätzlich waren 59 Staffeln, mit bis zu 26 Teilnehmern am Start. „Kein Weg ist mir für diesen Lauf zu weit“, erklärte trotzdem ein älterer Läufer aus Stuttgart. Aber nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Australien und Europa kommen die Läufer nach Berlin. So wie der spätere Sieger Marco Bonfilglio aus Italien, der nach 13:40:11 Stunden am Samstagabend das Ziel erreichte. Bei den Frauen siegte die Berlinerin Patricia Rolle in knapp 16 Stunden.

Ewa Katarzyna Kasierska in Hohen Neuendorf. Sie erreicht kurz vor Time-Out am Sonntagmorgen nach 29:49 Stunden das Ziel in Berlin. Quelle: Ulrike Gawande

Bei Kilometer 24, fast noch zu Beginn des Laufes, passierten am Samstagmorgen jedoch erst einmal noch alle Sportler in der Hohen Neuendorfer Florastraße eine orangefarbene Stele, der Gedenkstele von Marienetta Jirkowsky, jener jungen Frau, die 1980 ihren Wunsch nach Freiheit mit dem Leben bezahlte. Sie starb als Achtzehnjährige an der Mauer, die fast vierzig Jahre Hohen Neuendorf von Berlin-Frohnau trennte. Zwei Freunde überlebten den Fluchtversuch knapp. Marienetta wurde von unzähligen Schüssen regelrecht hingerichtet.

Und so widmete man 35 Jahre nach ihrem Tod den Mauerweglauf dieser jungen Frau. Jeder Teilnehmer erhielt ein Stückchen Mauerrest mit ihrem Bild als Erinnerung.

Ein Läufer in Hohen Neuendorf Quelle: Ulrike Gawande

Und wenn auch für viele der sportliche Gedanke oft im Vordergrund steht, hielten die Sportler in Hohen Neuendorf inne und erinnerte sich an Marienetta Jirkowsky. Ihre ganz persönlichen Gedanken konnten die Läufer auf einem kleinen Kärtchen auf Pinnwänden neben der Gedenkstele hinterlassen. Viele Sportler hatten ihren Text schon vorbereitet und brauchten ihr Kärtchen nur noch anzupinnen. „Viel zu früh!“ „Welch sinnloser Tod!“ „Ihr Tod ist eine Mahnung!“ Verwischte Schrift und knittrige Ecken der Kärtchen zeugten von den körperlichen Belastungen der Schreiber während des Laufens.

Gedenken und Gedanken an Marienetta Jirkowsky Quelle: Ulrike Gawande

Aber auch spontan wurden Zettel mit ganz persönlichen Gedanken versehen. Nur selten lief ein Teilnehmer vorbei. Bei Bedarf musste der Begleiter einspringen: „Schatz, schreib mal was auf, ich muss laufen!“ Wenn die Gedenktafeln am Sonntag zur Siegerehrung präsentiert worden sind, kehren sie nach Hohen Neuendorf zurück, wo sie kombiniert mit Fotos von Pressesprecherin Ariane Fäscher zu einem Marienetta-Jirkowsky-Erinnerungsbuch zusammengefasst werden sollen.

Kranzniederlegung von Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung und Jörg Levermann (LG Mauerweg) Quelle: Ulrike Gawande

Bei einer Kranzniederlegung von Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Die Linke) und Jörg Levermann (LG Mauerweg) erinnerte man in sehr emotional und persönlichen Worten an die Teilung der Stadt und die Opfer der Mauer.

Sport und Politik reichen sich die Hände. Quelle: Ulrike Gawande

Eine schöne Notiz am Rande: Nur wenige Kilometer weiter in Hennigsdorf, bog ein Pärchen aus Berlin und Braunschweig von der Strecke ab, ging zum Standesamt und beendete die 100 Meilen am Sonntagmorgen als Ehepaar.

Von Ulrike Gawande

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