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Mehr statt weniger CO

KIimaschutz in Oberhavel Mehr statt weniger CO

Rund zehn Prozent weniger wollten die Städte Hennigsdorf, Oranienburg und Velten bis zum Jahr 2015 in die Luft blasen, stattdessen wurden es sogar zwölf Prozent mehr. Dennoch will man am gemeinsamen Klimaschutz-Konzept der drei Städte im Regionalen Wachstumskern festhalten.

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Biomasse für die Umwelt: Stadtwerke-Chef Thomas Bethke und Sonja Brodbeck von Cobios im Gespräch mit Klaus Freytag (M.) vom Wirtschaftsministerium im Biomasse-Heizkraftwerk Hennigsdorf.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Oberhavel. 63 000 Tonnen im Jahr. So viel von dem Klimagift CO 2 wollten Velten, Hennigsdorf und Oranienburg der Atmosphäre bis 2015 ersparen. Um zehn Prozent sollten die CO 2-Emissionen gegenüber 2010 sinken. Das sah das Klimaschutzkonzept des Regionalen Wachstumskerns (RWK) vor. Ein ambitioniertes Ziel, das nicht annähernd erreicht wurde, heißt es nun in der Fortschreibung des Konzeptes. Im Gegenteil: Die drei Städte bliesen 2013 zwölf Prozent mehr Treibhausgase in die Luft als vier Jahre zuvor.

Auch von den 22 Klimaschutz-Maßnahmen in den Kommunen sind erst fünf umgesetzt, unter anderem die Fotovoltaik-Großanlage in Oranienburg, das Biomasse-Heizkraftwerk und das Bioerdgas-Blockheizkraftwerk in Hennigsdorf oder das Biogas-Blockheizkraftwerk für die Veltener Fernwärmeversorgung. Maßnahmen wie die Umrüstung auf energiesparende LED-Beleuchtung für Straßen, Stadtbegrünung oder Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden sind noch in der Umsetzung. Acht Maßnahmen dagegen, wie ein Carsharing-Programm oder der „Klima-Oscar“ für grüne Vorreiter in der Region, sind noch Zukunftsmusik.

In der Fortschreibung des Konzeptes wird empfohlen, dass der RWK sich weiterhin mit dem Thema Klimaschutz als eine Einheit nach außen präsentieren sollte, besonders die Stadtwerke sollten dafür werben, um Bürger und Unternehmen zu sensibilisieren.

Zudem sollten öffentliche Gebäude weiter energetisch saniert, Wohnstandorte in puncto Wärmeversorgung und Verkehrsanbindung klimafreundlicher und Hauseigentümer zum Energieverbrauch beraten werden. Ebenso soll der Austausch alter Halogendampflampen durch moderne LED-Strahler an Straßen weitergehen, hier gebe es laut Fortschreibung noch große Einsparpotenziale in den Städten. Oranienburg, Hennigsdorf und Velten stehen hier jeweils noch am Anfang der Umrüstung, viele Straßenzüge sind noch abzuarbeiten.

Klimaschutz ohne Manager

Die Stelle des Klimaschutzmanagers ist Ende 2015 ausgelaufen, seit Beginn des Projekts 2010 hatten sich Rea Gielow und dann Inga Möller dort versucht. Neben dem Energiemonitoring sollten sie Klimaschutz als Thema durch Vernetzung von Akteuren und Öffentlichkeitsarbeit bewerben, dazu zählten ein Newsletter, Exkursionen und Schul- sowie Bildungsprojekte, etwa bei der „FerienUni Oberhavel“, sowie eine Wanderausstellung.

Mit dem Auslaufen des geförderten Projekts könne die Aufgabe des Managers nicht anderweitig abgedeckt werden. Es sollte aber eine „nahtlose Umsetzung der Klimaschutz-Koordinierung mit einer internen oder externen personellen Mindestkapazität angestrebt werden“, heißt es in der Fortschreibung des Konzepts schwammig.

Weitere Maßnahmen , die aktuell umgesetzt werden, sind der Aufbau eines

Regionalen Klima-Kompetenzzentrums, Klimaschutzmaßnahmen in Kindergärten und Schulen, Nutzung von Fassaden und Dächern für Solarenergie, nachhaltige Bauleitplanung, die Beschaffung klimaschonender Fahrzeuge und ein Energiemanagement für Gewerbe-und Industrieunternehmen durch die Stadtwerke.

Auch der Radverkehr solle laut der Fortschreibung stärker gefördert werden, etwa durch Lückenschlüsse von Strecken oder die Mitnahmemöglichkeit von Rädern in Zügen und Bussen. Zudem soll die Nutzung von Elektroautos im Wachstumskern etwa durch mehr Ladestationen erleichtert werden. Gefordert wird in der Fortschreibung auch weiter die S-Bahn-Verlängerung nach Velten, für die die Stadt seit Jahren vergeblich wirbt.

Das größte Einsparpotenzial sieht der RWK aber bei den hiesigen Unternehmen. Hier sollten die Stadtwerke vor Ort mit den Unternehmen zusammenarbeiten, in Hennigsdorf etwa fanden Veranstaltungen mit Stahlwerk und Bombardier zum Energiemanagement statt. Bei Bombardier gab es auch zwei öffentliche „Energietage“ zum Stromsparen.

Von Marco Paetzel

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