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Mehr Wohnungen für die Stadt

Hennigsdorf Mehr Wohnungen für die Stadt

Hennigsdorf wächst weiter, auch die Geburtenzahlen befinden sich auf Rekordniveau. Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum wird deshalb lauter. Die Verwaltung plant deshalb zusammen mit der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), neue Wohnungen zu bauen. Auch Investoren entdecken die Stadt für sich.

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HWB-Chef Holger Schaffranke (l.) und Bürgermeister Andreas Schulz beim Richtfest für die Erweiterung des Himbeerblocks im Oktober. Bis zum Sommer 2017 sollen hier 20 neue Mietwohnungen entstehen.

Quelle: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Hennigsdorf boomt. Knapp 26 600 Einwohner hatte die Stadt Ende 2015, zudem ist das Geburtenlevel mit mehr als 225 Babys pro Jahr konstant hoch. Noch nie nach der Wende lebten so viele Menschen in der Stadt. Doch das hat auch Schattenseiten. Wohnungen sind knapp, es herrscht – wie in der Nachbarstadt Velten – nahezu Vollvermietung. Zwar wurde in den vergangenen Jahren auf Hennigsdorfer Boden viel gebaut, doch die Mieten – etwa im erweiterten Himbeerblock der HWB oder in den Stadtvillen der WGH in der Schönwalder Straße – kosten mindestens zwischen sieben und acht Euro pro Quadratmeter. Auch insgesamt sind die Mieten in Hennigsdorf laut aktuellem Mietspiegel zuletzt um vier Prozent gestiegen.

Zuletzt kursierte das Gerücht, die Stadtverwaltung plane mit der städtischen HWB den Bau von rund 100 neuen Sozialwohnungen. Diese Zahl soll im Koalitionsausschuss von SPD und Grünen gefallen sein. Doch Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz hat sie immer wieder zurückgewiesen, er will sich nicht festnageln lassen. „Wir haben das Problem erkannt und arbeiten daran.“ Die Stadt müsse sich um Grundstücke kümmern, Planungsrecht schaffen und selbst investieren. „Sozialer Wohnungsbau heißt nicht, dass das Land alles bezahlt. Wir brauchen 20 Prozent Eigenkapital.“

Zudem sei es ein Irrglaube, dass die Probleme am Wohnungsmarkt selbst mit 100 Appartements gelöst wären. „Die Situation ist dann noch lange nicht entspannt“, so Schulz. Außerdem seien die Möglichkeiten für Geschossbau im Stadtgebiet „sehr übersichtlich“. Es werde aber geprüft, welche städtischen Grundstücke man verwenden könne. Dann könne die HWB tätig werden. „Aber selbst wenn die Gesellschaft von der Stadt Grundstücke bekäme, müssen wir die Frage der Eigenmittel klären“, so Schulz. Daran arbeite man. Ziel sei es aber auf jeden Fall, dass die HWB geförderten Wohnungsbau umsetze. In welcher Dimension auch immer.

Hennigsdorf sei aber in den vergangenen Jahren auch für private Investoren attraktiv geworden. Andreas Schulz nannte etwa die Bauprojekte des Konzerns NCC am Seeufer, in der Feld- und Hafenstraße sowie die 3700 Quadratmeter große Freifläche in der Berliner Straße zwischen Seiler- und Schweitzerstraße, wo vier Gebäude mit 63 Wohnungen gebaut werden sollen, als Beispiel. Zudem soll ein Grundstück in der Ludwig-Lesser-Straße im Zentrum verkauft werden, auch hier sollen neue Wohnungen entstehen. Das entschieden die Stadtverordneten in der vergangenen Woche. Schulz freut das. „Jede neue Wohnung ist erstmal positiv“, sagt der Bürgermeister. HWB-Chef Holger Schaffranke erklärte zum sozialen Wohnungsbau, seine Gesellschaft wolle Wohngebiete innerhalb der Stadt mit Bauten verdichten, unter anderem im Zentrum. In Hennigsdorf-Nord dagegen soll es ein spezielles Quartierskonzept geben. Ziel ist es, dass die Mieter auch im Alter nicht ins Heim ziehen müssen, sondern ein Leben lang in ihrer Wohnung bleiben können. Dafür sollen Ärzte, Orthopäden oder Apotheken eingebunden werden, so Schaffranke. Derzeit gebe es Gespräche dazu mit Stadt, Land und Planern.

Von Marco Paetzel

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