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Oberhavel Mit 66 Jahren: 2800 Kilometer an der Küste entlang
Lokales Oberhavel Mit 66 Jahren: 2800 Kilometer an der Küste entlang
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00:21 16.10.2017
Zehn Kilometer bis Bulgarien: Die türkischen Berge haben Norbert Franke alles abverlangt. Zwischendurch fuhr er im Bagger mit. Quelle: privat
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Hennigsdorf

Der 12. Mai ist ein schöner Freitag, die Sonne blinzelt über dem Schwarzen Meer. Irgendwo an der türkischen Küste, kurz vor der nächsten Serpentine, verlassen Norbert Franke die Kräfte. „Das waren Berge, die bis zu 350 Meter hoch waren.“ Er steigt ab und schiebt die nächsten Kilometer. Plötzlich hupt ein Schaufelradbagger hinter Franke, der Hennigsdorfer darf sich mit seinem Rad in die mächtige Schaufel fläzen. „Ich habe mich gefreut wie ein kleiner Junge“, sagt der 66-Jährige. Der Bauarbeiter und der Extremradler tuckern etwa 20 Minuten lang wortlos den Berg hoch, bis zum Scheitelpunkt. Franke winkt dem Samariter im Bagger noch zum Dank, er kann jetzt auf seinem Rad ins Tal sausen.

Solche Episoden kann der Hennigsdorfer massenhaft erzählen: Zehntausende Kilometer hat er in den vergangenen Jahren in Europa und Asien abgespult. Seit mehr als 25 Jahren ist er als Triathlet unterwegs. Seit 1994 gehört er zum Team von Stahl Hennigsdorf und belegte bei Wettkämpfen regelmäßig vordere Plätze. Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören zum Grundprogramm von Norbert Franke, der vor der Altersteilzeit beim Stadtservice sein Geld verdient hat.

Quelle: privat

Dreimal die Woche fährt Franke jeweils 30 bis 40 Kilometer mit dem Rad und läuft fünf Kilometer. Dazu schwimmt er jede Woche anderthalb Stunden. Logisch, dass einer wie Franke auch in keinem All-Inclusive-Urlaub die Füße auf den Liegestuhl legt. Mit seinem Trekking-Rad ist er schon entlang der spanischen und französischen Mittelmeerküste gefahren, durch Österreich, die Schweiz und das Baltikum – auch auf dem Balkan fuhr Franke Rad. „Alles geht langsamer voran als mit dem Auto und man sieht viel mehr.“ Seiner Frau schickt er immer Liebesgrüße per SMS, wenn er in einer neuen Stadt ist. „Dann weiß sie, dass alles okay ist.“

Am 10. April stieg er in den Flieger gen Tiflis, erst nachts um 3.30 Uhr kam Franke in der georgischen Hauptstadt an. Für sein Rad hatte er sich einen Pappkarton aus dem Fahrradladen besorgt, er brauchte nur wenige Handgriffe. Zur Navigation hatte er sich eine Karte von Googlemaps ausgedruckt. Doch nach ein paar Minuten Fahrt gingen überall die Laternen aus. „So wollen sie in Tiflis Strom sparen“, sagt Franke. Er fand einen Polizeibeamten, der bis zu seinem Hotel vor ihm her fuhr.

Quelle: privat

Zehn Tage verbrachte er in der Region, schaute sich Stausee, Höhlenkloster &Co. an. Über Stalins Geburtsort Gori und die Hafenstädte Poti und Batumi radelte Franke schließlich in die Türkei, wo er sich mit den Bergen herumquälte. Dazu kamen zwei Platten innerhalb kürzester Zeit. Es kam noch schlimmer: Frankes Niere schmerzte, in einem rumänischen Krankenhaus dann die Schocknachricht: „Ich hatte einen Stein in der Niere.“ Franke entschied sich, die Reise abzubrechen. Er radelte weiter, setzte sich in Budapest in den Zug gen Heimat. Rund 2800 Kilometer hatte Franke am Ende abgespult. „Eigentlich waren 4000 geplant“, sagt er mürrisch.

Mittlerweile ist der Stein entfernt, Franke auf dem Weg der Besserung. Und er macht schon wieder Pläne: Im April 2018 will er via Sizilien und Bari über Griechenland und Bulgarien fahren. „Mein Ziel“, sagt der Extremradler, „sind so etwa 3600 Kilometer“.

Über seine letzte Reise zeigt Norbert Franke am 30.11. ab 19.30 Uhr in der Katholischen Kirchengemeinde eine Diashow, der Eintritt ist frei.

Von Marco Paetzel

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