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Menschen und Tiere im Fokus

Zühlsdorf Menschen und Tiere im Fokus

2017 reiste Gudrun Engelke aus Zühlsdorf in die Antarktis. Schon als Kind habe sie die Romane der Polentdecker verschlungen. 30 Bilder dieser eindrucksvollen Reise hat die Hobbyfotografin für ihre neue Ausstellung „Antarctica“ ausgewählt, die am Sonntag, 14. Januar, um 16 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird und noch bis zum 10. März im Mehrzweckraum Zühlsdorf zu sehen ist.

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Engelke liebt es, mit der Kamera in der Natur unterwegs zu sein. Auf Reisen und in der Region.

Quelle: Reinhard Musold

Zühlsdorf. Obwohl in Karl-Marx-Stadt geboren, verbindet Gudrun Engelke schon immer eine große Nähe zu ihrem heutigen Wohnort Zühlsdorf. „Meine Großeltern haben dort gelebt, es war immer ein Stück Heimat für mich. Der Geruch von Kiefern und Sand begleitet mich schon mein halbes Leben.“

Die 55-Jährige hegt ein großes Faible für die Natur, liebt es draußen zu sein. An der Humboldt-Universität studierte die heutige Mitarbeiterin der Mühlenbecker Gemeindeverwaltung – dort ist sie für Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsförderung zuständig – Landwirtschaft. Bis zur Wende arbeitete sie jedoch auf einer LPG im Bereich des Pflanzenschutzes, war dort auch für das Reparieren von Maschinen zuständig bevor sie 1990 ein Zusatzstudium zur Umweltberaterin anschloss und in die Verwaltung ging. „Ich mache meine Arbeit sehr gern.“

Myanmar begeisterte die Zühlsdorferin

Myanmar begeisterte die Zühlsdorferin

Quelle: Gudrun Engelke

Doch ihr großes Hobby ist neben ihrer Leidenschaft für Gärten- sie wirkte schon oft beim Tag der offenen Gärten mit – , die Fotografie und das Reisen. Schon zu DDR-Zeiten tourte sie als Rucksacktouristin durch Bulgarien, Rumänien und Ungarn. „Das war als Studentin die günstigste Art zu reisen.“ Immer dabei ihre Rollbildkamera, mit der sie ihre Reiserinnerungen festhielt. Anders als heute, damals noch nach dem Prinzip „entweder das Bild wurde etwas oder nicht“. Heute geht sie das Thema Fotografie deutlich professioneller an. Gehört seit Jahren zur Mühlenbecker Fotogruppe „SichtWeisen“. Besuchte zahlreiche Workshops und Kurse.

Im Iran seien die Menschen aufgeschlossen und überaus freundlich

Im Iran seien die Menschen aufgeschlossen und überaus freundlich.

Quelle: Gudrun Engelke

Doch die Grundlage für ihre Fotoleidenschaft habe eine Begegnung 1989 mit einem Schweizer Ehepaar gelegt, das Gudrun Engelke als Studentin getroffen hat. „Dieses Erlebnis werde ich immer mit dem Mauerfall verbinden.“ In einer Gaststätte fragten die Schweizer sie in der Euphorie der verschwundenen innerdeutschen Grenze, wohin die Zühlsdorferin denn gerne einmal reisen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte. „Nach Griechenland“, antwortete sie spontan. Denn schon immer habe sie die dortige Geschichte und Mythologie interessiert. Die Schweizer erfüllten Engelke ihren Wunsch und luden sie nach Griechenland ein, inklusive einer neuen Kamera. „Ich war wie eine Tochter für sie.“ Bis zum Tod des Paares sei man eng verbunden gewesen, ist Engelke dankbar.

In Myanmar war Gudrun Engelke unter anderem auch mit dem Ballon unterwegs

In Myanmar war Gudrun Engelke unter anderem auch mit dem Ballon unterwegs.

Quelle: Gudrun Engelke

Es folgten Reisen nach Florida – „das war wie ein Flug auf den Mond“ – , in die Südstaaten der USA – „das hat mein Herz geöffnet, ein Fluss mit Geschichte“ – und quer durch Europa. Alle zwei Jahre geht die Hobbyfotografin auf größere Tour. Myanmar bereiste sie 2011, als sich erstmals der eiserne Vorhang des Landes für Touristen öffnete. „Es war eine meiner schönsten Reise. Wir waren mit Zug, Boot, Eselskarren, Ballon, Rikscha, Moped und Fahrrad unterwegs.“ Besonderen Eindruck hinterließ die Aufbruchstimmung im Land und die gastfreundlichen, fröhlichen und interessierten Menschen. Da sie stets etwas ihrem Gastgeberland zurückgebe, übernahm sie in Myanmar die Patenschaft für ein Mädchen. Finanziert ihm heute die Ausbildung. In Ägypten ging sie in der Wüste Müll sammeln. Und auch aus Usbekistan und dem Iran finden sich schon Stempel in ihrem Reisepass.

Pinguine liefen Hobbyfotografin Gudrun Engelke aus Zühlsdorf auf dem südlichsten Kontinent über den Weg

Pinguine liefen Hobbyfotografin Gudrun Engelke aus Zühlsdorf auf dem südlichsten Kontinent über den Weg.

Quelle: Gudrun Engelke

2017 ging es dann in die Antarktis. Schon als Kind habe sie die Romane der Polentdecker verschlungen, verrät die 55-Jährige, die gerne alleine unterwegs ist. Von Ushuaia ging es mit dem Schiff gen Süden. Statt Menschen, bekam Engelke im ewigen Eis vor allem Pinguine, Wedelrobben und den Condor vor ihre Kameralinse.

Die Antarktis

Die Antarktis

Quelle: Gudrun Engelke

„Es war ein intensives Gefühl. Wenn man an Deck stand, war man allein mit dieser Welt. Es ist das große Nichts, das Ende der Welt.“ 30 Bilder dieser Reise hat Engelke für ihre neue Ausstellung im Mehrzweckraum Zühlsdorf ausgewählt, die am Sonntag, 14. Januar, um 16 Uhr eröffnet wird.

Von Ulrike Gawande

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