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Mehr Geld für freie Kitas

Hohen Neuendorfer Stadtverordnete beschließen Finanzierungsrichtlinie Mehr Geld für freie Kitas

Investition in die Zukunft: 585.000 Euro lässt sich die Stadt Hohen Neuendorf künftig ihre freien Kitas jährlich kosten. Im Haushalt ist sogar noch mehr Geld eingeplant, weil die Anzahl der betreuten Kinder zunimmt. Die freien Träger sind zufrieden. Sie haben nun Planungssicherheit.

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Jeannette Wenzelewski und Claudia Lübke loben die neue Regelung.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Als im Jahr 2005 alle Hohen Neuendorfer Kindertagesstätten in eine freie Trägerschaft überführt wurden, verblieb die finanzielle Verantwortung für die Kinderbetreuung dennoch größtenteils bei der Stadt. Die damals beschlossene Kita-Finanzierungsrichtlinie sollte das Geld aus dem Stadtsäckel möglichst gerecht auf alle Einrichtungen und Träger verteilen. Im Lauf der Jahre liefen den insgesamt sieben Trägern die Kosten jedoch davon: "Die Anforderungen in der pädagogischen Arbeit und an die Verwaltungstätigkeit stiegen", sagt Claudia Lübke vom Vorstand der Kindervereinigung. In der Folge seien bei der Stadtverwaltung immer mehr Sonderanträge eingegangen, weil das Geld nicht mehr ausreichte. Manche Träger beantragten beachtliche Summen, manche gar nichts. Von der anfänglich anvisierten Gleichberechtigung "waren wir weit entfernt", fasst Claudia Lübke zusammen.

In ihrer jüngsten Versammlung beschlossen die Stadtverordneten mit klarer Mehrheit eine überarbeitete Finanzierungsrichtlinie. Für die pädagogische Arbeit wie Fortbildung, Spiele, Honorare stellt die Stadt künftig 120Euro pro Kind und Jahr zur Verfügung. Bisher waren es 30Euro. Im Verwaltungskostenbereich steigt der kommunale Zuschuss von 15 auf 30Euro pro Kind und Jahr. Zusätzlich wird die Verwaltungspauschale, die einem Anteil von fünf Prozent der pädagogischen Personalkosten entsprach, auf 7,5 Prozent aufgestockt. Neu ist zudem das Angebot, in jeder Kita je nach Größe eine halbe bis ganze Verwaltungsstelle zu schaffen.

Die geplanten Mehrkosten belaufen sich nach Auskunft von Stadtsprecherin Ariane Fäscher auf 585000Euro. Da jedoch zugleich die Zahl der Kinder zunimmt, wächst die Haushaltssumme für die Kitabetreuung von diesem zum nächsten Jahr sogar um 800000 Euro, von 6,4 Millionen auf 7,2Millionen Euro. Im August 2013 wurden in den Hohen Neuendorfer Kitas, Horten sowie in der Tagespflege insgesamt 2070 Kinder betreut, sagte Ariane Fäscher auf Nachfrage. Erklärtes politisches Ziel sei es, mit der Richtlinie die Elternbeiträge, also die Kita-Gebühren, in der Stadt stabil zu halten.

Freie Kita-Träger in Hohen Neuendorf

  • Jugend- und Sozialwerk gGmbH: Kita und Hort „Kid's und Co.“ sowie Kita „Waldheim“.
  •  AWO Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Havelland und AWO Potsdam gGmbH: Kita „Zauberstein“ und „Pusteblume“.
  •  Independent Living – Kindertagesstätten für Hohen Neuendorf gGmbH: Kita und Hort „Waldwichtel & Kobolde“.
  •  Evangelisches Johannisstift Jugendhilfe gGmbH: Hort der Grundschule Niederheide.
  •  EJF evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gAG: Kita und Hort „Am Zauberwald“.
  •  Kindervereinigung Hohen Neuendorf e.V.: Kita „Krümelkiste“und Waldkita „Waldkrümel“.
  •  Von der Kita-Finanzierungsrichtlinie nicht betroffen sind Tagespflegeeinrichtungen für Kinder im Alter unter drei Jahren: Windlichter gGmbH mit dem „Montessori Kinderladen“ und der Verein „Kinderladen Käferlein“.
  •  Ebenfalls nicht betroffen ist das Jugend- und Sozialwerk mit seiner Kita an der Mosaikgrundschule, da diese Einrichtung nicht im Kitabedarfsplan aufgeführt ist und somit keine städtischen Zuschüsse erhält.
  •  Die überarbeitete Kita-Finanzierungsrichtlinie tritt am 1. Januar 2014 in Kraft.
  •  Die Änderungen umfassen auch einen Passus, der die erneute Überarbeitung regelt. Diese wird fällig, wenn mindestens zwei Drittel der Träger innerhalb eines Haushaltsjahres Anträge auf Sonderzuschüsse für bestimmte Betriebskosten bewilligt bekommen oder mindestens ein Drittel der Träger drei Jahre in Folge derartige Sonderzuschüsse erhalten haben.

"Wir Träger sind total zufrieden", sagt Claudia Lübke mit Blick auf die neue Kita-Finanzierungsrichtlinie. "Jetzt ist die Planungssicherheit wieder hergestellt." Denn die Sonderanträge der Träger seien zwar alle bewilligt worden, jedoch nicht immer in der vollen Höhe.

Claudia Lübke sagt das ausdrücklich stellvertretend für alle sieben Kita-Träger in der Stadt. Deren Vertreter hatten sich bereits im Frühjahr 2012 darüber verständigt, dass sie mit den städtischen Zuschüssen nicht mehr klarkommen. Für Juni 2012 war zu einer Informationsveranstaltung eingeladen worden, um insbesondere die Stadtverordneten für dieses Thema zu sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung hatte die Arbeitsgemeinschaft der Träger daraufhin den neuen Richtlinienentwurf erstellt. Im Wesentlichen sei dieser nun auch so beschlossen worden. Claudia Lübke dankt dabei dem Finanzausschussvorsitzenden Michael Heider (CDU), der sich intensiv in das Thema eingearbeitet habe. Heider habe zudem zahlreiche Gespräche geführt, "um das Dickicht der Regelungen zu entflechten", lobt auch CDU-Fraktionsvorsitzender Steffen Apelt. Und er gibt das Lob an die Träger zurück: Die hätten "sehr offen und transparent" agiert "und haben sich als echte Partner erwiesen", sagt Apelt. Kritisch äußert er sich dagegen über die Linken, die in der Stadtverordnetenversammlung alle bereits beantworteteten Fragen nochmals aufgeworfen hätten. Damit würden die intensiven Bemühungen ignoriert und Zweifel geschürt. Apelt: "Wenn die selben politischen Kräfte gleichzeitig versuchen, das Thema Kita-Gebühren mit dieser Kita-Finanzierungsrichtlinie ungerechtfertigter Weise zu vermengen, fragt man sich, ob hier ein Schuldiger gesucht wird für mögliche höhere Kita-Gebühren."

Von Helge Treichel

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