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Max-Hilmar Borchert sitzt fest Sattel

Menz Max-Hilmar Borchert sitzt fest Sattel

Einst war der 27 Jahre alte Reiter aus Menz an Leukämie erkrankt. Zurzeit muss er noch alle drei Monate zur Kontrolle und nimmt Tabletten gegen Bluthochdruck. Doch das alles hat ihn nicht aus dem Sattel hauen können. Am Wochenende erreichte der Brandenburger Junge beim CSI in Neustadt/Dosse das Finale der Internationalen Springprüfung.

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Max-Hilmar Borchert brachte die Graf-von-Lindenau-Halle zum Beben.

Quelle: Pantel

Menz. Max-Hilmar Borchert lächelt und ballt die rechte Hand zur Faust. Der Menzer ist glücklich. Er genießt den Moment sichtlich, als er sich das Video vom Großen Preis noch einmal anschaut. Eine Minute und vier Sekunden dauert der Ritt über die 1,50 Meter hohen Hindernisse. Auf Wallach „Caspino 4“. Dann war es vollbracht: Null Fehlerpunkte – nach langer Zeit hatte ein Brandenburger Junge beim CSI Neustadt/Dosse das Finale der Internationalen Springprüfung in der Graf-von-Lindenau-Halle geschafft. „Sehr zufrieden. Sehr“, jubelte Max-Hilmar Borchert. Glücklich nimmt er Freundin Claudia (28) in den Arm.

Ihr und seinen Eltern hat der Mann aus Oberhavel einiges zu verdanken. Dass es dem jetzt 27-Jährigen einmal gesundheitlich schlecht ging und er fast gestorben wäre, erwähnt Max-Hilmar Borchert nicht mehr. „Alle drei Monate muss ich zur Kontrolle“, sagt er nur kurz. Dabei hat der junge Mann schon ein bewegtes Leben hinter sich. 2007 stellten die Ärzte die erschreckende Diagnose: chronische Leukämie. Viele Lymphknoten waren zu einem großen Knoten zusammengeschmolzen.

Doch Max-Hilmar Borchert nahm den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit auf. Es folgten Chemotherapie und die Suche nach einem passenden Spender. Mit einer Aktion hatten sich auch zahlreiche Reiter bereit erklärt, sich typisieren zu lassen. Im September 2009 wurde ein Spender gefunden – die Transplantation konnte erfolgen. Borchert blieb stark. Der Menzer vmuss auch weiterhin diszipliniert sein. „Ich muss noch Tabletten gegen hohen Blutdruck nehmen“, erzählt der Springreiter. Freundin Claudia muss ihn schon ab und zu daran erinnern. „Sonst bekommt er nach zwei Tagen Migräne“, plaudert Claudia, die auch reitet und schon das eine oder andere mal platziert war.

In Neustadt ging für Max-Hilmar Borchert alles reibungslos über die Bühne. Am gestrigen Montag hieß es: Aufräumen, Truck ausräumen und Pferde versorgen. Mit drei Tieren hatte der Menzer an neun Wettbewerben teilgenommen, drei Schleifen brachte er mit nach Hause. Die der beiden Hauptspringen stimmen den Sportler optimistisch. „Mein Ziel ist das deutsche Spring- und Dressurderby im Mai in Hamburg. Dafür möchte ich mich qualifizieren“, so Borchert. Und für die deutschen Meisterschaften in Balve sowie die Landesmeisterschaften  im  Juli in Neustadt/Dosse.

Am Wochenende tauscht Max-Hilmar Borchert aber den Sattel mit dem Stuhl im Vereinsheim. „Leider konnte ich mich nicht für den Weltcup in Leipzig qualifizieren“, ärgert sich der Lokalmatator. „Ich muss zugucken.“ So werde er zur Vereinsversammlung gehen. „Ich veranstalte am 9. und 10. Februar mein erstes eigenes Turnier in Neustadt. Da gibt es noch eine Menge vorzubereiten.“ Sicherlich wird dann Borcherts Erfolgspferd „Caspino 4“ dabei sein. Den 13-jährigen Wallach hatte Borchert als Fohlen bekommen und ihm alles beigebracht – auch die Sprünge über 1,50 Meter hohe Hindernisse.

Von Sebastian Morgner

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