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Mehr als ein Essen für Bedürftige

Hohen Neuendorf Mehr als ein Essen für Bedürftige

Die Charity Banditen bereiten am Sonntag in Hohen Neuendorf ein großes Fest für 240 Menschen, die von Armut betroffen sind, vor. Mit dem Fest, zu dem auch ein Festmahl gehört, wollen die Initiatoren ein Zeichen des Miteinanders für Bedürftige setzen.

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Janette Budtke frisierte Obdachlosen in Oranienburg schon kostenlos die Haare. Am Sonntag gibt es ein großes Fest in Hohen Neuendorf.

Quelle: MAZ-ARCHIV

Hohen Neuendorf. Es ist vollbracht. „Wir haben 3500 Euro zusammen und brauchen keine weiteren Spenden mehr“, sagt die Borgsdorfer Friseurin Janette Budtke und fügt hinzu: „Ich bin stolz und fühle mich total bezuckert.“ Die Summe musste aufgebracht werden, um das erste Fest für Obdachlose, von Armut betroffene Menschen, Wohnungslose und auch Geflüchtete am Sonntag, 19. November, in der Stadthalle Hohen Neuendorf zu veranstalten.

Die 240 Teilnehmer haben ihre Tickets in Form von Armbändchen schon erhalten. Sie wurden persönlich vor Tafeln oder vor dem Obdachlosenheim angesprochen. Viele fragten ungläubig: „Was, das kostet nichts?“ Viele hätten sich auch geschämt, seien dann aber doch angetan gewesen von der Zuwendung. Das erzählt die 36-jährige Janette Budtke, die gemeinsam mit Anett Bethke, Clemens Krebs und Isi Fontaine zum Organisationsteam gehört. Diese Gruppe nennt sich Charity Banditen und will mit dem Fest und einem Essen für Bedürftige ein Zeichen des Miteinanders setzen.

Dieses Fest sei mehr als ein Essen für Bedürftige nach dem Vorbild von Frank Zander in Berlin, sagt Budtke. Vielmehr gehe es darum, den Menschen einen Tag mit Nachhaltigkeit zu gestalten. So werden fünf Friseure während der Veranstaltung den Teilnehmern, die es wünschen, kostenlos die Haare schneiden. Ein Fotograf steht dann gleich bereit für Bewerbungsbilder oder einfach für Fotos, die man den Liebsten zu Weihnachten schenken könnte. Vor Ort ist auch eine Arbeitsvermittlerin, die Jobs anbietet und zum Wiedereinstieg in das Arbeitsleben berät. Das alles geschieht in einem Raum, der Stadthalle, damit niemand etwas vom Programm verpasst. Denn der Nachmittag beginnt um 15 Uhr mit einem Bühnenprogramm. Ein Blasorchester spielt, Hortkinder aus Borgsdorf treten auf sowie die Band Kopfkino Quadrat. Dann beginnt das Essen mit Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch. Janette Budtke verrät, dass es Hähnchenkeulen frisch vom Grill gibt. Und wie es sich für ein Fest gehöre, so Budtke, werden auch ein Bier oder ein Glas Sekt zum Essen gereicht. Wenn das Fest gegen 20 Uhr zu Ende geht, werde jeder Teilnehmer mit einem Geschenk verabschiedet.

Die Charity Bandidaten organisieren die Veranstaltung in Hohen Neuendorf

Die Charity Bandidaten organisieren die Veranstaltung in Hohen Neuendorf.

Quelle: Privat

Die Spendenbereitschaft für diese Veranstaltung war groß, auf der Internetseite der Charity Banditen www.charity-banditen.de sind die privaten Spender sowie alle Firmen, die mit Geld, Lebensmitteln oder Leistungen wie Fahrservice aufgeführt. Bis auf die Grillhähnchen kamen alle Lebensmittel für das Essen über Spenden zusammen. Geld wurde jedoch benötigt für die Gema, Versicherung, Miete und die Geschenke. Janette Budtke freut sich, dass sie während der Spendensuche „so viele Leute kennenlernte, die sich immer schon engagierten“, so sei eine Gemeinschaft ähnlich eines Netzwerkes entstanden. Darauf könne man aufbauen und weitere Veranstaltungen planen. Die Charity-Banditen seien dabei, einen Verein zu gründen. „Dann können wir für Spenden auch Spendenquittungen ausstellen.“

Janette Budtke setzt sich für die Bedürftigen ein, weil sie selbst mal in einer solchen Situation war und ganz offen darüber spricht. Sie übernachtete bei Freunden, hatte keine Wohnung, war aber nicht obdachlos gemeldet. „Ich musste mich bewegen. Ich war froh, das es Menschen in meinem Umfeld gab, die sich kümmerten und mir in den Hintern traten. Das war gut so.“ Seit 2006 ist sie selbstständig und fertigt ausschließlich Perücken und Haarersatz und macht damit Menschen glücklich, die sich nicht mehr raus ins Leben trauten.

Von Marion Bergsdorf

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