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Mit 77 Jahren in den Ruhestand

Zootzen Mit 77 Jahren in den Ruhestand

Es sind die guten Seelen, die Ortschaften ihren Stempel aufdrücken. Werner Pohl ist so ein Mensch. In Zootzen verbrachte er fast sein ganzes Leben. Und er brachte sich ein. Im letzten Jahrzehnt agierte er als das „Heinzelmännchen“, das das Dorf optisch in Schuss hielt und für so manche gestalterische Idee durchdrückte.

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Die Festwiese war einer der Einsatzorte, an denen Werner Pohl am meisten zu tun hatte.

Quelle: Stefan Blumberg

Zootzen.

„Er sieht die Arbeit“

Die Zootzener wissen, dass sie einen der Guten verlieren. „Er ist fleißig und gewissenhaft. Er sieht die Arbeit. Und er sagte nie, dass jetzt der Hammer fällt“, weiß Doris Leck sehr genau. Sechs Stunden in der Woche – das stand in der Vereinbarung für seine Tätigkeit als geringfügig Beschäftigter. Das ist nicht viel, um einen Ort in Schuss zu halten. Deshalb guckte er auch nicht auf die Uhr. Erst wenn er fertig war, ging er in den Feierabend. „Die Zeit habe ich mir eingeteilt, wie ich es wollte und wie es nötig war“, so der Zootzener. Anfangs führte er Stundenzettel, „irgendwann sagte die Stadt, dass ich es nicht mehr müsste“. Einer der schwierigsten Jobs war es, im Winter die zwei Bushaltestellen und ein Stück vom Gehweg gleichzeitig vom Schnee freizuhalten. Morgens kurz vor 6 Uhr, wenn der Bus fährt, war der Schnee gefegt. „Am ärgerlichsten ist es, wenn wenig später der große Schneeschieber kommt und alles auf die gefegten Flächen räumt.“

Mit einem Handrasenmäher fing alles an

Rasenmähen, Hecke pflanzen, Unrat wegräumen, Uferzone befestigen, Sitzgelegenheiten aufbauen – wenn er nicht alles allein gemacht hatte, steckte er zumindest seine Finger mit hinein in die Arbeiten, die den Einwohnern und dem Dorf zugute kamen. Er konnte viele Dinge durchsetzen; zum Beispiel entschied er mit über den Standort der Spielgeräte auf der Festwiese. Auch Arbeitsgeräte bekam er im Laufe der Jahre immer mehr dazu. „Angefangen habe ich mit einem kleinen Handrasenmäher. Jetzt ist ein Rasentraktor dort, ein Freischneider, ein Hänger und andere Sachen. Das haben wir von der Stadt bekommen. Ich muss sagen, das Zusammenspiel mit der Stadt, mit dem Bauhof, klappte wunderbar.“

Werner Pohl arbeitete sein Leben lang; in der Landwirtschaft bei seinem Vater, in einem Baubetrieb in Bredereiche, bei Hochbau in Gransee und Fürstenberg. Als er 58 war, ging der Betrieb pleite. „In dem Alter kann man ja noch Bäume ausreißen“, sagte er über das plötzliche Ende. Er war anschließend ABMer (in Drögen), Rentner und arbeitete trotzdem weiter. Bis zum 77. Lebensjahr. Nun ist Schluss. Die Schlüssel sind abgegeben. Nun übernimmt ein Kollege vom Bauhof der Stadt. „Ein gewissenhafter Mann“, lobt ihn Werner Pohl. Er selbst wird sich ganz seinem Grundstück widmen können. Sein dortiger Auftrag: Alles in Schuss halten.

Von Stefan Blumberg

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