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Mehr Klarheit für die Kraftfahrer

Borgsdorf Mehr Klarheit für die Kraftfahrer

Seit 2004 kämpft eine Bürgerinitiative in Alt-Borgsdorf und Pinnow um eine Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 20. Der erstrittene Gerichtsbeschluss sieht eine unterschiedliche Regelung für Pkw und Lkw vor und war nach BI-Meinung missverständlich ausgeschildert – bis vor einer Woche.

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Wieland Molt und Horst Kaiser (v. l.) von der Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung.

Quelle: Robert Roeske

Borgsdorf/Pinnow. „Es gibt schon einige Lkw-Fahrer, die sich an das Tempolimit halten. Das war vorher nicht zu beobachten.“ Eine Woche nach dem Anbringen einer neuen Beschilderung für das Tempolimit in der Ortsdurchfahrt der L 20 in Alt-Borgsdorf zieht Anwohner Wieland Molt ein positives Fazit.

Ende April war die Beschilderung in Alt-Borgsdorf schon einmal verändert worden. Das Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde galt fortan rund um die Uhr, aber nur für Kraftfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Nur für Pkw ist das Tempolimit auf den Zeitraum von 22 bis 6 Uhr beschränkt. Doch die ursprüngliche Beschilderung war von der Bürgerinitiative (BI) Verkehrsberuhigung Alt-Borgsdorf und Pinnow als missverständlich kritisiert worden.

Als Reaktion gab es am 19. Juli auf Anregung der Bürgerinitiative ein Gespräch in der Kreisverwaltung mit Vertretern des Fachbereiches Verkehr und dem zuständigen Dezernenten Matthias Rink. „Die Probleme wurden besprochen und unterschiedliche Standpunkte verständlicher“, sagt BI-Sprecher Karl Boersig. Doch bereits zwei Wochen danach gab es einen Ortstermin, bei dem eine neue Beschilderung vorgeschlagen wurde, die am 2. August angebracht wurde. Die unübersichtlichen Informationen wurden auf zwei gesonderte Verkehrsschilder aufgeteilt, getrennt für Lkw- und Pkw-Fahrer. Dies geht auf einen Vorschlag zurück, den der Leiter der Hennigsdorfer Polizeidienststelle, Stefan Boye, im MAZ-Interview in die Diskussion eingebracht hatte.

Damit scheint die Hauptbotschaft jetzt endlich bei den Brummifahrern anzukommen. Für sie gilt generell Tempo 30. Besonders Fahrer mit auswärtigen Kennzeichen würden sich nunmehr an das Limit halten, so die Beobachtungen der Anwohner. Wieland Molt: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Vollends zufrieden sind die Lärmschützer allerdings noch nicht. „Leider ist Pinnow von der neuen Regelung bislang ausgenommen“, sagt Molt. Dort gilt das Tempolimit für alle Kraftfahrer nur nachts von 22 bis 6 Uhr. Die BI und die Anwohner würden sich dafür einsetzen, „dass auch Pinnow in die neue Regelung einbezogen wird“. Ein entsprechender Antrag liege in der Verkehrsbehörde des Landkreises vor, so Molt. Außerdem setze sich die Initiative weiterhin für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für alle Kraftfahrzeuge in der gesamten Ortsdurchfahrt ein. „Die Grenzwerte des Lärmschutzes werden an diversen Wohnhäusern überschritten. Das ist nicht zu verantworten“, sagt Wieland Molt. Impulse und Bestätigung für ihre Forderungen erwarten die Anwohner von der Landesweiten Verkehrszählung, deren aktuelle Daten für 2015 im Herbst erwartet werden. Im Lärmaktionsplan der Stadt Hohen Neuendorf würden 6800 Kraftfahrzeuge pro Tag zugrunde gelegt. Gespannt erwarte man, wie die neuen Daten beim Landkreis interpretiert werden und wie die Ermessensentscheidung dort für Alt-Borgsdorf und Pinnow ausfallen wird.

Zusätzlich würde die Bürgerinitiative begrüßen, wenn ein sogenanntes Dialogdisplay für die Geschwindigkeitskontrolle an der Ortsdurchfahrt aufgestellt wird. Diese Möglichkeit hatte Dezernent Matthias Rink im Gespräch mit den Anwohnern gemacht. Ein lachendes oder ein trauriges Gesicht würde den Verkehrsteilnehmern dann signalisieren, ob sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit einhalten. „Das würde die Akzeptanz des Tempolimits beträchtlich beeinflussen“, ist sich Wieland Molt sicher.

Von Helge Treichel

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