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Mehr Busse zur Gedenkstätte

Oranienburg Mehr Busse zur Gedenkstätte

Da müssen erst Mitarbeiter einer Hochschule eine Studie erarbeiten, die bestätigt, dass bei den Tausenden von Besuchern in der Gedenkstätte zu wenig Busse dorthin fahren. Immerhin hatte es den Effekt, dass Ministerin, Landrat, Stiftungsdirektor und Bürgermeister an einem Tisch saßen. Nach dem Treffen bleibt Stiftungsdirektor Günter Morsch sehr skeptisch.

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Seit Jahren reichen die Busse zur Gedenkstätte für die vielen Besucher nicht aus. Nun soll eine gemeinsame Lösung gefunden werden.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Da bedarf es offenbar erst einer Studie der Technischen Hochschule Wildau, bevor sich Ministerium, Gedenkstätte, Landkreis und Stadt zum Thema bessere Busanbindung zur Gedenkstätte an einen Tisch setzen. So geschehen am Mittwoch, wo sich in Potsdam Kulturministerin Martina Münch, Stiftungsdirektor Günter Morsch, Landrat Ludger Weskamp und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Frank Oltersdorf, in die Augen schauten. Seit Jahren fordern Oranienburger Abgeordnete und Stiftungsdirektor Morsch mehr Busse vom Oranienburger Bahnhof bis zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Eine Bedarfsanalyse der Hochschulwissenschaftler bestätigte nun diese Forderungen der Oranienburger. Das Ergebnis des Gesprächs sieht so aus: verschiedene Varianten sollen planerisch näher untersucht werden, um bessere Bedingungen für Besucher und Anwohner zu schaffen. Landkreis, Stadt und Gedenkstätte sollen sich über die nächsten Schritte verständigen. Genau das war in der Vergangenheit recht schwierig.

Die Anwohner rund um die Gedenkstätte haben viel Besucherverkehr vor ihren Haustüren

Die Anwohner rund um die Gedenkstätte haben viel Besucherverkehr vor ihren Haustüren.

Quelle: Enrico Kugler

Die Kulturministerin zeigte sich zufrieden nach dem Gespräch. Die Studie habe auch gezeigt, dass es auch notwendig sei, „die Besucherströme zu entzerren und das Orientierungssystem für die Besucher der Gedenkstätte zu überdenken – der Eingang zur Gedenkstätte ist allerdings nicht verhandelbar. In dem Prozess müssen sich alle aufeinander zubewegen.“

Ein anderer Zugang zur Gedenkstätte kommt nicht in Frage

Ein anderer Zugang zur Gedenkstätte kommt nicht in Frage.

Quelle: dpa-Zentralbild

Günter Morsch sieht sich bei seinem seit Jahren eingeklagten Bedarf nach einer besseren Busverbindung für die vielen hunderttausend Besucher aus aller Welt bestätigt. „Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist inzwischen nach Auschwitz und Dachau die drittgrößte KZ-Gedenkstätte. Diesen dringenden Bedarf kann nun niemand mehr ernsthaft bestreiten.“

Stiftungsdirektor Günter Morsch sieht nicht, dass es eine schnelle Lösung geben wird

Stiftungsdirektor Günter Morsch sieht nicht, dass es eine schnelle Lösung geben wird.

Quelle: Saskia Kirf

Umso mehr bedauert die Gedenkstätte, dass keine rasche Verbesserung der Busverbindung in Sicht ist. Denn das Problem wurde mit der Diskussion um die Lenkung der Besucherströme verknüpft. Genau das ist das zweite, zusätzliche Problem. Die Anwohner im Umkreis der Gedenkstätte, besonders in der Straße der Nationen, beklagen den zunehmenden Besucherverkehr.

Aus Sicht von Morsch gäbe es jedoch eine schnelle Lösung. Die Einrichtung einer Shuttle-Buslinie sei nach Einschätzung der Verkehrswissenschaftler im Jahr 2018 möglich, ohne dass der Linienbusverkehr gegenüber der derzeitigen Situation zunimmt.

Für die Gedenkstätte sei es von zentraler Bedeutung, dass der Zugang für alle Besucher auch weiterhin über die Straße der Nationen erfolgt, egal ob sie zu Fuß, mit dem Pkw, Reisebus oder Linienbus anreisen, so Morsch.

Landrat Weskamp dankte der Ministerin für die Möglichkeit, mit allen Partnern nach einer ganzheitlichen Lösung zu suchen. „Die Studie und die begleitende Diskussion, insbesondere der Anwohner im Umfeld, hat gezeigt, dass es bei der Anbindung der Gedenkstätte nicht losgelöst um die Frage der Busverbindung geht. Ich bin mir sicher, dass die vorliegenden Informationen nun zu einer Versachlichung der Debattenbeiträge führen werden. Im Kern bestätigt die Studie unsere eigenen Untersuchungsergebnisse aus dem Frühjahr und damit auch den aktuellen Nahverkehrsplan des Landkreises.“ Weitere externe Expertise seie nötig, so der Landrat.

Frank Oltersdorf geht davon aus, dass nun „ein konstruktiver und zielorientierter Lösungsweg gefunden wird, der möglichst allen Interessengruppen gerecht wird.“

Von Andrea Kathert

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